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Full text: Jahresbericht 1900

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Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1900. 
wird. Aufser einigen kleineren Nebenarbeiten wurden von Dr. Herrmann für 
diese Zeitschrift verfafst; „Vierteljährliche Berichte über die Witterung zu Tsingtau“ 
für die Zeit vom Juli 1899 bis Juni 1900, „Rückblick auf das Wetter in Deutsch 
land im Jahre 1899“ und „Die Eisverhältnisse an der deutschen Küste im 
Winter 1899/1900“. 
Dr. Herrmann wurde aufserdem noch zur Veröffentlichung der Eis 
nachrichten von der deutschen Küste hinzugezogen. 
Der Assistent Dr. Schott war während des ganzen Berichtsjahres mit der 
Bearbeitung der ozeanographischcn und meteorologischen Beobachtungen der 
deutschen Tiefsee-Expedition auf der „Valdivia“ beschäftigt, nachdem ihm im 
Herbst 1899 seitens des Reichs-Marine-Amtes der Auftrag hierzu ertheilt war. 
Eine Hülfskraft, zeitweise zwei Hülfskräfte, die das Reichsamt des Innern zur 
Verfügung stellte, arbeiteten nacli seinen Anweisungen an den rechnerischen Re 
duktionen und zeichnerischen Entwürfen, während Dr. Schott die Abfassung des 
Textes allein übernahm. 
Es ist dabei der Atlantische, Indische Ozean und das südliche Eismeer einer 
umfassenden Untersuchung unterzogen worden, und zwar stets unter Heranziehung 
nicht blofs der „Valdivia“-Beobachtungen, sondern des gesamten nur irgendwo 
verfügbaren Materiales; hieraus erklärt sich die grofse Ausdehnung der Arbeit. 
Einige Spezialarbeiten gingen nebenbei, z. B. über das Refraktometer als 
ozeanographisches Instrument, über die Temperaturen an der gesamten west 
afrikanischen Küste nach den Schiffsjournalen der Seewarte, über Böschungswinkel 
an submarinen Bänken usw. Am Ende des Berichtsjahres lagen fertig vor: 
1) An Arbeitskarten oder zum Stich fertigen Karten; 
8 Tiefenkarten in Merkatorprojektion, 
mehrere Hundert neu entworfener Diagramme von Tiefentemperatur- 
15 Temperaturkarten für verschiedene Tiefenhorizonte, [Kurven. 
9 Profile, 
1 Karte des Salzgehaltes. 
2) Von dem Text die Bearbeitung sämtlicher Maschinen und Instrumente 
der „Valdivia“ und diejenige der Tiefenlothungen. 
Die Aufzeichnungen der meteorologischen Registrirapparate der „Valdivia“ 
waren zu ziemlich 2 / 3 erledigt, desgleichen die Drucklegung des meteorologischen 
Journales vorbereitet. Rücksprachen des Dr. Schott mit dem Leiter der Expe 
dition, Prof. Chun, sowie mit dem Chemiker Dr. Schmidt und dem Zoologen 
Dr. Apstein gewährleisteten die Einheitlichkeit in der Arbeit an den verschiedenen 
Theilen des Expeditionswerkes. 
Aufserordentlich häutig war eine Inanspruchnahme der auf der Seewarte 
auf bewahrten ozeanographischen Instrumente der „Valdivia“ seitens Interessenten 
des In- und Auslandes; oft waren gleichzeitig viele Apparate leihweise verschickt. 
Mündliche Information erholten sich u. A. besonders Dr. Hjort von Christiania 
für die Einrichtung des Fischereidampfers „Michael Sars“, und Prof, von Dry- 
galski von Berlin für die gesamte ozeanographische Ausrüstung der Südpolar- 
Expeditiou, letzterer in wiederholten, Tage beanspruchenden Konferenzen; auch 
waren von Dr. Schott als Mitglied des wissenschaftlichen Beirathes genannter 
Expedition mehrere Gutachten zu verfassen. Dazu kam die regelrechte Führung 
der sehr umfangreichen Korrespondenz und der Kassengeschäfte der Tiefsee- 
Expedition, ebenfalls durch Dr. Schott.
	        
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