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Full text: Jahresbericht 1896

Jahresbericht der Deutschen Socwarte für 1896. 
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(magna cum laude) bestandenem Examen rigorosum die philosophische Doktor 
würde. Im Frühjahre des nächsten Jahres unternahm Wiese, nachdem er als 
Lehrer für die in Rostock neu zu errichtende Navigationsschule in Aussicht ge 
nommen war, zwecks Vorbereitung auf seine künftige Thätigkeit eine Seereise 
nach Archangel und Bordeaux mit dem Rostocker Schifte „Johannes Kepler“, 
welches damals unter Führung des Kapitäns, jetzigen Lootsen-Kommandeurs Jantzen 
in Warnemünde stand. Wiese begab sich darauf nach Paris zur Fortsetzung und 
Vervollständigung seiner Studien und trat dann im Herbst 1854 als erster Lehrer 
bei der unter dem Direktorat des Prof. Dr. H. Karsten stehenden Navigationsschule 
in Rostock ein. Nach Ableben des letzteren ward er dessen Amtsnachfolger am 
17. Oktober 1877, während er schon — wie oben bemerkt — am 27. August des 
selben Jahres die Agentur der Seewarte übernommen hatte. Aus Anlafs der 
Reichsprüfungs-Ordnung vom Jahre 1870 wurde er zum Mitgliede der grofsherzog- 
lichen Kommissionen für die Prüfung der Seesteuerleute und Seeschiffer in Rostock 
berufen. 
Herr Dr. Wiese hatte während seines ganzen Lebens ausserordentlich fleifsig 
an der Vervollkommnung in physikalischen und mathematischen Studien gearbei 
tet, was — wie die Direktion dies dankbarst anerkennt — im Laufe der Jahre 
sehr zum Vortheil der Förderung der Aufgaben der Seewarte gereichte. Ganz 
besonders verdienstvoll war seine Thätigkeit als Lehrer, indem er seine ihm dank 
barst ergebenen zahlreichen Schüler in die neuere Richtung der Navigation cin- 
fübrte. Der Eisen-Schiffbau, der eine Zeit auf den Werften in Rostock in hoher 
Blüthe stand, wurde durch die eingehenden Arbeiten Dr. Wiese’s auf dem Gebiete 
der Deviationsichre erheblich in seinen Bestrebungen gefördert. Der strenge 
wissenschaftliche Sinn, verbunden mit einer gediegenen praktischen Erfahrung, 
machte Herrn Dr. Wiese zu einem der werthvollsten Mitarbeiter der Seewartc und 
wird die Direktion derselben seinen Namen stets in hohen Ehren halten. 
3. Besuche auf der Zentralstelle zu Zwecken des Studiums und 
der Besichtigung der Einrichtungen. 
Am 28. August besuchte Se. Excellenz der Herr Staatssekretär dos Reichs- 
Marine-Amtes, Admiral Hollmann, die Seewarte und besichtigte sie in allen 
ihren Theilen. In seiner Begleitung befand sich Herr Kapt. z. S. von Prittwitz, 
Vorstand der nautischen Abtheilung des Reichs-Marine-Amtes. 
Am 12. Dezember besuchte Herr Kontre-Admiral Plüddemann, Vorstand 
der nautischen Abtheilung, die Seewarte. 
Bei Gelegenheit der Feier des 70. Geburtstages des unterfertigten Direktors, 
am 21. Juni des Berichts-Jahres, wurde die Seewarte durch zahlreiche Besuche 
von nah und fern geehrt. 
Ferner sind von Besuchern die folgenden zu nennen: Am 27. September 
beehrte Se. Königliche Hoheit Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg mit 
seiner Frau Gemahlin die Seewarte mit einem Besuch und nahm die Einrichtung 
derselben in eingehender Weise in Augenschein. Am 22. Januar besuchte der 
Kaiserl. Legationsrath Graf Grenneville und Frau Gemahlin mit dem k. u. k. 
Generalkonsul von Stephani das Institut; Dr. P. Ehrenreich-Berlin; Lieute 
nant z. S. v. Bosse-Wilhelmsbaven; Frau Oberst v. Bosse-Hamburg; Dr. Fritz 
Tetens; Candidat Lutsch mit 20 Zöglingen des Rauhen Hauses-Hamburg; Kontre- 
Admiral Diedrichs-Bcrlin; Betriebs-Sekretär Hell er-Strafsburg i. E.; Rein 
hardt, Offizier, Berlin; Dr. L. Fassig vom Wetter-Bureau in Washington;
	        
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