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„Undine“ nach Ueberschreitung von 20° N-Br in 25,3° W-Lg au 29. Oktober und
von 10° N-Br in 26,5° W-Lg am 3. November, in ungefähr 8° N-Br und 26,4°
W-Ly angekommen war. Hier setzte nach kurzem Abflauen und auffallender
Weise, ohne dass die gewöhnliche Mallung eintrat, der SE-Passat ein. Am
8. November, 25 Tage nachdem der Kanal verlassen worden war, wurde in
30° W-Lg die Linie geschnitten.
Frischer, sehr beständiger Passat führte auf südlicher Halbkugel das
Schiff nach 10° S-Br in 33,4° W-Lg bis zum 11. November und nach 20° S-Br
in 31,8° W-Lg bis zum 15. November. Schon in der letzteren Breite lief der
Wind nordöstlich und, seine Richtung später allmählich in derselben Drehung
mehr und mehr verändernd, durch Nord und West nach Süd und Ost zurück.
Das Schiff konnte dabei eine zufriedenstellende Fahrt erzielen; es wurde 30°
S-Br in 25,5° W-Lg am 19. November und der Meridian von Greenwich in
42,2° S-Br am 29. November überschritten. Die Strecke von der Linie bis zum
letzeren Punkte war in 21 Tagen zurückgelegt worden. Am 28. November
sichtete „Undine“ in 42,2° S-Br und 2,1° W-Lg einen etwa 25m hohen Eisberg,
begleitet von einem zweiten kleineren, der etwa 4 Sm vom grossen entfernt tricb.
In einem Abstande von etwa 4Sm vom Eise wurde die Wassertemperatur zu
8,8° C. gemessen. Möglicherweise gehörte dieses Eis zu derselben Trift,
welche in derselben Breite, aber 3 Grad östlicher, am 8, Dezember 1878 vom
Hamburger Schiffe „Deutschland“ angetroffen wurde.
Beim Ablaufen der Länge traf „Undine“ die Winde nur aus günstiger
Richtung und in mässiger Stärke wehend an. Als südlichste Breite wurde 43,7°
in 55° O-Lg angelaufen und am 18. Dezember der Meridian von 80° Ost in
40° S-Br überschritten. Der 18. Dezember war‘ der neunzehnte in östlicher
Länge verbrachte Tag.
Beim Aufsteuern nach Norden wurde „Undine“ mehrere Tage hindurch
durch östliche Winde zurückgehalten. Am 24, Dezember, als man in 30° S-Br
und 84,4° O-Lg stand, herrschte fast Windstille und 2 Tage später kam nord-
östlicher Wind durch, aus dem sich später der SE-Passat entwickelte. Dieser
wehte von 25° S-Br an recht kräftig, wurde aber schon in 15° S-Br flauer und
endete endlich in 8,5° S-Br und 86,7° O-Lg.
„Undine“ hatte mit ihm 20° S-Br in 85,2° O-Lg am 30. Dezember und
10° S-Br in 86,4° O-Lg am 3. Januar 1879 geschnitten. Nördlich vom Passat-
gebiete herrschte wieder Windstille. Die Mallung, welche sich mitunter fühlbar
machte, kam aus nördlicher Richtung und die Folge dieser ungünstigen Ver-
hältnisse war ein längerer Aufenthalt, bis schliesslich am 9. Januar in 5° S-Br
und 87,5° O-Lg frischer kräftiger Westmonsun durchkam. Am 12. Januar
kreuzte „Undine“ in 91,8° O-Lg den Aequator, fand in 3° N-Br frischen süd-
östlichen Wind und befand sich am 15. Januar in Sicht des Feuers von Pulo
Brasse. Die Reise von Kanale ab bis hier hatte eine Dauer von 93 Tagen, die
ganze Reise bis Singapore erforderte 106 Tage.
Am 1. März versegelte „Undine“ nach Saigon, erreichte diesen Hafen am
14. März, nahm dort Ladung ein und trat am 1. April die Heimreise an. Bei
Jeichten südlichen und südwestlichen Winden wurde die China-See durchsegelt.
In der Banka-Strasse traf man südlichen, zeitweilig von Windstille unterbrochenen
Wind, In der Java-See wehte er aus südwestlicher Richtung. Am 28. April
stand „Undine“ recht West von Java Head und bemühte sich gegen den auch
im Süden der Sunda-Inseln noch herrschenden SW-Wind Breite gut zu machen.
Am 7, Mai wurde in 13,5° S-Br und 97,6° O-Lg das Gebiet des SE-Passates
erreicht. Nach SW segelnd, kreuzte „Undine“ dann 20° S-Br in 67,5 O-Lg am
22. Mai, 30° S-Br in 37° O-Lg am 1. Juni und den Meridian von 60° Ost in
22° S-Br am 25. Mai. Schon in 19° S-Br und 76° O-Lg.verlor man den regel-
mässigen Passat, doch waren kräftige Ostwinde noch für lange Zeit nachher
die herrschenden. Einen sehr, schweren Weststurm, bei dem der Luftdruck doch
nur bis auf 758,6mm abnahm, überstand „Undine“ am 9. Juni in 35° S-Br und
23,5° O-Lg. Die sonstigen bei der Umsegelung des Kaps angetroffenen Winde
waren nicht übermässig heftig. Am 13. Juni wurde bei mässigem SE-Winde die
Länge der Kapstadt passirt und am 16. Juni gelangte das Schiff in 11° O-Lg
wieder nördlich vom Parallel von 30° Süd. Es waren 15 Tage südlich von
demselben zugebracht worden.