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berg erblickte, kam wieder SE-Wind durch, mit welchem man nördlich auf-
steuern konnte. ;
Am 9. März wurde mit Südwind der Parallel von 30° Süd in 11,8° O-Lg
geschnitten; das Schiff hatte sich 17 Tage südlich von demselben befunden.
Im Gebiete des SE-Passats, dessen polare Grenzlinie in der Nähe von 30° S-Br
gekreuzt worden war, erreichte der „R. C. Rickmers“ 20° S-Br in 0,7° O-Lg
am 16. März. ” Am 19. März traf man in Sicht von St. Helena auf westlichen
Wind, der, von leichter Mallung gefolgt, den Fortgang der Reise um mehrere
Tage verzögerte,
Am 28. März kreuztedas Schiff bei frischem Passat 10° S-Br in 15,1° W-Lg,
und am 3. April wurde in 23,6° W-Lg der Aequator passirt.
Nicht weit nördlich desselben in 0,7° N-Br lag die äquatoriale Grenze
des Passats; : es folgten vier Tage der Mallung, bis man am 7. April in
5,4° N-Br und 26° W-Lg die südliche Grenze des NE-Passats erreichte. Frisch
wehend führte dieser Wind darauf das voll und beisteuernde Schiff nach Norden.
Man schnitt 10° N-Br- am 10. April in 31° W-Lg, 20° N-Br am 13. April in
37,5° W-Lg, und nachdem am 16. April in 26° N-Br und 40,6° W-Lg. der
Passat geendet hatte, 30° N-Br in 39° W-Lg am 18. April. In 35° N-Br hielt
nordöstlicher Wind den „R. C. Rickmers“ wieder einige Tage zurück, ebenso
nahe vor den Aussengründen ein frisch wehender Ostwind. Sonst traf man
nördlich von 30° N-Br meist westliche Winde an, und am 9. Mai erreichte das
Schiff. den Kanal nach einer 104tägigen Reise vom südlichen Eingange der
Sunda-Strasse ab.
Ende September 1877 hatte der „R. C. Rickmers“ eine neue Reise von
Newport nach Hongkong angetreten. Am 2. August befand sich das Schiff
in 48,9° N-Br und 81° W-Lg, als hier mit der Führung des meteorologischen
Journals wieder begonnen wurde. Bei veränderlichen Winden steuerte. man
südwärts, kreuzte 40° N-Br in 13,5° W-Lg am 8. August, 30° N-Br in 20,6°
W-Lg am 16. August und erreichte am 20. August in 26,6° N-Br und 21° W-Lg
das Gebiet des regelmässigen NE-Passats. Beim Durchsegeln desselben wurde
20° N-Br in 25° W-Lg am 24. August und in 12,9° N-Br. und 26,6° W-Lg
am 27. August seine äquatoriale Grenze überschritten, In 11,7° N-Br kam .west-
licher, anfangs beständig wehender Monsun durch, der, nachdem er das Schiff
bis zum 7. September nach 3,2° N-Br in 19° W-Lg geführt hatte, in den SE-
Passat überging; am 9. September passirte der „R. C. Rickmers“ in 24,5° W-Lg
die Linie nach 40tägiger Reise vom Abgangshafen ab.
Im Südlichen Atlantischen Ocean gelangte das Schiff nach 10° S-Br in
29,3° W-Lg am 13. September, nach 20° S-Br in 29,8° W-Lg am 17. September
und nach 30° S-Br in 16,5° W-Lg am 24. September. Die polare‘ Grenze des
sehr frisch wehenden Passats lag in 19,8° S-Br; südlich derselben folgten
frische Winde, die sich vorherrschend in nordöstlicher Richtung hielten. Ohne
eigentlichen Westwind angetroffen zu haben, segelte der „R. C. Rickmers“ mit
nördlichem Winde am 30. September über den Meridian von Greenwich, 20'/ Tage
nachdem man den Aequator verlassen hatte,
Um seine Länge abzulaufen, suchte Kapt. Stolt dieses Jahr den 40. Grad
südlicher Breite auf. Mit Ausnahme einiger Tage, an welchen nordöstlicher
Wind wehte, traf man hier fast nur westlichen Wind an; Stürme waren keine
zu bestehen. Am 22. Oktober war in 37,3° S-Br der Meridian von 80° O-Lg
‚erreicht, man hatte 22 Tage gebraucht, um vom ersten Meridian ab dahin zu
gelangen.
Der polaren Grenze des SE-Passats zusteuernd, fand der „R. C. Rickmers“
vorherrschend nördliche Winde, bis er schliesslich am 30. Oktober in 34,6°
S-Br und 101° O-Lg in das Gebiet jenes Windsystems gelangte. Die dort an-
getroffenen, anfangs sehr frischen Winde hatten das Schiff bis zum 6. November
nach 20,1° S-Br in 111,7° O-Lg gebracht. Hier endete auch der SE-Passat
wieder, indem westlicher Wind an seine Stelle trat, der, mit geringen. Unter-
brechungen wehend, das Schiff bis zum 14. November in Sicht der Sandalwood-
Insel brachte. Leichte südliche und westliche Winde begleiteten den „R. C.
Rickmers“ ferner ganz bis. zur Ombay-Passage, welche am 19. November passirt
wurde, Die Dauer der Reise, vom Abgangshafen gerechnet, betrug bis hier
111 Tare.. In der Molukken-See musste man sich in der Nähe der Inseln noch