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am 4. September in 45,5° S-Br und 61° W-Lg. Am 9. September stand „Sophie
Helene“ in 50° S-Br und 65° W-Lg. Die Strecke zwischen der Linie und
diesem Punkte war in 40 Tagen zurückgelegt worden.
Am 14. September umsegelte „Sophie Helene“ bei frischem nordöstlichem
Winde das Ostende der Staten-Insel. Als mit dieser günstigen Gelegenheit
72° W-Lg erreicht worden war, traten umlaufende Westwinde ein, die jedoch
wenig stürmisch waren. Am 29. September überschritt die Bark in 79,5° W-Lg
wieder den Parallel von 50° Süd. Die Umsegelung des Kap Horn war in
20 Tagen vollendet worden. Man hatte während dieser Zeit, ebenso wie die
einige Wochen später hier passirende Bark „Aeolus“, keinen einzigen be-
deutenden Sturm erlebt, was für den Monat September wohl eine ziemlich
seltene Erscheinung ist.
Nach Norden segelnd, kreuzte „Sophie Helene“ 40° S-Br in 76,6° W-Lg
am 8, Oktober und am 13. Oktober wurde nach 104tägiger Reise vom Kanale
ab die Bai von Valparaiso erreicht.
In Valparaiso erhielt die Bark eine nach Havana bestimmte Ladung
und trat am 19. Januar 1879 ihre Reise nach diesem Platze an. Man gelangte,
auf derselben, von umlaufenden, mässigen Winden begleitet, nach 40° S-Br in
35,5° W-Lg am 1. Februar, nach 50° S-Br in 84,3° W-Lg am 6. Februar und
zum Meridian des Kap Horn am 11. Februar.
Die frischen Westwinde, die während der letzten, im Stillen Ozeane ver-
brachten Tago wehten, hielten auch im Atlantischen Ozcane noch an und zwar
vorherrschend aus nordwestlicher Richtung wehend. Nördlich von 50° S-Br
wurden sie jedoch wiederholt durch östliche Winde unterbrochen. Wie so viele
andere Schiffe in 1878 und 1879, erblickte auch „Sophie Helene“ Bis; und zwar
wurden am 17. Februar in ungefähr 49,5° S-Br und 46° W-Lgy zwei etwa
50m hohe Berge gesehen. Die Bark kreuzte 50° S-Br in 47,5° W-Lg am
16. Februar, 40° S-Br in 38,2° W-Lg am 23. Februar und 30° S-Br in 34,8°
W-Lg am 1. März. In 30° S-Br wurde man durch Windstille mehrere Tage
zurückgehalten; weiter nördlich herrschte leichter, westlicher Wind, bis sich in
20° S-Br und 29,3° W-Lg, wo die Bark am 10. März stand, ganz leichter nord-
östlicher Wind einstellte. In 18° S-Br und 31,6° W-Lg fand man den SE-Passat,
und nachdem am 16. März 10° S-Br in 32,1° W-Lg überschritten worden war,
gelangte man am 21. März in 33,5° W-Lg zum Aequator. Der Südatlantische
Ozcan war in 38 Tagen durchsegelt worden.
Schon in 0,7° S-Br hatte der Passat sein Ende genommen. Nördlich
von dioser Breite herrschte vier Tage hindurch Mallung, bis in 2,0° N-Br und
395,2° W-Lg der NE-Passat erreicht wurde. Man kreuzte dann ferner 10° N-Br
in 44,3° W-Lg am 29. März und segelte am 4. April zwischen den Inseln
St. Vincent und St. Lucia hindurch in das Karaibische Meer. Hier wehte der
Passat nur flau, und war daher‘ die Fahrt nur eine langsame. Das Schiff
passirtfe am 12. April den Kanal zwischen Domingo und Jamaica und befand
sich am 17. April bei der Westspitze Cuba’s. Der hier aus Südwest wehende
Wind drehte am nächsten Tage, als man sich nördlich vom Kap St. Antonio
befand, durch NW nach NE und hielt aus letzterer Richtung stürmisch wehend
das Schiff längere Zeit zurück. Am 26. April erreichte die Bark den Hafen
von Havana nach einer Reise, deren Dauer 97 Tage betrug.
Havana wurde am 6. Juni wieder verlassen, um nach dem Kanal zurück-
zukehren. Bei mässigem Ostwinde passirte man am 8. Juni die Bemini-Enge
und erreichte am nächsten Tage in 78,3° W-Lg den Parallel von 30° Nord.
Der östliche Wind lief, als die Bark weiter nach Norden hin vorrückte, süd-
licher, und in etwa 33° N-Br setzte südwestlicher Wind ein, der östlich von
50° W-Lg nach Nordwesten drehte. Die Bark kreuzte 60° W-Lg in 39,6° N-Br
am 17. Juni, 50° W-Lg in 41,6° N-Br am 20. Juni, 30° W-Lg in 47° N-Br am
25. Juni und gelangte zur Mündung des Kanals am 1. Juli. Die Dauer der
Reise war nur 25 Tage.
5. Reise der Bremer Bark „Amerika“, Kapt. R. Kausch.
Am 12, April 1879 passirte mit kräftigem Ostwinde die von Bremen nach
New-York bestimmte Bark „Amerika“ den Meridian von Lizard. Der günstige
Wind endete schon in etwa 15° W-Le; es folgten stürmische Westwinde, gegen