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Full text: Jahresbericht 1898

J aliresbericlit der Deutschen Seewarte für 1898. 
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Konferenz (s. nuten) festgestellten Normen vorgeuommen. Die Resultate dieser 
Rechnungen, sowie die sich hieraus ergehende neue Rangfolge der Chronometer 
werden im Anschlüsse an den Bericht über die 22. Konkurrenz-Prüfung in den 
„Annalen der Hydrographie u. s. w.“ zum Abdruck kommen. 
Die in den früheren Jahres-Berichten erwähnten, an den Konkurrenz-Chrono 
metern nach Schluss der Prüfung vorgenomracnen Untersuchungen, welche sich 
erstens auf die Gangunterschiede zwischen dem ersten und zweiten Gangtage, 
sowie zweitens auf etwaige Gangveränderungen bei Aufstellung der Chronometer 
in verschiedener Richtung zum magnetischen Meridian beziehen, wurden auch im 
Berichts-Jahre fortgesetzt. Es lieferte die diesmalige Untersuchungsreihe keine 
wesentlich anderen Resultate als in früheren Jahren, und es kann deshalb be 
züglich dieser Beobachtungen auf die im vorigen Jahres-Berichte mitgetheilten 
Ergebnisse hingewiesen werden. Eine Veröffentlichung der Resultate dieser mehr 
jährigen Beobachtungen in den „Annalen der Hydrographie u. s. w.“ ist in Aus 
sicht genommen. 
Im April des Berichts-Jahres wurde das auf dem Nordthurm der Seewarte 
aufgestellte von Liechtensteinsche Universal-Instrument durch den Mechaniker 
A. Koelling (Hamburg) auseiuandergenommen und einer gründlichen Durchsicht 
unterzogen. Ausserdem wurde der Okularkopf des Instrumentes in der Weise um 
gearbeitet, dafs derselbe jetzt nach Belieben um 90° gedreht werden kann; es 
ist hierdurch die Möglichkeit gegeben, das am Okularkopf befindliche Mikrometer 
nicht allein zur Messung von Azimutaldiffereuzen, sondern auch im Sinne der 
Höhe zu benutzen. — Nach Fertigstellung des Instruments und einiger Neben 
apparate (Chronograph u. s. w.) nahmen Dr. Stechert und Kapt. Reinicke zu 
nächst eine sorgfältige Bestimmung der Instrumentalkonstanten vor und führten 
alsdann eine Anzahl Beobachtungsreihen zum Zwecke der Polhöhenbestimmung 
nach verschiedenen Methoden aus. Es wird beabsichtigt, diese Beobachtungen 
auch noch während des Jahres 1899 fortzusetzen und soll alsdann ein zusammen 
fassender Bericht hierüber gegeben werden. 
Aufserdem wurden von Kapt. Reinicke am Universal-Instrument regel 
mässige Zeitbestimmungen nach der Methode der Beobachtung in gleicher Höhe 
(45°) vorgenommen, und zwar wurde besonders darauf gesehen, dafs diese Zeit 
bestimmungen möglichst gleichzeitig mit den von Dr. Stechert am Meridian 
kreise der Sternwarte ausgeführten stattfanden. Beide Reihen zeigten eine sehr 
befriedigende Uebereinstimmuug. Es ergaben sich, abgesehen von einer kleinen 
konstanten Differenz, als Stände der von beiden Beobachtern benutzten Normal 
uhr A. Kittel Nr. 55 Worthe, welche im allgemeinen innerhalb 0?10 mit einander 
übereinstimmten. Nur an zwei Abenden wurde dieser Betrag um ein Geringes 
überschritten (Abweichungen 0?14 rcsp. 0?15), doch findet dies dadurch eine aus 
reichende Erklärung, dafs in dem einen Falle äusserst ungünstige atmosphärische 
Verhältnisse stattgefunden hatten und in dem anderen Falle eine korrespondirende 
Zeitbestimmung am Meridian-Instrument der Sternwarte nicht ausgeführt werden 
konnte; es war also für letzteren Fall nothwendig, den Stand der Normaluhr 
innerhalb eines mehrtägigen Intervalls zu interpoliren. — Zur Erleichterung der 
Reduktionen wurden nach den Angaben von Dr. Stechert eine Reihe von Hülfs- 
tafeln für die Polhöhe des Nordthurms berechnet. Unter Benutzung dieser 
Tafeln lässt sich nunmehr eine Zeitbestitnmuug aus Beobachtungen in 45° Höhe 
in kürzerer Zeit reduziren als eine Zeitbestimmung, welche aus Beobachtungen 
im Meridian gewonnen worden ist.
	        
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