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wurde 10° S-Br in 13,2° W-Lg gekreuzt. Am 17. Juni befand sich „Johanne“
in 23° W-Lg auf dem Aoquator. Der Reiseabschnitt von 30° S-Br bis zur
Linie hatte eine Dauer von 23 Tagen.
In 3,5° N-Br und 25° W-Lg endete der SE-Passat; weiter nördlich
traf man veränderliche westliche Winde als Anfang des sich entwickelnden
Westmonsuns und in 8,2° N-Br und 25,2° W-Lg den NE-Passat. Dieser
wehte am frischesten zwischen 13° und 26° N-Br und nachdem mit ihm 10° N-Br
in 27,5° W-Lg am 26. Juni, 20° N-Br in 36° W-Lg am 1. Juli und 30° N-Br
in 41,2° W-Lg am 6. Juli geschnitten worden war, verliess man sein Gebiet in
33° N-Br und 41° W-Lg. Der Wind hatte in der Nähe dieses Punktes eine
südöstliche Richtung angenommen, später drehte er durch Süd nach West und
bei leichtem, westlichem Winde legte man nun den letzten Theil der Reise
zurück. 40° N-Br wurde am 14. Juli in 31,7° W-Lg gekreuzt und am 26. Juli
in den Kanal eingesegelt, nach einer Reise, deren Dauer 134 Tage betrug.
8. Reise der eisernen Bremer Bark „Fürst Bismarck“, Kapt. C. 6. Keller.
Gleichzeitig mit dem vorerwähnten Schiffe verliess am 23. September 1878
„Fürst Bismarck“ den Kanal. Auf dem ersten Abschnitt ihrer Reise, welche
von Bremen nach Bassein gerichtet war, traf diese Bark fast nur günstige
Winde. Sie erreichte daher 40° N-Br in 14° W-Lg schon am 27. September
und 30° N-Br in 20,2° W-Lg am 2, Oktober, Schon in 35,5° N-Br und
15,5° W-Lg gelangte man in das Gebiet des Passats, Derselbe wehte zwischen
27° und 15° N-Br recht kräftig und holte nach vorhergehendem Abflauen, aber
ohne dass Unterbrechung durch Windstille eintrat, durch Nord und NW
in die Monsunrichtung Südwest. Die Bark kreuzte 20° N-Br in 25° W-Lg am
6. Oktober, 10° N-Br in 25,5° W-Lg am 10, Oktober und gelangte zum Aequator
in 24° W-Lg am 18, Oktober nach rascher, nur 25 Tage dauernder Reise von
Lizard ab.
Im Südatlantischen Ozeane gelangte „Fürst Bismarck“ nach 10° S-Br in
27,8° W-Lg am 22. Oktober, nach 20° S-Br in 28,6° W-Lg am 25. Oktober
and nach 30° S-Br in 25,8° W-Lg am 29. Oktober. In 23,5° S-Br und 28° W-Lg
endete der Passat; der frisch wehende Wind lief hier hoch nördlich und drehte
später durch Nord nach Westen, Allmählich zog er sich dann wieder südlich,
setzte seine Drehung noch weiter fort und durchlief noch einmal alle östlichen
Kompasstriche. Am 7. November, dem zwanzigsten in südlicher Breite ver-
brachten Tage, passirte „Fürst Bismarck“ in 40,4° S-Br den ersten Meridian.
An demselben Tage kreuzte auch „Johanne“ diese Länge.
Vor fast nur aus westlicher Richtung wehenden kräftigen, jedoch an
keinem Tage bis zum Sturme zunehmenden Winden wurde von „Fürst Bismarck“,
welcher als südlichsten Punkt 40,6° S-Br berührte, die Länge abgelaufen. Am
26. November, 19 Tage später als man den Meridian von Greenwich verlassen
hatte, gelangte man in 34,5° S-Br zum Meridian von 80° Ost. Es wurde dann
ein nördlicherer Kurs eingeschlagen, am 29. November in 85,2° O-Lg 30° S-Br
überschritten und noch an demselben Tage in 29° S-Br die südliche Grenze
des Passatgebietes erreicht. Bei dem hier gefundenen schr kräftigen Winde,
kreuzte man 20° S-Br in 88,3° O-Lg am 2, Dezember und 10° S-Br in 90° 0-Lg
am 5. Dezember. In 7° S-Br wurde der Passat schwach, zwischen 6,5° S-Br
and 5° S-Br herrschte Mallung, und in letzterer Breite und 90,5° O-Lg setzte
mässiger, ziemlich beständiger Westmonsun ein. Am 11. Dezember, 3 Tage
früher als von „Johanne“, wurde in 93° O-Lg die Linie überschritten, Im
Gegensatze zum letzteren Schiffe, welches vom westlicheren Standpunkte aus an
der Leeseite der Nicobaren nach Norden segelte, steuerte „Fürst Bismarck“
für die Nordspitze Sumatra’s, um dann von der Luvseite jener Inseln aus den
Bestimmungshafen zu erreichen. Durch dieses Verfahren gewann „Fürst Bismarck“
ganz ausserordentlich. Der Mitsegler gebrauchte 23 Tage, um von der Linie
nach Rangoon zu kommen; „Fürst Bismarck“ dagegen legte die Strecke zwischen
Aequator und Bassein in 7 Tagen zurück. Bis 9° N-Br in 95,5° O-Lg hin
fand man westlichen Wind, dann setzte, ohue dass vorher Mallung eintrat,
kräftiger und raumer NE-Monsun ein, mit dem am 18. Dezember der Be-
stimmungsplatz erreicht werden konnte. Die Reisedauer vom Kanale ab betrug
nur 86 Tage.