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Full text : Jahresbericht 1900

56

Jahresbericht  der  Deutschen  Seewarte  für  1900.

Wissenschaftliche  Arbeiten  und  Chronik  des  Instituts.
Die  in  früheren  Jahresberichten  erwähnte  Zusammenstellung  der  Ergebnisse
neuerer  geographischer  Ortsbestimmungen  wurde  auch  im  Berichtsjahre  weiter
ergänzt.
Ferner  wurden  ebenso  wie  in  früheren  Jahren  nach  Schlufs  der  Konkurrenz-Prüfung
  einige  Untersuchungen  vorgenommen,  welche  sich  erstens  auf  die  Unterschiede ­
  zwischen  dem  ersten  und  zweiten  Gangtage,  sowie  zweitens  auf  etwaige
Gangveränderungen  der  Chronometer  bei  Aufstellung  in  verschiedener  Richtung
zum  magnetischen  Meridian  bezogen.  Es  lieferte  die  diesmalige  üntersuchungsreihe
  keine  wesentlich  anderen  Resultate  als  in  früheren  Jahren,  und  es  kann
deshalb  bezüglich  dieser  Beobachtungen  auf  die  in  den  früheren  Berichten  mitgetheilten
  Ergebnisse  hingewiesen  werden.  Es  verdient  vielleicht  nur  noch  hervorgehoben ­
  zu  werden,  dafs  bei  diesen  Untersuchungen,  welche  sich  nunmehr  auf
die  Chronometer  der  Konkurrenz  -  Prüfungen  No.  19  bis  No.  28  (1896  bis  1900)
erstrecken,  kein  Instrument  gefunden  worden  ist,  dessen  Gang  wesentlich  durch
den  Erdmagnetismus  beeinflufst  wird.
Aus  einer  längeren  Reihe  von  Sternhöhen  (über  400)  in  der  Nähe  des  Meridians ­
  wurde  die  Polhöhe  des  Nordthurms  der  Seewarte  abgeleitet.  Die  Beobachtungen ­
  waren  während  der  Jahre  1898  und  1899  durch  den  Abtheilungsvorstand,
sowie  durch  die  Herren  Kapt.  G.  Reinicke  und  Dr.  Messerschmitt  mit  Hülfe
des  Universal-Instruments  von  v.  Liechtenstein  ausgeführt  worden;  die  Ergebnisse
der  Rechnung  wurden  in  der  Abhandlung:  „Die  Polhöhe  des  Nordthurms  der
Deutschen  Seewarte“  („Aus  dem  Archiv  der  Deutschen  Seewarte“,  1900,  No.  B)
veröffentlicht.  Ferner  wurde  im  April  1900  durch  eine  kleine  Triangulation  mit
Hülfe  eines  Theodolits  von  Dennert  und  Pape  ermittelt,  dafs  der  Pfeiler  der  Beobachtungshütte ­
  östlich  vom  Gebäude  der  Abtheilung  IV  (Passage-Instrument  von
Bamberg,  s.  unten)  sich  55.88  m  nördlich  und  62.94  m  östlich  vom  Stande  des
Universal-Instruments  auf  dem  Nordthurm  befindet.  Unter  Zuhülfenahme  einiger
weiterer  vom  Hamburgischen  Vermessungsbureau  gütigst  zur  Verfügung  gestellten
geodätischen  Daten  wurden  dann  die  folgenden  geographischen  Koordinaten  für
mehrere  Punkte  des  Seewarten-Terrains  abgeleitet:
Nordthurm  der  Seewarte  (Universal-Instrument  von  v.  Liechtenstein)
(Greenwich)  =  0 h 39 m 53f40  östl.  v .  =  +53°  32'  50T0
Ostthurm  der  Seewarte  (Passage-Instrument  von  v.  Liechtenstein)
(Greenwich)  =  0 h  39 m 53f46  östl.  =  +53°32'49r4
Südthurm  der  Seewarte  (Refraktor  von  Utzschneider  und  Fraunhofer)
X  (Greenwich)  =  0 h 39“B3?40  östl.  < f  =  +53°32'48'.'9
Beobachtungshütte  neben  der  Abtheilung  IV  (Passage-Instrument  von
Bamberg  No.  1263)
X  (Greenwich)  =  0 h 39 m 53?63  östl.  < f  =  +53°32'5U'8
Die  angegebenen  Längen  sind  durch  Anschlufs  an  die  Hamburgische  Sternwarte ­
  ermittelt,  deren  Länge  nach  dem  Berliner  astronomischen  Jahrbuche  zu
0 h  39 m 53?81  östlich  von  Greenwich  angenommen  worden  ist.
Es  wurde  von  dem  Abtheilungs-Vorstande  und  Herrn  Dr.  Messerschmitt
eine  rechnerische  Bearbeitung  der  Beobachtungs-Ergebnisse  an  69  Chronometern
begonnen,  welche  seit  der  11.  Konkurrenz  -  Prüfung  (1887)  mehrfach  zur  Untersuchung ­
  eingeliefert  worden  waren.  Es  soll  durch  diese  Diskussion  ermittelt
werden,  ob  bei  jenen  gröfstentheils  mit  Hülfskompensation  versehenen  Instru ­
            
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