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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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Vergleicht man die ungefähre Mitiellinie des angedeuteten Gebiets mit 
den mittleren Wegen der Schiffe, so ist nicht zu verkennen, dass, für ein von 
Europa nach Nord-Amerika bestimmtes Schiff, die Windverhältnisse auf der Route 
von Neumann im Allgemeinen sich günstiger gestalten müssen, als auf den 
anderen Routen. Eine grosse Schwierigkeit für das Weiterkommen von Neufund- 
land an sind die vorherrschenden nordwestlichen Winde, obwohl nicht in Abrede 
gestellt werden soll, dass ein Schiff dicht unter Kap Race (wie Neumann 
empfiehlt) eine günstigere Position einnimmt, als ein solches, welches mehrero 
Grade südlicher steht, 
Offenbar durch den Vorschlag Neumann’s dazu veranlasst, haben in 
der letzten Zeit einige Kapitäne, welche Wetterbücher für die Seewarte führen, 
die nördliche Route gewählt. 
Auf die Ergebnisse dieser Reisen soll später zurückgekommen werden. 
Aus den Reiseberichten S. M.S. „Ariadne‘“, Korv.-Kapt. v. Werner.” 
Am 16. September 1878 verliess die „Ariadne“ Sydney (s. pag. 5) und 
segelte zunächst nach Apia auf Upolu zurück, wo sie am 8. Oktober eintraf 
and bis zum 20. Oktober verweilte. Alsdann besuchte sie Nukualofa auf 
Tongatabu (vom 25.—29. Oktober) und begab sich von da nach Levuka auf 
Ovalau (Fiji - Inseln). Den über diese Reisen eingesendeten Berichten des 
Kapt. von Werner entnehmen wir nachstehende Notizen. 
ij. Reise von Sydney nach Apia im September und Oktober 1878, 
„Zunächst wurde östlicher Kurs genommen, um später östlich von der 
Tonga-Gruppe mit dem SE-Passat nach Norden zu laufen. Diese Route wird 
von allen Segelschiffen angewendet und ist unbedingt zu empfehlen, da der 
Passat südwestlich von dem Tonga- und Fiji-Archipel sehr unbeständig und 
durch Stillen unterbrochen ist, häufig auch östlich und nördlich steht, so dass 
es geboten ist, mit den in höheren Breiten herrschenden West- und Südwinden 
genügend Luv zu gewinnen. Vom 16. bis 18. September wehte südlicher Wind, 
welcher aber bald abflaute; vom 19. bis 21. September wehte anfangs Wind 
aus NW und SW, dann aus SE; vom 2l. bis 23. September trat gänzliche 
Stille ein, welcher vom 23. bis 27. September leichte östliche und nördliche 
Winde folgten. Die „Ariadne“ nahm ihren Kurs durch die Kermadec-Gruppe 
nach den Samoa-Inseln zu und fand vom 28. September bis 2. Oktober östliche 
Winde und an letzterem Tage Stille. Diese ermöglichte es, dass man die 
La Rance-Bank bei Tage rekognosciren konnte, da das Schiff zu dieser Zeit 
nur 38 Sm westlich von der Nordspitze dieser Bank stand (s. sub 2). . 
Nach dieser Rekognosecirung setzte die „Ariadne“ ihre Reise theils unter 
Dampf, theils unter Segel fort; erst am 6. Oktober Abends wurde in 17° S-Br 
der Passat angetroffen; am 8. Oktober ankerte das Schiff zu Apta, 
Die Windverhältnisse zwischen den Samoa-Iuseln und Australien erwiesen 
sich sowohl auf der Hin- als auf der Rückreise der „Ariadne“ sehr ungünstig, 
Während die „Ariadne“ auf der Fahrt von Apia nach Sydney durch den 
SE-Passat, welcher allerdings immer zwischen S und SSE stand, bis südlich 
von den Fii-Inseln gebracht wurde, dann aber während der ganzen Fahrt nur 
Stille anstatt westlicher Winde antraf (s. S. 8), gestalteten sich auf der Rück- 
reise die Verhältnisse gerade entgegengesetzt. Vom 17. bis 20. September 
ermöglichten allerdings Starke westliche Winde eine schnelle Fahrt; dann jedoch 
traten Stillen und später östliche und nördliche Winde und wiederum Stillen ein. 
) S. „Ann. d. Hydr. ete.“, 1878, pag. 194; 1879, pag, 5.
	        
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