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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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Nähe der Niger-Mündungen die Küste angelaufen worden war, erreichte die 
„Leonore“ am 26. März den in der Bucht von Biafra gelegenen Bestimmungsort. 
Die Reise vom Kanal her hatte eine Dauer von 58 Tagen. 
Das Schiff versegelte später in Ballast nach Lagos. Auf der in 7 Tagen 
zurückgelegten Reise dahin wurden leichte, unbeständige südwestliche Winde 
und sehr viele, mehrere Male von Tornados begleitete Gewitter angetroffen. 
Günstig wirkte hier besonders die nach Norden und Westen setzende Strömung; 
nur durch sie konnte es möglich gemacht werden, den Hafen von Lagos in 
verhältnissmässig so kurzer Zeit zu erreichen, 
Am 27. Mai befand sich der auf der Heimreise nach England begriffene 
Schoner wieder in 3,3° N-Br und 6° O-Lg, mit leichtem unbeständigem SW-Wind 
nach SE hinsteuernd. Am 30. Mai gelangte das fast von keinem Strom beeinflusste 
Schiff in die Nähe der Prinzen-Iusel; am 3. Juni wurde die Insel St. Thomas 
erblickt. In 1,5° N-Br und 7° O-Lg lief der Wind so hoch südlich, dass es 
vortheilhafter wurde, zu wenden und zu versuchen, auf westlichem Kurse Süd 
anzuholen, Am 5. Juni konnte schliesslich in 5,2° O-Lg der Aequator über- 
schritten werden. Gleich südlich desselben machte sich eine bedeutende west- 
liche Strömung bemerkbar; der Wind hielt sich jedoch noch für längere Zeit 
westlich von Süd. Kapt. Held, immer noch bestrebt, Süd anzuholen, erreichte, 
nachdem am 10. Mai in 2,8° S-Br der Meridian von Greenwich geschnitten 
worden war, als südlichsten Punkt 4° S-Br. in 15° W-Lg. In 3,7° S-Br und 
10,2° W-Lg hatte das Schiff die Zone des eigentlichen SE-Passats erreicht, in 
welcher ein verhältnissmässig rascher Fortgang nach Westen erzielt werden 
konnte. Zum Schneiden der Linie wählte man einen in Anbetracht der Jahreszeit 
vielleicht recht westlichen Punkt, indem man erst in 25° W-Lg am 23. Juni 
auf nördliche Breite überging und auch hier dann noch auf nördlichem Kurse 
etwas West mit anholte. Schon in 2,8° N-Br und 27° W-Lg wurde die 
äquatoriale Grenze des SE-Passats erreicht und nördlich derselben gleich süd- 
westlicher Monsun angetroffen. Am 2. Juli war auch dessen Bereich durch- 
segelt; man traf darauf in 11° N-Br und 26,4° W-Lg die ersten Spuren des 
NE-Passats. Es wurde ferner 20° N-Br am 9. Juli in 33,2° W-Lg und 30° N-Br 
am 14, Juli in 36,4° W-Lg geschnitten. Der Passat erstreckte sich bis 33° N-Br 
in 39° W-Lg; hier trat auf kurze Zeit Mallung ein, auf welche zunächst ein 
3üdwestlicher Wind folgte. Mit umlaufenden flauen Winden Jegte man dann 
den noch übrigen Theil der Reise zurück, und nachdem 40° N-Br in 31,4° W-Lg 
am 24. Juli überschritten worden war, gelangte das Schiff am 10. August, nach 
80 tägiger Reise von Lagos ab, in den Hafen von Falmouth. 
2. Reise des Oldenburger Schoners „Franz“, Kapt. J. 6. Nichelson. 
Von der Weser aus trat der Schoner „/ranz“ am 23. April 1878 eine Reise 
nach der Insel Palma an. Leichte östliche Winde führten das Schiff bis zum 27. April 
in den Atlantischen Ocean, wo mit veränderlichen Winden der fernere Verlauf 
der Reise derart war, dass 40° N-Br in 15,0° W-Lg am 5. Mai und 30° N-Br 
in 17,3° W-Lg am 14. Mai geschnitten wurde, Zwischen 40° und 30° N-Br hatte 
das Schiff nur westliche Winde angetroffen; die Folge davon war die lange 
Zeit, welche erforderlich war, um diese Strecke zurückzulegen. In 30° N-Br 
setzte der Passat ein, und 2 Tage später am 16. Mai gelang es, die Rhede von 
Palma zu erreichen. - 
Nachdem das Schiff späterhin noch verschiedene Inseln der Kanarischen 
Gruppe besucht hatte, trat es am 8. Juni von Lancerote aus die Reise nach 
St. Thomas an, Von Anfang an von leichtem aber beständigem Passate geführt, 
verlief diese Reise ohne erwähnenswerthe Ereignisse, Man überschritt 30° W-Lg 
in 22° N-Br am 15. Juni, 50° W-Lg in 18,7° N-Br am 24. Juni, passirte am 
28, Juni den Kanal zwischen den Inseln Antigua und Guadeloupe und erreichte 
am 30, Juni nach 22tägiger Reise die Rhede von St. Thomas. 
Von Guantanamo, einem Hafen im südöstlichen Cuba, wohin der „Franz“ 
versegelt war, trat derselbe beladen am 24. Juli die Heimreise nach der Weser 
an. Gegen leichte, unbeständige, östliche Winde kreuzte das Schiff ostwärte, 
bis‘ es am 29, Juli das Kap Maist, die Ostspitze Cuba’s, hinter sich hatte und 
nun ein Nordkurs eingeschlagen werden konnte, Am 31. Juli passirte der
	        
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