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Aus den Reiseberichten des Deutschen Schiffes „Jupiter“,
Kapt. C. H. F. Ringe.
Der Führer des Deutschen Schiffes „Jupiter“, Kapt. C. H. F. Ringe,
hat in den Jahren 1878 und 1879 mehrere Reisen in dem südlichen Stillen
Ocean ausgeführt und uns seine Berichte über diese Reisen zur Verfügung ge-
stellt. Wir veröffentlichen aus diesen Berichten nachstehende Angaben, welche
Für die Navigation in jenen Gewässern nicht ohue Interesse sind.
1. Reise von Newcastle (Neu-Süd-Wales) nach Tahiti im November 1878.
„Ich verliess Newcastle am 11. November durch Hülfe eines Schlepp-
dampfers, Wind NE und ENE; meine Absicht war, da ich schwer beladen und
auch lebendes Vieh an Deck hatte, die Route nördlich von Neuseeland zu
aehmen; der Wind hielt sich in den ersten Tagen zwischen NE und Nord, bis
zum 16. November hatte der Wind schon eine Drehung durch West und Süd
durch alle Striche des Kompasses‘ gemacht und war wieder NE geworden,
Aarauf entschloss ich mich, durch die Cook-Strasse zu gehen,
Von NE war der Wind bis zum 18. November auf NW gegangen, nahm
bei dicker Luft und Regen mit Böen an Stärke zu, je mehr ich mich Neuseeland
näherte. Am 20. November befand ich mich vor dem KEingange der Strasse auf
39° 44‘ S-Br, 173° 2‘ Ost; da ich eine gute Observation hatte, steuerte ich 80,
um das Feuer von den Brothers zu sichten: der Wind war NW 7—8, In der Nähe
des Landes klarte es auf, und sahen wir um 12* p. m. das Feuer der Brothers.
Als wir uns der schmalsten Stelle der Strasse näherten, wurde der Wind puffig
and unbeständig, um 4" a. m. hatten wir die schmalste Stelle erreicht, während
siner halben Stunde wurde es flau, es war auch gerade Gezeitenwechsel. Als wir
uns wieder von der Enge entfernten, frischte der Wind mehr auf von WNWzZW
and hielt sich so in der Stärke von 8 auch die folgenden Tage. Am 22, No-
vember wurde 180° in 41,6° S-Br geschnitten. Bis zum 30. November hielt
sich der Wind aus südwest- und nordwestlicher Richtung. Vom 30. November
bis 3. Dezember, in 36° 32‘ S-Br, 149° 48‘ W-Lg, waren leichte nördliche und öst-
liche Winde vorherrschend, darauf trat frischer südlicher Wind ein, mit welchem
schnell Breite gewonnen wurde. Am 8, Dezember wurde Vavitoxw an der West-
seite passirt; hierauf wurde der Wind östlicher und flauer und ging am 9. De-
zember auf NE, wurde flau, unbeständig und böig, womit am 11. Maitea
gesichtet und am 13, Dezember der Hafen von Papeete erreicht wurde; die
ganze Reisedauer betrug 33 Tage.
Am 2, Dezember passirte ich in der Nähe einer Untiefe; nach Observa-
tion des vorhergehenden und folgenden Tages liegt dieselbe auf 36° 37‘ S-Br,
150° 15‘ W-Leg.%)
Um 12%" p. m. bemerkte ich eine hellere Färbung des Meeres, auch
leuchtete es ungewöhnlich stark; Wind NNW 4 bei bedeckter Luft; gleich darauf
wurde dicht voraus Brandung gesehen, das Schiff lag bei dem Winde nach ENE, es
wurde sofort abgehalten und die Brandung in 4 bis 5 Schiffslängen Entfernung
passirt, es war deutlich an zwei Stellen solche zu sehen, ca jede 50m im Durch-
messer, in Ost—West-Richtung ca 200m von einander. Das Wasser war sehr
unruhig, das Schiff rollte mehr als früher. Es wurde eine halbe Meile SE ge-
steuert, das Wasser wurde schnell dunkler und ruhiger. Der Führer Johann-
sen der Deutschen Bark „Hercules“ erwähnte gegen mich in Tahiti, dass er
auch in der Nähe dieser Stelle über eine Untiefe auf seiner Reise von Brisbane
passirt sei; ich konnte leider indess nichts Genaueres darüber erfahren.
Der Deutsche Dreimast-Schoner „Mathilde“, Kapt. Nissen, war am
10. Dezember von Hamburg angekommen; derselbe war am 11. November, als
ich von Newcastle ging, bei Kap Howe und ging nördlich von Neuseeland, wo-
durch derselbe drei Tage gegen mich gewann. Die französische Brigg „Clemens
& Marie“ segelte am 9. November von Sydney und langte am 20. Dezember in
Papeete an, war auch nördlich von Neuseeland gegangen, indess kein guter
4) Vergl. No. 1132 der diesj. „Nachr, f. Seef.“, wo nach der „Hamburgischen Börsenhalle“
No. 20927 die S-Br zu 36° 57‘ statt zu 36° 37’ angegeben ist.