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Full text: Jahresbericht 1898

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Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1898. 
Dr. Stechert beobachtete im Laufe des Jahres eine Anzahl Sternbedeckungen 
(meistens am Kometensuchor der Sternwarte), sowie die Mondfinsternisse 1898 
Januar 7 (am Dollond der Sternwarte), Juli 3 (am Kometensucher der Stern 
warte) und Dezember 27 (am grossen Fernrohr der Seewarte). Während dieser 
Finsternisse wurden zusammen etwa 60 Antritte und Austritte von Kratern notirt; 
leider gelang es bei der zuletzt erwähnten Finsteruiss in Folge der ungünstigen 
Witterung nicht, die während der Totalität stattfindenden Sternbedeckungen zu 
beobachten. Kapt. Reinicke beobachtete die Mondfinsternisse 1898 Juli 3 und 
Dezember 27 mit dem grossen Fernrohr der Seewarte, bezw. mit dem Fernrohr des 
Universal-Instruments. — Die von beiden Beobachtern erhaltenen Resultate werden, 
wie in früheren Fällen, in den „Astronomischen Nachrichten“ zum Abdruck gelangen. 
In Folge der Verfügung des Reichs-Marine-Amts fand während der Tage vom 
21. bis 23. März des Berichts-Jahres die dritte Chronometer-Konferenz im Sitzung 
saale der Seewarte statt. Zu derselben waren als Mitglieder folgende Herren 
berufen worden; 
Wirklicher Geheimer Admiralitätsrath und Direktor der Seewarte Prof. Dr. 
Neumayer, als Vorsitzender der Konferenz, 
Kapt. z. S. und Vorstand der Nautischen Abtheilung im Reichs-Marine-Amt 
Graf von В and i s s i n, 
Wirklicher Admiralitätsrath im Reichs-Marine-Amt Kapt. z. S. a. D. Rottok, 
Navigations-Direktor der Werft zu Kiel Korv.-Kapt. z. D. Ferber, 
Admiralitätsrath und Direktor des Marine-Observatoriums zu Wilhelmshaven 
Prof. Dr. Borgen, 
Vorstand des Marine-Chrouometer-Observatoriums zu Kiel Korv.-Kapt. a. D. 
Nees von Esenbeck, 
Assistent der Abtheilung IV der Seewarte Dr. Stechert (in Vertretung des 
durch Krankheit behinderten Abtheilungs-Vorstands), 
Chronometerfabrikant F. Dencker aus Hamburg, 
Chronometerfabrikant E. Brödring aus Hamburg. 
Aufserdem nahm das Direktionsmitglied der Seewarte Kapt. z. S. a. D. Meuss 
an den Sitzungen theil. — Die Berathungen der Konferenz hatten in erster Linie 
den Zweck die Frage zu erörtern, ob es möglich sein werde, durch geeignete 
Veränderungen der Bedingungen für die Zulassung zu den Chronometer-Koukurrenz- 
Prüfungen, sowie durch Veränderung des Systems der Prämirung die rein deutsche 
Chronometer-Industrie mehr als bisher zu unterstützen und zu heben. Auch 
gelangten die von den betheiligten Chronometer-Fabrikanten eingereichteu Vor 
schläge für die Errichtung einer staatlich zu subventionirenden Fabrik für Chrono 
meter-Rohwerke zur Diskussion. Zweitens wurden mehrere Aenderungeu bezüglich 
der Ableitung und der Grenzwerthe der für die Güte der Instrumente mafsgebenden 
Zahlen В und C besprochen. Drittens handelte es sich darum, ob die Bedingungen 
für die Zulassung zu den Taschenuhren-Prüfungen, ebenfalls zum Zwecke des 
vermehrten Schutzes und zur Förderung der deutschen Industrie auf diesem Gebiete, 
umzugestalten seien. — Nachdem die von der Konferenz gemachten Vorschläge 
dem Reichs-Marine-Amt vorgelegt worden waren, sind von demselben folgende 
wesentliche Aenderungeu gegenüber den bisher bestehenden Zulassungs- und 
Beurtheilungsnormen festgesetzt werden. 
Es steht jedem im Gebiete des Deutschen Reiches ansässigen Uhrmacher, 
welcher sich als solcher durch Lehrbriefe oder Zeugnisse von Uhrmacherschulen 
ausweist, frei, bis zu lü Chronometern zur Konkurrenz-Prüfung eiuzulieferu ohne
	        
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