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Full text: Jahresbericht 1897

Jahresbericht der Deutschen Seewarte fur 1S97. 
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Wissenschaftliche Arbeiten. 
Die in den vorigen Jahres-Berichten erwähnte Zusammenstellung der Er 
gebnisse neuerer geographischer Ortsbestimmungen wurde auch im Berichts-Jahre 
weiter ergänzt. Für die 2. Auflage des Segelhandbuches des Atlantischen Ozeans 
wurden auszugsweise diejenigen im Bereiche dieses Meeres liegenden Positionen 
zusammengestellt, bei welchen man die für nautische Zwecke erforderliche Sicher 
heit der Bestimmung voraussetzen darf. 
Während der ersten Monate des Berichts - Jahres beschäftigte sich der 
Assistent der Ahthcilung IV, Dr. Stechert, mit der Berechnung und Druck 
legung von Tafeln für die Vorausberechnung der Sternhedeckungen. Diese 
Tafeln gelangten in dem Sammelwerke „Aus dem Archiv der Deutschen See 
warte“ (Jahrgang 1896, No. 4) zum Abdruck. Im Anschlüsse hieran wurden von 
demselben Verfasser die Konstanten für die im Jahre 1898 stattfindenden Stern 
bedeckungen in den „Annalen der Hydrographie u. s. w.“ veröffentlicht. — Dr. 
Stechert beschäftigte sich ferner damit, die den erwähnten Tafeln zu Grunde 
liegenden Ilechnungs-Vorschriften auch auf die genäherte Vorausberechnung der 
Sonnen- und Mondfinsternisse zu übertragen; es besteht die Absicht, auch diese 
Arbeit im „Archiv der Seewarte“ zu veröffentlichen. 
An den in der 20. Konkurrenz-Prüfung untersuchten Instrumenten wurden, 
ähnlich wie im Vorjahre, nach Beendigung der eigentlichen Prüfungszeit einige 
chronometrische Studien ausgeführt, welche sich erstens auf die Gangunter 
schiede zwischen dem ersten und zweiten Gangtage, sowie zweitens auf etwaige 
Gangveränderungen bei der Aufstellung der Chronometer in verschiedener Rich 
tung zum magnetischen Meridian bezogen. Trotzdem es wünschenswert!! er 
scheint, dafs diese Untersuchungen zur Erlangung eines ausgedehnteren Materials 
auch noch während der nächsten Jahre fortgesetzt werden, möge hier in Kürze 
über die bisherigen Resultate berichtet werden. Es hatte sich besonders bei 
denjenigen Chronometern der 19. Konkurrenz - Prüfung, welche ohne Schnecke 
(mit gezahntem Federhause) konstruirt waren, gezeigt, dafs der Gangunterschied 
zwischen dem ersten und zweiten Gangtage zum Theil sehr beträchtlich war. 
Da den betheiligten Fabrikanten von dieser Beobachtung Mittheilung gemacht 
worden war, so wurde bei der Reglage der Chronometer für die 20. Konkurrenz- 
Prüfung auf diesen Punkt besondere Sorgfalt verwendet. Es zeigte sich in der 
That, dafs bei letzteren Chronometern, soweit sie der oben erwähnten Gattung 
angehörten, die Abweichungen bedeutend geringer geworden waren. Freilich 
waren die Unterschiede im Durchschnitt immer noch gröfser als bei den mit 
einer Schnecke versehenen Instrumenten. — Man kann wohl annehmen, dafs die 
bei den Chronometern der letzteren Gattung auftretendeu Unterschiede haupt 
sächlich auf kleine Fehler beim Schneiden der Schnecke zurückzuführen sind; 
es wird deshalb nicht ohne praktischen Werth sein, wenn statistisch während 
der nächsten Jahre besonders an den besten während der Konkurrenz - Prüfung 
untersuchten Chronometern festgestellt wird, in welchem Sinne die Abweichungen 
zu liegen pflegen. — Recht gering waren im allgemeinen die Gangunterschiede 
bei Aufstellung der Chronometer in verschiedenen Azimuten. Es läfst sich des 
halb wohl annehmen, dafs der Erdmagnetismus erst dann im Stande ist auf den 
Chronometergang wesentlich störend einzuwirken, wenn die Stahltheile des In 
struments sehr bedeutend mit permanentem Magnetismus behaftet sind. 
Im Anschlüsse an den Bericht über die 20. Konkurrenz - Prüfung wurden 
ferner die Werthc der Temperatur-Koeffizienten für die in jener Prüfung unter
	        
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