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keine nennenswerthen Unterschiede gefunden; der grösste derselben betrug
innerhalb zwei Stunden 2°, während nach den Berichten S.M.S, „Arcona“
(s. „Ann. d. Hydr. etc,“, 1875, pag. 227) diese nach Passirung des Oo-sima-
Feuers (im Monat März) einen Uebergang von 12° auf 20° innerhalb weniger
Stunden beobachtet hat, dabei dann auch eine stündliche Stromversetzung von
über 2 Sm. Bei Dunkelwerden erhielt ich das Mikomoto-Feuer voraus in Sicht,
späterhin auch das Iro o saki-Feuer, Letzeres passirte ich ungefähr auf dem
Feouerkreis, sah es aber nicht im Horizont, sondern sehr hoch über demselben,
Diese Erscheinung lässt im Anfang leicht an der Richtigkeit des Feuers zweifeln,
doch ist dasselbe über 55m hoch und nur mit einem Linsen-Apparat 5, Ordnung
versehen, so dass dieser es ist, der seiner Sichtbarkeit eine Grenze setzt.
Stromversetzung habe ich während dieser Zeit gar nicht gehabt. Zwischen den
Inseln Zdsw und Vries hatte ich einen stündlichen Strom von l Sm in nordnordöst-
licher Richtung. Diese Beobachtungen stimmen sehr gut mit der Bemerkung
in der Karte, dass zwischen den Inseln für den Strom die Gezeiten sehr
maassgebend sind. Die Einfahrt in den Uraga-Kanal bietet keine Schwierig-
keiten. Für den Yedo-Golf möchte ich noch anführen, dass die rothe Bake
gegenüber Saratoga Spit sehr schwer zu erkennen ist. Dieselbe besteht nur
aus einer dünnen rothen Stange mit einer rothen Scheibe oben darauf, hebt
sich aber von dem dahinter liegenden dunklen Lande schon durch ihre Kleinheit
nur schr wenig ab.
Am 1. Juli um 9*a. m. aukerte ich im Hafen von Yokohama dicht neben
S. M. S. „Prinz Adalbert“.“
3.
Reise von. Yokohama naclı Hakodate und von da nach Tschifu
im August 1879,
„Am 5. August um 9 a, m, verlioss ich die Rlıede von Yokohama unter
Dampf bei SW-Wind, setzte, sowie Meta Head passirt war, alle Segel und liess
die Feuer ausmachen. Meine Absicht war, auf dieser wie auf der nächsten
Tour, von Hakodate nach Tschifu, u. A, Tieflothungen zu machen und Tempe-
raturen des Wassers an der Oberfläche zu messen.‘)
Der Anfangs günstige und frische SW-Wind hielt nur bis zum 7. August
Morgens an, ging nördlich herum und endete in vollständiger Stille. Am Abend
kam jedoch leichter NE-Wind durch, der zunächst gestattete, zwei Tage unter
allen Segeln zu kreuzen, dann aber bei fallendem Barometer in der Nacht vom
9. zum 10. August an Stärke bedeutend zunahm, so dass kleine Segel gemacht
werden mussten und das Schiff bei heftigem nördlichen Secegange bedeutend
stampfte. Am 11. August Morgens war der Wind, der die Stärke 8 erreicht
hatte, vorüber, und trieb das Schiff wieder in Windstille, wie sich nach der
Beobachtung ergab, mit bedeutender Stromversetzung nach Osten aus dem zu
nehmenden Kurse heraus. Am 10. August Nachmittags liess ich daher wioder
Feuer in zwei Kosseln anstecken und dampfte bei fast anhaltender Stille nach
Hakodate, wo ich am 13. August Vormittags eintraf.
Am 20. August um 9% a, m. verliess ich den Hafen von Hakodate unter
Dampf, setzte ausserhalb desselben bei frischem ESE-Wind Segel und machte
die Feuer aus. - Der Wind frischte gegen Abend so auf, dass das Schiff bis zu
8,5 Sm Fahrt lief. Während der Nacht ging der Wind auf SzW herum und
blieb auch während des nächsten Tages mit geringen Schwankungen südwestlich,
in der Stärke 4—6. Am 22, August ging der Wind nach NW, nahm an Stärke
schnell ab, und befand sich das Schiff Nachmittags in Windstille. Am 23. August
stellte sich wiederum südöstlicher Wind ein, und wurde die Reise unter Segel
fortgesetzt bis zum 24. August, an welchem Tage in einem Kessel Dampf ge-
macht wurde, da die Windstärke ungenügend war.‘ Am 27. August Vormittags
hatte gegen Morgen der Wind so zugenommen und war südwestlicher geworden,
dass der B. B. vordere Kessel um 7* a. m. mit in Betrieb gesetzt wurde. Am
1) Ueber diese in dem Japanischen Meere von Kapt.-Lieut. Herz gemachten Tiefseelothungen
und die von demselben angestellten Temperaturmessungen des Wassers an der Oberfläche werden
wir in einem der nächsten Hefte dieser Annalen berichten. A. d. R.