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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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6. Reise des Hamburger Schiffes „Aline“, Kapt. 0. J. Mehlhose. 
Am 21. Februar 1878 passirte das Vollschiff „Aline“, für Liberia bestimmt, 
den Meridian von Lizard, Der Ostwind welcher im Anfange der Reise wehte, 
stand nicht kräftig durch und wurde in 46° N-Br von Gegenwind unterbrochen, 
Allein in 40° N-Br und 13,5° W-Lg setzte wieder ein frischer NE-Wind ein, 
der das Schiff ohne weitere Unterbrechung in den Passat führte. Am 
7. März kreuzte die „Aline“ 30° N-Br in 19,3° W-Lg, am 10. März 20° N-Br 
in 21° W-Lg und am 14. März 10° N-Br in 21,4° W-Lg. Von 8,5° N-Br in 
20,8° W-Lg ab, schlug Kapt. Mehlhose einen mehr östlichen Kurs ein, der 
das Schiff bis zum 19. März nach 6,4° N-Br und 13,3° W-Lg, also in geringe 
Entfernung von der Insel Sherboro gebracht hatte. Bis soweit war die Reise 
vom Passate ausserordentlich begünstigt, hier war man aber an die südliche 
Grenze seines Gebietes gekommen, und es trat Mallung ein. Trotz derselben 
fiel es aber nicht schwer, für das sich in der Nähe der Küste haltende Schiff 
nach SO hin Fortschritt zu machen. Am 21. März erblickte man‘ das Kap 
Mesurado und am 22, März konnte auf der Rhede von Grand Bassa geankert 
werden. Die Reise vom Kanale her hatte 30 Tage gedauert. 
Während der Weiterreise konnte, wegen Krankheit der Officiere, das 
meteorologische Journal nicht geführt werden, 
7. Reise der Elsflether Bark „Schiller“, Kapt. H. F. Logemann. 
Am 6. August 1877 stand der auf einer Reise von Newcastle nach Monte- 
video begriffene „Schiller“ unter Lizard. Unausgesetzt wehende, westliche Winde 
erschwerten von hier aus den Fortgang nach Süden in solcher Weise, dass erst 
am 21. August der Parallel von 40° N-Br in 15° W-Lg gekreuzt werden 
konnte. Fernerhin gestaltete sich die Reise etwas günstiger, denn schon in 
34,8° N-Br und 18° W-Lg erhielt: man den Passat, mit. welchem 30°. N-Br in 
20,5° W-Lg am 28. August und 20° N-Br in 25,4° W-Lg am 3. September 
geschnitten wurde. Am 4. September, als die Bark sich in 16,4° N-Br und 
26,5° W-Lg, also etwa 80 Sm in südwestlicher Richtung von der Insel San 
Antonio befand, überfiel ein schwerer Sturm das Schiff, in dem fast alle 
Segel verloren gingen... Der Luftdruck nahm während der Dauer desselben bis 
auf 756,4 mm ab; er war um 5 bis 6 mm niedriger, als der Stand am vorher- 
gehenden und folgenden Tage. Es wäre möglich, dass dieser Sturm in Bo- 
ziehung stand mit dem furchtbaren Orkane der am 22. September in Westindien 
wüthete. Durch den Sturm war für mehrere Tage der regelmässige Passat 
unterbrochen, derselbe setzte überhaupt nur noch für kurze Zeit wieder ein, um 
in 14,5° N-Br und 27° W-Lg ganz zu enden. Südwestlichen Monsun fand man 
erst in 10° N-Br und 26° W-Lg, und lag der „Schiller“ dann südostwärts. bis 
am 21. September in 2,6° N-Br und 17,2° W-Lg mit einsetzendem Südwinde 
gewendet. und 2 Tage später in 20,9° W-Lg der Acquator passirt wurde. Die 
Reise vom Kanale ab hatte 48 Tago gedauert, 
Im Südlichen Atlantischen Ocean kreuzte der „Schiller“ 10° S-Br in 
28° W-Lg am 27. September, 20° S-Br in 35° W-Lg am 5. Oktober und 
30° S-Br in 44,5° W-Lg am 14. Oktober. Der Passat endete schon in 14° S-Br, 
von wo ab die Bark nur umlaufende Winde fand, so dass sie erst am 
24. Oktober den Hafen von Montevideo erreichte, ohne südlich der Linie von 
stürmischem Wetter heimgesucht worden zu sein. Die Dauer der Reise vom 
Kanale her betrug 79 Tage. 
Von Montevideo aus trat das Schiff am 10. December die Weiterreise 
nach. St. Jos& de Guatemala an.. Mit westlichen, meist günstigen Winden 
segelte man südwärts und kreuzte 40° S-Br in 54,1 W-Lg am 12. December 
and 50° S-Br in 64,4° W-Lg am 20. December. Kin heftiger Südsturm und 
nachher auftretende südwestliche Winde, hielten die Bark südlich von letzterer 
Breite längere Zeit fest, so dass man erst am 26, December das Kap St. John 
auf der Staten-Insel passiren konnte. Die Umsegelung des Kap Horn wurde 
zwar nicht mit günstigen, aber doch häufig wechselnden Winden zurückgelegt, 
30 dass schon am 7. Januar 1878 50° S-Br in 83,9° W-Lg wieder überschritten 
werden konnte. Es waren bis dahin nur 12 Tage verflossen, seit man das Kap 
St. John erblickte. 
Ann, d, Hyar., 1879, Heft JI (Februar).
	        
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