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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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man nördlich von Sumatra einen den Monsun begleitenden starken Weststrom, 
der das Einsegeln in die Malakka-Strasse sehr erschwerte. Der „Willy Rickmers“ 
yebrauchte, um die Strecke zwischen 6,2° N-Br in 94,5° O-Lg und 5,9°N-Br in 
96,1° O-Lg, also 103 Sm in der Richtung OzS zurückzulegen, nicht weniger 
als 8 Tage. Von letzterem Punkte ab ging es besser voran. Mit leichtem 
veränderlichem Ostwinde wurde die Malakka-Strasse durchsegelt, und am 29, Januar 
konnte man auf der Rhede von Singapore ankern. Die Reisedauer von Lundy 
Island ab beirug 135 Tage. 
Die Bark verliess Singapore am 27. Februar wieder, um nach Maulmain, 
wohin sie nach 18tägiger Reise gelangte, zu segeln. Mit Reis beladen ging das 
Schiff am 7. April, direkt nach Bremen bestimmt, wieder in See. Sehr leichte 
nordwestliche Winde, die in der Nähe der Küste herrschten, erstreckten sich 
bis nach 13° N-Br in 95,9°. O-Lg; dort kam noch nordöstlicher, wenngleich 
nur sehr schwacher, Monsun durch, mit welchem Kurs für den Zehngrad-Kanal ge- 
steuert wurde. Am 16. April wurde derselbe passirt und am 19. April gelangte 
man in 5,5° N-Br und 90,7° OLE zum Stillengürtel, in welchem der „ Willy Rickmers“ 
eine sehr lange Zeit festgehalten wurde. Dies bewirkte die dort angetroffene 
Stille und Mallung; ebenso erwies sich auch die Strömung, welche oft in ganz 
bedeutender Stärke nach Norden und Osten lief, sehr hinderlich. Am 2. Mai 
passirte das Schiff in 92,8° O-Lg den Aequator, und erst am 13. Mai gelang es, 
in 6,5° S-Br und 94,4° O-Lg in die Zone des SE-Passats einzudringen. 
Jetzt südwestwärts durch den Indischen Ocean steuernd, wurde 10° S-Br 
in 88° O-Lg am 18. Mai, 20° S-Br in 71,8° O-Lg am 24. Mai und 30° S-Br 
in 38,5° O-Lg am 11. Juni gekreuzt. Den Meridian von 60° Ost schnitt das 
Schiff am 31. Mai in 24° S-Br; schon vorher hatte man in 22° S-Br und 
56° O-Lg das Gebiet des regelmässigen Passats verlassen. Oestliche Winde 
herrschten auch, nachdem dieses geschehen war, vor und erst westlich von 
30° Ost, welcher Meridian am 15. Juni in 33,2° S-Br geschnitten wurde, setzten 
beständige Westwinde ein, die bei der Umsegelung des Kaps der Guten Hoffnung 
sehr häufig als schwere Stürme auftraten und hier für lange Zeit jeden Fort- 
gang nach Westen unmöglich machten. Um von 22° O-Lg nach 20° O-Lg zu 
kommen, waren nicht weniger als 24 Tage erforderlich. Erst vom 14. Juli ab, 
an welchem Tage die Bark noch in 36° S-Br und 19° O-Lg stand, konnte 
man etwas besser vorwärts kommen; doch waren die Winde noch immer 
angünstig und stürmisch. Am 19. Juli wurde der Parallel von 30° S, nachdem 
man sich 38 Tage südlich von demselben befunden hatte, im 12,9° O-Lg 
geschnitten und nachdem man auch nördlich von dieser Breite sich erst 
noch längere Zeit mit westlichen Winden und Mallung hatte abmühen müssen, 
gelang es endlich am 30, Juli, in 22° S-Br und 5° W-Lg den SE-Passat zu 
erreichen, 
Hier traf man denn endlich einmal wieder eine etwas günstigere Gelegenheit, 
so dass man, nachdem vorher 10° S-Br in 12,4° W-Lg am 7. August gekreuzt 
worden war, am 12, August in 21,5° W-Lg von der südlichen in die nördliche 
Halbkugel übersegeln konnte. 
Der frisch wehende Wind nahm hier mit zunehmender Breite mehr und 
mehr eine südlichere Richtung an und ging so, ohne dass Störung dabei ein- 
trat, in den SW-Monsun über. Ganz bis zur Breite der Kap Verde’schen Insel- 
gruppe erstreckte sich das Gebiet dieses westlichen Windes, der nachher auch 
hier in rechtlaufender Drehung und ohne vorhergehende Störung von nord- 
westlicher in die nordöstliche Richtung des Passats überging. Man hatte 
15,3° N-Br in 25,3° W-Lg erreicht, ehe dies am 20. August erfolgte. Mit dem 
in mässiger Stärke wehenden Passate wurde nun NW gesteuert; man schnitt 
20° N-Br in 31,7° W-Lg am 23. August und erreichte am 27. August in 
27,9° N-Br und 34,5° W-Lg dessen nördliche Grenze. Hier setzte für längere 
Zeit Mallung ein und nördlich von 30° N-Br noch wieder östlicher Wind, der 
erst, nachdem 45° N-Br in 22° W-Lg am 14. September überschritten worden 
war, durch frischen westlichen Wind ersetzt wurde, der darauf endlich bis 
zum 19. September den „Willy Rickmers“ in den Kanal führte, nach einer 
Reise, deren ganze Dauer vom Abgangshafen her 165 Tage betrug.
	        
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