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Full text: Jahresbericht 1894

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Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1894. 
II. Zur Geschichte der Deutschen Seewarte. 
1. Allgemeines. 
Die Geschichte der Deutschen Seewarte während des Berichts -Jahres hat 
besonders hervortretende Momente nicht aufzuweisen. Die Neueinrichtungen ent 
wickelten sich nach und nach in dem ursprünglich denselben angewiesenen Rah 
men. Es bezieht sich dies besonders auf die Stellung der Kaiserlichen Küsten- 
Bezirksämter zu den Organen der Deutschen Seewarte. Es war zunächst das 
Augenmerk der Direktion darauf gerichtet, die Beziehungen zu diesen Einrich 
tungen so zu gestalten, dal's sie den wohlgeordneten Betrieb der Seewarte nicht 
schädlich zu beeinflussen vermochten. Die Abtrennung der Verwaltung der Signal- 
steilen an der deutschen Küste von der Verwaltung der Seewarte mufste in solcher 
Weise sich vollziehen, dafs die Technik des Stnrmwarnimgswesens nicht beein 
trächtigt werden konnte. Es wird der Zukunft Vorbehalten bleiben müssen, zu 
entscheiden, inwiefern dies als gelungen bezeichnet werden darf. Im allgemeine« 
läfst sich nur so viel sagen, dafs der durch die bezoichneten Umwandlungen we 
sentlich komplizirter gewordene Geschäftsgang ohne erheblichen Nachtheil für 
die Arbeiten des Institutes clurchgoführt werden konnte. 
Erwähnt sei noch, dafs mit dem neuen Etatsjahre die bisher in der Seewarte 
in Thätigkeit befunden gewesenen Küsien-Bezirksämter 4 und 5 nach Bremerhaven 
verlegt worden sind und damit das Direktions-Mitglied Kapitän zur See z. D. 
H. Chüden die interimistische Verwaltung dieser Aemter niederlegte. 
In dem Personale der Hauptagenturen der Seewarte gingen wesentliche Ver 
änderungen vor; die langjährigen Vorsteher dieser Zweigorgane der Seewarte, 
Ob ersten ermann a. D. Lothes und Kapitän Gutke.se traten in den Ruhestand 
und legten die Leitung der Aemter, welche sie mit Geschick, Takt und Hingabe 
nahezu vom Beginne der Seewarte an geführt hatten, nieder. Es ist nur eine 
Pflicht, diesen Beamten an dieser Stelle für die Dienste, welche sie der deutschen 
Seefahrt und den Arbeiten der Seewarte in ihren Aemteru geleistet, den wärm 
sten Dank ausznsprechen. Die Hauptagentur in Stettin blieb in den Händen des 
Kapitän Romberg, welcher als Civil-Mitglied des Küsten - Bezirksamtes und 
unter der Leitung des Küsten-Inspektors seine Obliegenheiten zu erfüllen hatte. 
2. Wissenschaftliche Konferenzen, welche für die Thätigkeit, der Seewarte 
von Bedeutung waren. 
Im Laufe des Berichts-Jahres fänden wissenschaftliche Konferenzen im Be 
rufskreise der Seewarte nicht statt; Der Direktor besuchte in privater Eigen 
schaft die Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte im September iu 
Wien uud hielt mehrere Vorträge daselbst über Materien, welche das Arbeits 
gebiet der Seewarte berühren. In erster Linie wurde den Interessen der erd 
magnetischen Forschung, sowie jenen der maritimen Meteorologie Rechnung ge 
tragen. 
Anschliefsend an die Versammlung der deutschen Naturforscher uud Aerzte 
in Wien führte der Direktor eine Informationsreise nach Pola und Fiume aus. 
Durch -das Entgegenkommen der k. und k. Marine-Behörden wurde es ihm mög 
lich, die vorzüglichen Einrichtungen, die in den genannten Orten zur Pflege der
	        
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