Mit günstigem Winde nördlich steucrnd, crreichte der „Schiller“ hiorauf
40° S-Br in 84,3° W-Lg am 11. Januar und 30° S-Br in 80° W-Lg am
18. Januar. Am 19. Januar wurde in 28° S-Br die polare Grenze des
SE-Passats gefunden und nachdem man 20° S-Br in 84° W-Lg am 22. Januar,
10° S-Br in 84° W-Lg am 26. Januar gekreuzt hatte, gelangte die Bark schon
in 4,8° S-Br und 84,7° W-Lg wieder aus dem Gebiete jenes Windes heraus.
Ganz leichter veränderlicher Zug führte von dort aus das Schiff bis zum
6, Februar in 86,8° W-Lg zur Linie. Man traf in der Nähe derselben eine
starke nach Westen laufende Strömung, die einmal in 2 Tagen eine Versetzung
von 115 Sm bewirkte. Auch nördlich des Aequators, wo oft heftige Gewitter
auftraten, hielt die Mallung noch ungewöhnlich lange an; man hatte am
17. Februar 7° N-Br in 89,2° W-Lg erreicht, bevor die ersten Spuren des
einsetzenden NE-Passats gefunden wurden. In 11,5° N-Br und 92° W-Lg trat
nochmals Mallung auf, und mit schr veränderlichen leichten Winden musste
schliesslich der letzte Theil der Reise zurückgelegt werden, bis man am
26. Februar den Ankerplatz von St. Jos& de Guatemala erreichte. Die Dauer
der Reise von Montevideo her betrug 79 Tage.
Von St, Jos& versegelte der „Schiller“ am 3. März nach Corinto; es
wurden während der dreitägigen Reise vorherrschend frische nordöstliche Winde
angetroffen, Am 9. Mai verliess die Bark auch den letzteren Platz wieder, um
nach Bremen zurückzukehren. Mit sehr veränderlichen leichten, meist jedoch
aus günstiger Richtung welenden Winden war der „Schiller“ am 17. Mai nach
7,7° N-Br in 91,5° W-Lg gekommen, als man dort mässigen, aber beständigen
südwestlichen Wind antraf, welcher später, nach dem auch im Atlantischen Ocean
bekannten Vorgange, olıne Störung durch Süd iu den SE-Passat überging. Am
25. Mai wurde in 97,5° W-Lg die Linie geschnitten; man beobachtete hier,
ebenso wie auf der Hinreise, wieder den starken westlichen Strom.
Im Südlichen Stillen Ocean führte der SE-Passat den „Schiller“ bis
zum 31. Mai nach 10° S-Br in 104,0° W-Lg. Zwischen 15° und 18° S-Br traf
man auf ganz flaue Brise, später frischte der Wind wieder auf, und wurde dann
20° S-Br in 104,5° W-Lg am 8. Juni und 30° S-Br in 107,9° W-Lg am 16. Juni
geschnitten. In 31° S-Br lief der noch frisch wehende Wind nordöstlich und
später durch Nord nach West. Südlich von 42° S-Br und in 98° W-Lg, wo
man sich am 23. Juni befand, traf man auf heftigen Westwind, während südlich
von 50° S-Br die Winde vorherrschend stürmisch aus hoch südlicher Richtung
wehten. Am 2. Juli hatte man in 55,2° S-Br und 76° W-Lg einen orkanartigen
Sturm aus Süd zu überstehen, bei welchem der Luftdruck bis auf 736,2mın abnahm.
Diese stürmischen Südwinde mussten dem Fortschreiten nach Osten sehr hinder-
lich sein, überdies traf man später an verschiedenen Tagen auch noch östlichen
Wind, so dass jetzt nach Westen bestimmte Schiffe das Kap Horn hätten rasch
amsegeln können. Der Luftdruck, welchen man hier an manchen Tagen
beobachtete, ohne dass dem entsprechend starker Wind gefolgt wäre, war
selbst für diese, wegen ihres niedrigen Luftdrucks bekannte Gegend, sehr
yering. Tagelang betrug der Druck weniger als 740mm. Am 10. Juli, als die
Bark durch ganz leichten östlichen Wind in der Nähe des Kap Horn fest-
gehalten wurde, beobachtete man sogar einen Stand von 728,4 mm.
Im Atlantischen Ocean gelangte der „Schiller“ nach 50° S-Br in 47° W-Lg
am 17. Juli, nach 40° S-Br in 41° W-Lg am 27. Juli und nach 30° S-Br in
31,2° W-Lg am 2. August. Auf der Strecke vom Kap Horn bis zum letzteren
Orte hatte das Schiff oft mit Gegenwinden und Stürmen zu kämpfen gehabt;
von jetzt an war aber der Verlauf der Reise zunächst ein günstiger. Schon in
29,7° S-Br fand man den SE-Passat, der dann nach Ueberschreitung von 20° S-Br
in 29,7° W.Lg am 5. August und von 10° S-Br in 23,2° W-Lg am 9. August
den „Schiller“ in 28,8° W-Lg zur Linie führte.
Auf der nördlichen Halbkugel fand am 14. August in 3,4° N-Br und
28,6° W-Lg der normal verlaufendo Uebergang des SE-Passats in den süd-
westlichen Monsun statt. Und frisch wehend, veränderte auch dieser letztere in
rechtlaufend vor sich gehender Drehung seine Richtung durch West und NW
zu derjenigen des NE-Passats. Am 20. August hatte man in 15,5° N-Br und
29,2° W-Lg die südliche Grenze des letzteren erreicht. Nachdem nun auf
nordwestlichem Kurse 20° N-Br in 35° W-Le am 23. August gekreuzt worden