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Full text: Jahresbericht 1898

Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1898. 
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Unbequemlichkeiten zurückzuführen. Es wäre zu erwarten* dass die Inanspruch 
nahme eine wesentlich grössere werden würde, wenn die Seewarte über eine Motor- 
Barkasse zum Abholen der Chronometer verfügen könnte. 
Von Uhrmachern wurden der Abtheilung IV, ausser den für die Konkurrenz- 
Prüfung und für die regelmässigen Taschenuhren-Prüfungen bestimmten Instru 
mente, 17 Chronometer und Pendeluhren zur Prüfung übergeben. Endlich wurden 
auf Ansuchen von staatlichen und privaten wissenschaftlichen Instituten sowie 
von Eorschungsreisenden 12 Chronometer, darunter eine Anzahl in mehreren ge 
trennten Beobachtungsserien, untersucht. — Bei Rückgabe der Chronometer 
wurden den Eigenthümern, sofern die Untersuchung hierfür geeignet erschien, die 
Temperatur-Koeffizienten bezw. Temperatur-Tabellen mitgetheilt. 
Chronometer-Konkurrenz-Prüfung. 
An der in der Zeit von 1897 November 14 bis 1898 April 23 abgehaltenen 
21. Konkurrenz-Prüfung von Marine-Chronometern betheiligten sich 9 Fabrikanten 
durch Einsendung von 37 Chronometern (gegen 27 im Vorjahre). Aufserdem wurden 
noch 7 Instrumente, welche aufser Konkurrenz von deutschen und schweizer 
Fabrikanten eingeliefert worden waren, in die Prüfung eingestellt. — Die Vertheilung 
der konkurrirenden Instrumente auf die einzelnen Klassen war folgende: 
Klasse 
1 
II 
III 
IV 
Anzahl der Chronometer. . 
15 
13 
3 
5 
Prozentische Vertheilung . 
41% 
35% 
8% 
14% 
Es ist bei der diesmaligen Prüfung eine erheblich grössere Anzahl Instru 
mente als in früheren Jahren in die beiden ersten Klassen gelangt; dieses Er 
gebnis ist zum Theil jedenfalls dem Umstande zuzuschreiben, dass in Folge 
des milden Winters die Prüfung bei den tiefen Temperaturen nicht vollständig 
strenge hat durchgeführt werden können. Die Erfahrung während früherer Jahre 
hat gezeigt, dafs die grössten Gangabweichungen bei vielen Chronometern gerade 
während der 5°-Dekaden aufgetreten sind. Der Fortfall der strengen Kälteprüfung 
hat deshalb in diesem Falle zweifellos dazu beigetragen, das Gesammtresultat 
wesentlich günstiger erscheinen zu lassen. — Ferner ist bei der vorerwähnten 
Prüfung bemerkenswert!!, dafs in nicht weniger als 11 Fällen ein Herabsetzen 
eines Instruments in eine Klasse von höherer Ordnungszahl wegen eines be 
deutenden Werthes der Acceleration hat stattfinden müssen. Diese Thatsache ist 
darauf zurückzuführen, dafs die Bestände der Fabrikanten an älteren Instrumenten 
in Folge der bedeutenden Ankäufe der Kaiserl. Marine während der letzten Jahre 
erschöpft waren; es wurde deshalb eine grofse Anzahl neuer Chronometer ein 
geliefert, welche erfahrungsgemäss bei richtiger Härtung der Spirale meistens 
noch mit einer beträchtlichen Acceleration behaftet zu sein pflegen. — Die vom 
Reichs-Marineamt ausgesetzteu Prämien wurden den 6 ersten Chronometern der 
ersten Klasse zuerkannt. Sämmtliche 15 Chronometer der ersten Klasse, sowie 
die ersten 8 Chronometer der zweiten Klasse wurden für die Kaiserl. Marine an 
gekauft. Aufserdem gingen auf diesseitigen Vorschlag zwei Chronometer der 
Prüfung in den Besitz der Sternwarte zu Nicolaicw in Russland über. 
Am 19. November des Berichts-Jahres begann die 22. Chronometer-Kon 
kurrenz-Prüfung, an welcher sich 8 Fabrikanten durch Einsendung von zusammen 
45 Chronometern betheiligten. Die Bedingungen für die Zulassung zu dieser 
Prüfung sind im Gegensatz zu denjenigen der Vorjahre wesentlich verändert 
(s. unten), und cs wird in Zukunft die Prämienvertheiluug auf Instrumente rein
	        
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