621
Frisches Rind- und Hammelfleisch wurde von der Faktorei Godeffroy geliefert,
und auch in befriedigender Güte. Frisches Schweinefleisch wurde erst zwei-,
dann dreimal wöchentlich verausgabt und wurde dasselbe von einem Häuptling
in Apia bezogen, welcher seine Lieferungszeit regelmässig inne hielt, Das
Schweinefleisch kostete 1,12 .£, Rind- und Hammelfleisch 1,40 A per kgr.“
2. Reise von Apia bis Sydney im August 1879,
„Am 8. August verliess ich Apia unter Dampf, fand aber ausserhalb einen
so steifen Passat, dass ich gleich die Feuer auslöschte und segelte. Zwischen
Apolima und Savaii jedoch wurde es plötzlich still, mit Unterbrechung von
leichter südwestlicher Brise; ich musste deshalb noch einmal Dampf aufmachen,
um diese Passage zu passiren und fand südlich dann wieder einen frischen SE,
Die Feuer wurden ausgemacht und um 6* 30” p. m. die Schraube gelichtet,
Am 10. August, um 4 15”, kam die Insel Chikobia, die östlichste der
Fiji’s in Sicht. Während der Nacht wurde der Wind schwächer und flaute so ab,
dass ich am nächsten Morgen wieder Dampf aufmachte, um möglichst schnell
ein kühleres Klima zu erreichen. Ich dampfte bis zum 12, August 11* a, m.,
bänkte Feuer auf und segelte mit leichten nördlichen Winden, musste jedoch
um 2* wieder auffeuern, da die Brise wieder gänzlich aufhörte. Des Abends
um 11° 45” wurde wieder aufgebänkt und mit leichtem nordwestlichem Winde
4 bis 5 Knoten Fahrt gesegelt, worauf abermals Stille eintrat. Um 11* wurden
die Feuer wieder aufgebänkt und die Schraube entkuppelt. Der Wind blieb
jetzt nordwestlich bis zum 14, August Abends, wo er umsprang und sich
auf SW-Stärke 1 bis 2 festsetzte; es wurde deshalb wieder Dampf aufgemacht
und mit 56 Umdrehungen, 7 Knoten Geschwindigkeit gedampft.. Der Wind
blieb leicht und veränderlich bis zum 16. August Mittags, Es wurde wieder
aufgebänkt und mit leichtem südöstlichem Winde beim Winde gesteuert. Gegen
Abend frischte der Wind etwas auf, der Wind ging allmählich von SSE auf SE, war
am 17. August östlich, am 18, August nordöstlich, am 19. August nordwestlich, an
welchem Tage er Morgens um 9* ausschied und mit einer Bö auf SW sprang; kurze
Zeit darauf ging der.Wind auf SE, Stärke 5. Am 20. August Nachmittags
flaute der Wind ab und wurde unbeständig, ich sah mich deshalb genöthigt,
wieder Dampf aufzumachen, um unter möglichster Mitbenutzung der Segel, die
Reise fortzusetzen. Das Wetter war böig mit Regen, wenig Wind. CGlücklicher-
weise kam am 21. August etwas südöstliche Brise auf, und segelte ich bis zum
22. August Abends mit 4 bis 5 Knoten Fahrt weiter. Am Abend desselben
Tages flaute der Wind wieder ab und wurde unbeständig. Am folgenden Mittag
wurde im Hafen von Sydney in Farm Cove mit zwei Ankern geankert.“
Aus den Reiseberichten S. M. Kbt. „Albatross“,
Korv.-Kapt. Mensing 1)
Reise von Auckland bis Apia und von dort zurück nach Auckland
im April und Mai 1879.
„Nachdem S. M. Kbt. „Albatross“ am 18, April d. J. Mittags unter
Dampf den Hafen von Auckland verlassen hatte, wurde im Hauraki-Golf steifer
SE angetroffen, mit welchem unter Dampf und Schratsegeln um 2°/4* p. m. die
Wangaparoa-Passage, Tiritiri-Leuchtthurm und am Spätnachmittage die Insel
Little Barrier passirt wurde. Abends gegen 9* passirte das Kanonenboot unter
Dampf uud Raasegeln die Hen and Chickens-Gruppe, und wurde dann nördlicher
Kurs genommen. Bald darauf wurde das bereits trübe Weiter ganz dick und
1) S. „Ann. d. Hydr. etc.“, 1878, pag, 145, 290; 1879, pag. 286, 340.