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Flauer, oft bis zur Stille herabsinkender Ostwind herrschte zwischen 10° und
5° S-Br in 82,5° O-Lg, und hier fand das Schiff schliesslich den westlichen
Monsun, Auch in dessen Gebiete waren Stillen und ganz leichter Zug anfänglich
vorherrschend, und nicht cher als in 2° S-Br und 82,6° O-Lg erhielt man
frischeren, beständigeren Wind. Am 30. November wurde in 84,1° O-Lg der
Aequator passirt und am 10. Dezember die Rhede von Point de Galle erreicht.
Die Reisedauer von 48° N-Br ab betrug 111 Tage;
Am 10. März 1879, an welchem Tage die Bark sich in Sicht der Insel
Narcondam befand, begann man wieder mit der Führung des meteorologischen
Journals, „Richard“ war von Rangoon nach Falmouth bestimmt und segelte
noch bei leichtem nordwestlichem Winde. Derselbe drehte sich später durch
Nord nach NE, und erhielt man so in etwa 12° N-Br und 93,3° O-Lg den
Monsun. Mit diesem Winde wurde am 13. März in 93° O-Lg der Parallel
von 10° Nord überschritten, also drei Tage später, als wie die auf derselben
Reise befindliche „Wilhelmine“ dieses that, Der Monsun lief allmählich von
Nord durch Ost nach SE und endete in 5,3° N-Br und 90° O-Lg. Es folgte
Jer West-Monsun, der das Schiff am 21, März in 91,1° O-Lg über den Aequator
führte.
In 6,7° S-Br und 91,5° O-Lg setzte am 30.‘März der SE-Passat ein, der
anfänglich nur als leichte Brise wehte und erst später allmählich mehr auf-
frischte. „Kichard“ erreichte im Indischen Ozeane 10° S-Br in 86° O-Lg am
3. April, 20° S-Br in 70,5° O-Lg am 10. April und 30° S-Br in 35° O-Lg am
24. April. Der Meridian von 60° Ost wurde am 13. April in 23,5° S-Br über-
schritten. Die Grenze des eigentlichen Passatgebiets lag am 18. April in
26,8° S-Br und 49° O-Lg. Oestliche Winde blieben indessen noch vorherrschend
bis nach 35° O-Lg hin, und später angetroffene Westwinde waren wenig
stürmisch und dabei veränderlich in ihrer Richtung. Am 1. Mai wurde bei
kräftigem SE-Winde die Länge der Kapstadt erreicht und am 7. Mai der Pa-
rallel von 30° Süd in 13° O-Lg gekreuzt. Die Bark hatte 12 Tage südlich
von demselben zugebracht,
Ebenso schwer, wie der 5 Tage früher in 30° S-Br stehenden „ Wilhel-
mine“, fiel es „Richard“, das Passatgebiet zu erreichen. Zwischen 30° und
26° S-Br wehten, hartnäckig anhaltend, nördliche Winde; später folgten süd-
westliche, aus denen sich in etwa 24,5° S-Br und 10,5° O-Lg der Passat ent-
wickelte, Es wurde hierauf 20° S-Br in 0,7° W-Lg am 19. Mai, 10° S-Br in
12° W-Lg am 27. Mai und der Aequator in 22,5° W-Lg am 4. Juni über-
Schritten. Die Strecke von 30° S-Br bis zur Linie war in 28 Tagen zurück-
gelegt worden.
Der SE-Passat, welcher in 1,5° S-Br eine, für diese Jahreszeit ungewöhn-
liche, einen Tag anhaltende, Störung durch leichten westlichen Wind erlitt,
erstreckte sich auf nördlicher Breite bis nach 2° in 23,4° W-Lg. Hier drehte
der frische Wind nach SW, wurde aber bald nachher flau und unbeständig.
Nicht weniger als 12 Tage musste man sich dann im Stillengürtel abmühen,
bevor es gelingen wollte, am 17, Juni in 10,2° N-Br und 27° W-Lg den NE-
Passat zu erreichen. Im Passat wurde der kräftigste Wind zwischen 13° und
19° N-Br angetroffen, im übrigen wehte er immer flau. „Richard“ Kkreuzte
20° N-Br in 34,5° W-Lg am 22, ‚Juni und 30° N-Br in 40,3° W-Lg am 30. Juni.
In 34,8° N-Br und 40,2° W-Lg lag die polare Passatgrenze, der vorher flau
gewordene Wind drehte hier durch SE und Süd nach SW, und bei fast ungestört
aus westlicher Richtung wehenden Winden verlief der letzte Theil der Reise.
„Richard“ schnitt 40° N-Br in 36° W-Lg am 7. Juli und erreichte am 18. Juli
die Mündung des Kanals. Die Reisedauer von der Linie im Indischen Ozeane
ab betrug 119 Tage,
18. Reise der Elsflether Brigg „Thetis‘“, Kapt. €. E. von Reeken.
Während einer Reise von Gibara nach Valparaiso begann man am
1. Juni 1878 in 28° N-Br und 37° W-Lg an Bord der „Thetis“ die Führung
des meteorologischen Journals. Bei westlichen, veränderlichen Winden segelte
man von hier nach 23,8° N-Br und 34,8° W-Lg, der nördlichen Grenze des
Passatgebiets. Am 6. Juni wurde 20° N-Br in 345° W-Ly und am 10. Juni