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Volltext : Jahresbericht 1900

Jahresbericht  der  Deutschen  Seewarte  für  1900.

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menten  bei  der  Benutzung  einer  Temperaturformel  die  Werthe  B—R  stets  bei
den  gleichen  Temperaturen  Sprünge  von  ungefähr  gleichem  Betrage  zeigen,  und
somit  eine  merkbare  Diskontinnität  des  Ganges  beim  Eingreifen  der  Hülfskompensation
  angenommen  werden  mufs.  Die  Rechnungen,  welche  unter  strenger
Berücksichtigung  der  Methode  der  kleinsten  Quadrate  durchgeführt  werden,  sind
nahezu  zum  Abschlufs  gebracht,  und  es  wird  im  nächsten  Jahresbericht  das  Ergebnis ­
  mitgetheilt  werden.
Ferner  wurden  mehrere  Reihen  magnetischer  Beobachtungen,  welche  theils
in  Kamerun,  theils  in  Ostafrika  von  Offizieren  der  Kaiserlichen  Marine  ausgeführt
worden  waren,  durchgreifend  kontrolirt  und  theilweise  neu  reduzirt.  Es  waren
bei  den  Beobachtungen  betheiligt  gewesen  die  Herren  Kapitänleutnant  Goette
(1.  Offizier  von  S.  M.  S.  „Wolf“),  Oberleutnants  zur  See  von  Levetzow,  Memminger
  und  Behncke.
Dr.  Stechert  bearbeitete  im  Berichtsjahre  die  Kapitel  „Chronometer“,
„Korrespondirende  Höhen“,  „Monddistanzen“  und  „Sternbedeckungen“  für  das
vom  Reichs-Marine-Amt  herausgegebene  Lehrbuch  der  Navigation,  und  war  an
der  Drucklegung  dieser  Abschnitte  betheiligt.  Ferner  führte  derselbe  (als  Privatarbeit) ­
  die  Bahnbestimmungen  zweier  Planeten  und  eines  Kometen  weiter.
Dr.  Messerschmitt  stellte  im  Aufträge  der  Direktion  ein  Inhalts-Yerzeichnifs
über  sämtliche  von  der  Seewarte  herausgegebenen  Bände  der  Wetter-Rundschau
zusammen.  Ferner  berechnete  derselbe  die  Temperatur-Koeffizienten  für  die
während  der  23.  Konkurrenz  -  Prüfung  untersuchten  Chronometer  nach  der  von
Dr.  Stechert  vorgeschlagenen  Methode  („Annalen  der  Hydrographie  etc.“,  Jahrgang ­
  1895,  Seite  388).
Während  der  Monate  Januar  und  Februar  beschäftigte  sich  Herr  Kapitänleutnant ­
  Koch,  welcher  später  die  Stellung  als  Vorstand  der  meteorologischastronomischen ­
  Station  in  Tsingtau  übernahm,  in  der  Abtheilung  IV  mit  Hebungen
zur  Ausführung  von  Zeit-  und  Ortsbestimmungen.  Zu  dem  gleichen  Zwecke  war
Herr  Dr.  Uhlig  (jetzt  Regierungs-Meteorologe  für  Deutsch-Ostafrika)  während
der  Monate  September  und  Oktober  in  der  Abtheilung  IV  thätig.  Ferner  wurde
Herr  Kapitänleutnant  a.  D.  Bauendahl  während  der  ersten  Hälfte  des  August
in  der  Vorausberechnung,  Beobachtung  und  Verwerthung  von  Sternbedeckungen,
Sonnen-  und  Mondfinsternissen,  sowie  in  der  Ausführung  allgemeiner  Himmelsphänome
  unterwiesen.  Die  praktische  und  theoretische  Anleitung  für  diese
Hebungen  wurde  in  allen  genannten  Fällen  von  dem  Abtheilungsvorstande  ertheilt.
Herr  Kapitänleutnant  Deimling  vom  Reichs-Marine-Amt  besuchte  während  des
Februars  das  Institut  zum  Zwecke  der  eigenen  Information.
Der  Abtheilungsvorstand  Dr.  Stechert  hielt  sich  in  den  Tagen  vom  17.  bis
20.  Oktober  im  Aufträge  des  Reichs-Marine-Amts  in  Wilhelmshaven  auf,  um  gemeinschaftlich ­
  mit  den  Beamten  des  dortigen  Observatoriums  einen  Lehrplan
für  die  Ausbildung  von  Marine-Offizieren  in  geographischen  Ortsbestimmungen
aufzustellen.  Es  ist  in  Aussicht  genommen,  zwei  gleichzeitige  Kurse  dieser  Art
während  der  Monate  Januar  und  Februar  1901  an  der  Seewarte  und  auf  dem
Observatorium  in  Wilhelmshaven  abzuhalten.  —  Auf  der  Rückreise  von  Wilhelmshaven ­
  besuchte  Dr.  Stechert  die  Werkstätten  der  in  Geestemünde  und  Bremerhaven ­
  ansässigen  Chronometer-Fabrikanten.
Für  die  regelmäfsigen,  meistens  in  drei-  bis  viertägigen  Intervallen  ausgeführten ­
  Zeitbestimmungen,  wurde  bis  Mitte  April  das  auf  dem  Nordthurm  der
Seewarte  aufgestellte  Universal-Instrument  von  v.  Liechtenstein,  und  von  da  ab
            
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