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Volltext : Jahresbericht 1894

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Jahresbericht  der  Deutschen  Seewarte  für  1894.

b.  Inspiziruug  der  Nebenstellen  zu  teclmiscben  Zwecken.
Die  Nebenstellen  der  Seewarte  wurden  in  diesem  Jalire  von  folgenden  Beamten ­
  inspizirt:
1)  Der  Direktor  begab  sich  im  Februar  und  März  nach  Pillan  und  Neufahrwasser ­
  zur  üebergabe  von  Instrumenten  an  den  Lootsen-Kommandeur
Köthner  und  zur  Besichtigung  der  früheren  Hauptageutur;  ferner  im  März
nach  Bremerhaven  zur  Besprechung  mit  dem  damaligen  Vorsteher  der  Hauptagentur ­
  wegen  Ermittelung  eines  geeigneten  Nachfolgers  desselben  als  Mitglied ­
  des  dortigen  Küstenbezirksamts.
Im  August  reiste  der  Direktor  nach  Helgoland  zur  Inspiziruug  der
Signalstelle,  im  September  nach  Stettin  zur  Besichtigung  des  Küateubezirksamts
  II  als  Hauptageutur.  Hieran  scblofs  sich  im  November  eine  Besprechung ­
  in  Kiel  mit  dem  Professor  Weber  wegen  der  Instruktion  der  Prüfung
von  Positionslateruen,  während  im  Dezember  im  Beisein  des  Direktors  die
üebergabe  der  Instrumente  und  Bestände  der  Normal-Boobachtungs-Station
in  Keitum  an  den  Nachfolger  des  Schiffskapitäns  Loreuzen,  Uhrmacher
'  Jörge  usen  stattfand.
2)  Der  Vorsteher  der  Abtbeilung  II,  Admiralitätsrath  Koldewey,  begab  sich
im  Juni  nach  Bremerhaven  behufs  üebergabe  der  Instrumente  und  Bestände
der  früheren  Hanptagentur  an  das  dortige  Küstenbezirksamt  V  als  Hauptagentur
  der  Seewarte.
3)  Der  Vorsteher  der  Abtbeilung  III,  Prof.  Dr.  van  Bebber,  inspizirtc  im
Juni  und  Juli  die  Nebenstellen  der  Seewarte  bezw.  die  Signalstellen  in  Friedriebsort,
  Sehloimüude,  Flensburg,  Keitum,  Helgoland,  Borkum,  Wilhelmshaven ­
  und  Kiel.  An  den  letzten  beiden  Orten  wurden  gleichzeitig  die  Normal-Instrumente
  der  betreffenden  Werften  verglichen.
4)  Dr.  Grofsmann,  Assistent  in  Abtbeilung  111,  reiste  zur  Inspiziruug  der
Signalstelleu  nach  Memel,  Neufahrwasser,  Rügenwaldermünde,  Thiessow,
Arcona,  Darsserort,  der  Normal-Beobachtungsstationen  Swinemünde  und
Wustrow,  und  nach  Danzig  zur  Vergleichung  der  Normal-Instrumente  der
dortigen  Werft.
5)  Der  Vorsteher  der  Hauptageutur  der  Seewarte  in  Hamburg,  Scbiffskapitän
Krause,  wurde  im  März  nach  Bremerhaven  zur  einstweiligen  üebernabme
der  Bestände  der  Hanptagentur  von  dem  aus  dein  Dienst  scheidenden  bisherigen ­
  Vorsteher  Gutkese  entsandt,  und  führte  bis  im  Juni  vertretungsweise ­
  die  Geschäfte  eines  Mitgliedes  des  dortigen  Küstenbezirksamtes,  in
welchem  Monat  er  nach  Hamburg  in  seine  alte  Stellung  zurückkebrte.

Die  Thätigkeit  der  in  der  Seewarte  aufgestellten  und  seit  Ostern  1883  in
Betrieb  gesetzten  lithographischen  Presse  umfafste:
1)  Die  Herstellung  der  täglichen  autograpbirteu  Wetterberichte  der  Seewarte,
bei  einer  Auflage  von  276  Exemplaren,  100  375,  auf  4  Seiten  bedruckt.
2)  Die  täglichen  synoptischen  Wetterkarten  für  den  Nordatlautischen  Ozean  für
365  Tage  erforderten  bei  einer  Auflage  von  100  Exemplaren  36  500  Karten.
3)  Korrekturen  für  die  Wetterberichte  der  See  warte  erforderten  7000  Seiten.
4)  Formular-Abdrücke  für  den  Sprung’scben  Barographen,  zum  Einträgen  der
Barographen-  und  Thermographen-Kurven,  waren  300  Abdrücke  notbwendig.
            
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