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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

474 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1893. 
Dr. Schaper der magnetischen Untersuchung unterworfen worden ist, so ergiebt 
sich unter Anrechnung von 73 Stationen für dasselbe eine mittlere Entfernung 
der Stationen von etwa 40 km, wobei nicht immer auf eine gleichmäfsige Dichte 
der Stationen Bedacht genommen werden konnte, so dafs die in Frage stehende 
magnetische Aufnahme als etwa erster Ordnung nach der Definition von 
Dr. Neumayer anzusehen sein würde.‘) 
Der Abhandlung sind drei Karten, die Differenzen in den einzelnen 
Elementen gegen Lübeck darstellend, beigegeben. Die Werthe für die erd- 
magnetische Station in Lübeck und für die Epoche 1885,5 sind in jeder Karte 
am Fuße derselben angegeben, so dafs man für jeden Ort und für die Reduktions- 
epoche den Werth jedes der drei Elemente ableiten kann. 
Die Maschen des Stationsnetzes sind enge genug, um die in dem holsteinschen 
und mecklenburgischen Küstengebiet schon seit Lamont’s Zeiten vermutheten 
gröfseren Störungen im Verlaufe der magnetischen Kurven erkennen zu lassen. 
Auch weiterhin nach Osten treten an der neuvorpommerschen Küste erhebliche 
Unregelmäfsigkeiten in den drei Kurvensystemen auf. Dr. Schaper giebt auf 
Seite 112 bis 118 eine eingehende Analyse der für die einzelnen Elemente sich 
ergebenden Werthe aus den Karten und der an einzelnen Orten durch andere Beob- 
achter, Observatorien etc, bestimmten Werthe; diese Vergleichung ist sehr inter- 
essant und giebt einen Anschlufs der Schaper’schen Vermessung an andere, 
namentlich auch an die von Herrn Staatsrath Fritsche in den Jahren 1885, 
1887, 1888 unter Anderem im Lauenburgischen ausgeführten Vermessungen.?) 
Hinsichtlich dieser letzteren sei nur bemerkt, dals die Resultate derselben in 
einer Abhandlung in „Petermann’s Mittheilungen“ enthalten sind. 
Die Bestimmung der erdmagnetischen Elemente durch Dr. Eschen- 
hagen wurde an 40 Orten, wie der Titel der Abhandlung besagt, im nord- 
westlichen Deutschland ausgeführt. In diesem Falle diente das magnetische 
Observatorium in Wilhelmshaven als Basis, die Zurückführung auf eine einheit- 
liche Epoche geschah mit Bezug auf 1888,55. Eine Untersuchung der Lokal- 
einflüsse um das genannte Observatorium, welche im Sommer des Jahres 1886 
ausgeführt wurde, vervollständigt die magnetischen Aufnahmen in zweckmäßiger 
Weise. Die Geschichte der Reisen in den Jahren 1887 und 1888 leitet die 
magnetische Vermessung des nordwestlichen Deutschlands, welche mit den Beob- 
achtungen auf Wangeroog am 17. August beginnt, in übersichtlicher Weise ein. 
In einem zweiten Theil giebt Dr. Eschenhagen (Seite 6 bis 10) alle Einzel- 
heiten über Instrumente und Beobachtungsmethoden, sowie in einem weiteren 
Abschnitte (111) die Ableitung der Instrumental-Korrektion und Konstanten. Wichtig 
macht diese Aufnahme u. a. auch der Umstand, dafs Dr. Eschenhagen sich 
bestrebte, überall da zu beobachten, wo er einen Anschlufs an frühere Beob- 
achtungsreihen, wie an jene von Lamont und von dem Observatorium von 
Göttingen, erzielen konnte. Dadurch wird die Aufnahme noch besonders geeignet, 
eine Untersuchung über die Säkular-Aenderungen der magnetischen Elemente 
auszuführen, welchem Gegenstande denn auch für die Epoche 1858 bis 1888 eine 
eingehende Behandlung im Abschnitt VI (Seite 42 und ff.) gewidmet ist. Wenn 
es auch nach neueren Untersuchungen über diesen wichtigen Gegenstand zweifellos 
ist, dafs man von einer gleichmäfsigen Veränderung der Werthe der erd- 
magnetischen Elemente innerhalb einer Epoche, wie die von 1858 bis 18588 nicht 
wohl sprechen kann, so hat die Ableitung solcher Mittelwerthe der Säkular- 
Aenderung doch einen nicht zu unterschätzenden Werth. 
Dr. Eschenhagen®) giebt ferner eine genaue Darlegung über die Methode 
der Berechnung der Beobachtungen und dabei so viele Einzelheiten, dafs man 
eine vollkommene Einsicht in diese Methoden gewinnen kann. KEine Wieder- 
1) Dr. Neumayer: Ueber die Bedeutung und Ziele erdmagnetischer Landesvermessungen, 
Verhandlungen des IX. Deutschen Gengraphentages zu Wien (1891), S. 21 u. ff. 
2) Astronomisch-geographische und erdmagnetische Beobachtungen, ausgeführt an 21 im euro- 
päischen Russland und nördlichen Deutschland gelegenen Orten in den Jahren 1885, 13886 und 1887 
von Dr. H. Fritsche, „Petermann’s Mittheilungen“, Jahrgang 1888, S. 13 u. 48 bezw. S, 53. 
8) Ergänzend auch in Dr. M. Eschenhagen: Erdmagnetische Beobachtungen zu Wilhelms- 
haven, am Kaiserlichen Marine-Observatorium und in der Nachbarschaft desselben zur Untersuchung 
des Lokaleinflusses. „Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte“, Jahrg. XVI, No. 6.
	        
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