Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1899.
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aus Washington schon bei Winden, die am Erdboden über 7 m p. s. Geschwindigkeit
zeigen, unruhig wird, und auch den Drachen aus Trappes ist es hier nicht ge
glückt, bei Winden von mehr als 10 m p. s. zum brauchbaren Fliegen zu bringen.
In greiseren Höhen können dagegen nach den Berichten des Blue Hill-Obser
vatoriums die dortigen Hargrave-Drachen Winde bis zu 29 m p. s. ohne Schaden
aushalten.
Am 3. Dezember abends rifs, während einer Bause im Einholen des Drachens,
der Draht an der Auheftungsstelle des Instruments; dieses stürzte zur Erde, der
Drache aber tlog mit 300 m Draht über die Stadt hinweg und landete in 5 km
Entfernung unverletzt in der Süderstrafse, Hammerbrook. Der mitgeschleppte
Draht legte sich über die Starkstromleitung der elektrischen Strafsenhahn und
durch den bewirkten Kurzschlufs wurden zwei Pferde, zum Glück nicht sehr er
heblich, beschädigt. Der Schaden am Instrument konnte leicht reparirt werden.
Dieser Vorfall zeigt leider die Nothwendigkeit, die Versuche thunlichst bald aus
dem Netze der Hamburger elektrischen Bahnen hinauszuverlegen. Ein derartiges
Wegfliegen des Drachens ist auf dem Blue Hill, in Trappes und in Washington
wiederholt vorgekommen, hatte aber dort, wegen der einsamen Lage dieser Ver-
suchspuukte, keinerlei bedenkliche Folgen. Während des Versuchs vom 5. Dez.
ist hier keinerlei Versehen vorgekommen und in allen Stücken nach erprobten
Methoden verfahren worden; man wird aber bis zur Verlegung der Station noch
gröfsere Vorsichtsmafsregeln anwenden müssen, als sie an den genannten Orten
üblich sind.
Wegen Erkrankung des dafür angestellten Arbeiters und später auch des
Prof, Koppen konnten die Versuche im Winter nicht fortgesetzt werden, sondern
mau mufste sich begnügen, durch den Bau einer Anzahl von Hargrave-Drachen
und den Umbau der Winde die Versuche des Etatsjahres 1900 vorzubereiteu.
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Dem Assistenten bei der Seewarte Dr. Herr mann fiel, wie seit dem 15. Sep
tember 1898, ein Theil der bisherigen Arbeiten des persönlichen Hülfsarheiters
des Direktors, insbesondere die Registrirung der Eingänge und die Drucklegung
der deutschen überseeischen meteorologischen Beobachtungen zu. Zur Ausgabe
gelangte Band VIII der deutschen überseeischen Meteorologischen Beobachtungen,
während der Druck von Band IX dieser Veröffentlichung in Angriff genommen
wurde. Von den Beobachtungs-Stationen, welche mit der Seewarte unmittelbar
in Beziehung stehen, gingen ein die Beobachtungen für 93 Monate; von der Kaiser
lichen Vermessung im Kiautschou-Gebiet 12 Monate der Beobachtungen in Tsingtau
und 1 Monat der Beobachtungen au 3 Nebenstationen; ferner ein aufserordentlich
umfangreiches Beobachtungsmaterial der unter dem Kaiscrl. Gouvernement von
Deutsch-Ostafrika in diesem Gebiete angestellten meteorolog. Beobachtungen.
Aufser diesen meteorologischen Beobachtungen von Deutsch-Ostafrika gingen
der Seewarte insbesondere folgende überseeische meteorologische Beobachtungs-
Tabellen zu;
Mogador (Marokko), Dezember 1898 bis November 1899.
Saffi (Marokko), Juli bis November 1899.
Kap Palmas, Juli bis Oktober 1899.
Tsingtau, Oktober 1898 bis September 1899.
Zankau, Lizun, Schatzkau, August 1899.
Tschimulpo (Korea), Oktober 1898 bis Juli 1899.
Apia (Samoa-Inseln), Juli 1898 bis Juni 1899.