accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

541 
der Reise von Scilly ab, befand sich „Deike Rickmers“ in Sicht von Pulo Brasse 
and am 30, Januar wurde auf der Rhede von Singapore geankert. Kapt. Gennerich 
macht in seinem Journale die Bemerkung, dass die Winde an der Ostseite der 
Nicobaren aus sehr östlicher Richtung wehten und dass dort eino tägliche Ver- 
setzung nach Norden von etwa 20 Sm beobachtet wurde. Von Singapore ver- 
segelte das Schiff nach Rangoon und trat von letzterem Platze aus am 1. April 
die Heimreise direkt nach Bremen an. Der Wind hielt sich gleich vom Beginn 
dieser Reise westlich, zuerst noch bei schöner Witterung. Am 8. April setzte 
jedoch der eigentliche SW-Monsun ein, der stürmisches Wetter und heftige Böen 
mit sich brachte. Die Strömung lief in der Nähe der Nordspitze Sumatras, wo 
„Deike Rickmers“ sehr lange festgehalten wurde, 40 bis 45 Sm im Etmal nach 
nordöstlicher Richtung und konnten in Folge dieser ungünstigen Verhältnisse 
in 8 Tagen nur 52 Seemeilen in südsüdwestlicher Richtung zurückgelegt werden. 
Am 15, April lief der Wind endlich etwas raumer, man konnte über einen Bug 
nach Süden wegliegen und gleichzeitig irat auch besseres Wetter ein. Am 
22. April wurde in 93;2° O-Lg der Aequator überschritten. 
Im Süden der Linie wehten noch anhaltend leichte westliche Winde, die 
von östlicher, oft recht starker Strömung begleitet waren. In 7,5° S-Br und 
93° O-Lg setzte am 1. Mai endlich der SE-Passat ein. Derselbe wurde bis 
77°O-Lg in 18° S-Br als eine recht kräftige Brise, weiter nach Westen hin aber 
nur flau angetroffen, „Deike Rickmers“ schnitt 10° S-Br in 90° O-Lg am 3. Mai, 
20° S-Br in 73° O-Lg am 9. Mai und 30° S-Br in 42° O-Lg am 27. Mai. Der 
Meridian von 60° O wurde in 23,8° S-Br gekreuzt. Aus dem Gebiet des Passats 
gelangte das Schiff schon in 22,5° S-Br und 66,5° O-Lg am 13. Mai, 
Der Wind beschrieb dann mehrere Rundläufe durch alle Kompasstriche 
und wehte später wieder längere Zeit aus östlicher Richtung. Westliche Winde 
waren bei der Umsegelung des Kaps selten. Nur an einem Tage erlebte man 
einen Sturm aus dieser Richtung. Am 5. Juni kreuzte das Schiff bei stürmischem 
SE-Winde die Länge der Kapstadt und 3 Tage später wurde vom „Deike 
Rickmers“ in 10° O-Lg der Parallel von 30° S überschritten, Es waren nur 
12 Tage südlich von dieser Breite zugebracht worden. 
Der kräftige SW-Wind, welcher am 8. Juni wehte, lief nördlich von 
30° S-Br allmählich südlicher und drehte endlich durch Süd nach SE. So 
wurde in der Nähe von 28,5° S-Br und 8,2° O-Lg der Passat erreicht, ohne 
dass vorher Mallung eingetreten wäre. Die im Passatgebiet anfänglich ange- 
troffene frische Brise wurde in etwa 24° S-Br flauer und in langsamer Fahrt 
kreuzte man dann 20° S-Br in 1,5° W-Lg am 14. Juni, 10° S-Br in 12,6° W-Lg 
am 22, Juni und den Aequator in 22,8° W-Lg am 28. Juni. In 20 Tagen war die 
Strecke von 30° S-Br zur Linie zurückgelegt worden. 
Im Norden der Linie traf „Deike Rickmers“ trotz der ziemlich frühen 
Jahreszeit einen durchstehenden, wenn auch nur flauen SW-Monsun, welcher 
sich in gewöhnlicher Weise durch eine allmählich mit der Entfernung des 
Schiffes vom Aequator fortschreitende Richtungsveränderung des Windes aus 
dem SE-Passat entwickelte. Entsprechend dem Umlaufen des Windes fand 
auch die Kenterung der Strömung von westlicher in östliche Richtung statt. 
Auf der Linie beobachtete man im Etmal noch eine Versetzung nach Westen 
von 30 Sm und in 6° N-Br wurde schon ein östlicher Strom von 21 Sm während 
24 Stunden konstatirt. 
Der NE-Passat entwickelte seine grösste Stärke zwischen 19° und 26° N-Br. 
In seinem Gebiete segelnd, gelangte das Schiff nach 20° N-Br in 33,1° W-Lg 
am 12, Juli und 30° N-Br in 38,5° W-Lg am 16. Juli. In 32,5° N-Br und 
38,7° W-Lg lag die polare Passatgrenze. Leichte veränderliche Winde, zeitweilig 
von Windstille unterbrochen, herrschten dann bis zum 40, Grade der Breite. Im 
Norden dieses Parallels, welcher am 25. Juli in 36° W-Lg überschritten wurde, 
fand man vorherrschend westliche Winde, die „Deike KRickmers“ bis zum 7. August 
in Sicht der Lizard-Feuer führten. Die Reisedauer war 127 Tage. 
13.. Reise der Hamburger Bark „Eduard“ Kapt. C. H. Seemann, 
Am 23, September 1878, 4 Tage früher, als der Mitsegler „Deike Rickmers“, 
befand sich die ebenfalls von Cardiff nach Singapore bestimmte Bark „KXduard, 
in der Nähe der Scilly-Inseln. Mit westlichen Winden in den ersten Tagen,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.