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und bei klarer Luft 7 Sm weit sichtbar ist. Die beiden Feuer, welche früher
auf English Cay brannten, sind ausgelöscht worden.
Nach einem Bericht des Navigating-Lieutenant T. B. Cope, von I, Br. M.S,
„Plover“, 1877, hat sich die Bank Middle Ground mehr verflacht und um beinahe
2 Kblg weiter nach SSW ausgedehnt. Die rothe Tonne, welche früher das
SW-Ende der Bank kennzeichnete, ist verlegt worden und liegt jetzt auf 5,5m
Wasser. Man peilt von der Tonne den nahe des Gouvernements-Gebäudes
stehenden Kirchthurm in NW'AN; das Westende von North Drowned Cay in
N!40 und das Ostende von Swallow Cay in NOY40. Auf der Mitte der Bank
Middle Ground sind kaum 1,5m Wasser, von hier aus vertieft es sich nach den
Kanten der Bank bis auf 2,7m und nimmt dann ganz plötzlich bis auf 4,6 und
5,5m zu. Die Missweisung beträgt 6° 40’ Ost 1879.
Drowned Cay und Hen and Chichen Cays haben sich seit der Vermessung
im Jahre 1830 in ihren Formen sehr verändert und sind viel grösser, als auf
den Karten angegeben ist.
Der Hafen geht einer allmählichen Versandung entgegen. Im Mai 1877
waren ca 0,6m Wasser weniger, als früher, und das Fahrwasser, welches in
den Fluss Belize beim Zollhause vorbeiführt, ist viel flacher geworden, so dass
es zeitweise für kleine Boote schwierig ist, nach den Ladestellen zu gelangen.
Küste von Yacatan,')
Die Chinchorro-Bank, Nach einem Bericht des Lieutenant W.C. H.,
Hastings, von I. Br. M.S. „Grifon“, 1879, wurde im Dezember 1878 bei dem
Südende dieser Bank eine östliche Strömung von 1% Kn Geschwindigkeit
beobachtet.
Insel Cozumel. Ferner hat derselbe Offizier berichtet, dass der Ort
San Miguel ungefähr 3 Sm südlich von der NW-Spitze dieser Insel liegt und
nicht auf der Spitze selbst, wie solches bisher angegeben war.
Progresso. Derselbe Offizier hat ferner berichtet, dass der in
20° 17/N-Br und 89° 39' W-Lg liegende Ort Progresso die Stelle der ehemaligen
Stadt Zuxula einnimmt und seit 1872 der einzige Hafen für Import an der
Küste von Yucatan ist, da Sisal als solcher eingegangen ist.
Die Stadt, aus ca 300 Häusern bestehend, steht dicht am Strande, von
welchem sich eine 91m lange Holzmole in das Meer hinein erstreckt. Die Be-
völkerung der Stadt betrug im Jahre 1879 ca 1500. Eine 25 Sm lange Pferde-
bahn nach Merida ist im Bau.
Proviantgegenstände sind hier im Ueberfluss, aber Wasser ist nur wenig
und von nicht besonderer Güte. Die Ausfuhr besteht aus Hanf, Häuten, Haaren,
Rehfellen, Blauholz und Mahagoni. In jedem Monat berühren fünf Dampfer
diesen Hafen, und zwar zwei aus New- York, einer aus England, einer aus
Frankreich und einer aus Havana.
Da Wind und Strom gewöhnlich ost-westlich gerichtet sind, muss man beim
Ansegeln darauf Acht geben, nicht nach Lee von dem Hafen zu kommen, Bei
Tage muss man ungefähr bei der Spitze Yalkubu (Jungle) Land machen und
bei Nacht mit Schiffen von mässigem Tiefgang nicht die 5 Fad.- (9m-) Linie
überschreiten. Letztere erstreckt sich bis 10 Sm östlich von Progresso.
Die Hütten von Telchoe sind nicht mehr vorhanden, dagegen sind die
Hütten und Kokospalmen von Yazil auf 4 Sm gut sichtbar. Weiterhin ist die
Küste bis Huai-muum so niedrig, dass man bei 4 Sm Abstand eine Land-
Verbindung dieser Orte nicht wahrnehmen kann. Huat-muum ist gut bewaldet,
und zwischen den Bäumen erblickt man niedrige weisse Häuser. Dieser letzte
Ort bildet eine gute Landmarke.
Wenn man von Osten kommt, erscheint Progresso wie eine lange, sich
ins Innere erstreckende Strasse mit weissen Häusern, und diese, sowie das
nahe am Molenkopf stehende Zollhaus, ein weisses viereckiges Gebäude, lassen
die Stadt sehr leicht erkennen,
Auf der NO-Ecke des Zollhauses brennt ein weisses festes Feuer; das-
selbe befindet sich 17,4m über Hochwasser und ist bei klarer Luft 6 Sm weit
Ya. a. O0. pag, 338, 341, 851,