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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

An 
Aus den Reiseberichten S. M. S. „Luise‘, Korv.-Kapt. Schering.‘ 
S. M. S. „Luise“ war, wie in diesen Annalen pag. 394 erwähnt ist, auf 
der Hinreise nach der ostasiatischen Station am 30. April d. J. in Hongkong ein- 
getroffen und hatte sich von da am 23. Mai über Amoy nach Nagasaktı begeben, 
wo das Schiff am 12. Juni eintraf. Von Nagasaki aus segelte „Luise“ vom 
19. bis 22. Juni nach Kobe und von dort bis Yokohama (28. Juni bis 1. Juli). 
An letzterem Orte blieb das Schiff bis zum 5. August und unternahm alsdann 
eine Fahrt nach Hakodate (bis 13. August) und von da bis Tschifu (20. August 
bis 1. September). 
Ueber diese Einzelreisen berichtet der Kommandant S. M. S. „Luise“, 
wie folgt: 
il. Reise von Nagasaki nach Kobe (Juni 1879). 
„Die Reise richtet man am besten so ein, dass die Simonoseki-Strasse 
und die ihr folgenden Engen jedenfalls bei Tage, womöglich mit Still- und zwar 
mit Niedrigwasser passirt werden. Der Vortheil, den das Niedrigwasser ge- 
währt, ist nicht zu unterschätzen, da fast in jeder Enge Felsen vorkommen, 
die bei Hochwasser nicht sichtbar sind. Ueber die Strömungen, die in der 
ganzen Binnensee eine sehr bedeutende Rolle spielen, bietet die Segelanweisung 
genügenden Ausweis, auch sind den neueren Specialkarten meist noch besondere 
Direktionen beigedruckt. Den in den Karten befindlichen Hafenzeiten sprechen 
auch die Lootsen grosse Zuverlässigkeit zu, wenn sich auch bei heftigen süd- 
lichen und westlichen Winden Abweichungen zeigen. 
Als ich am 19. Juni Anker auf ging, wechselten heftige Böen mit Regen- 
schauern ab, und sah es wenig nach besserem Wetter aus. Bemerkenswerth 
war, dass ich, trotzdem der ganze Horizont dick bezogen war, niedrige Inseln 
auf 11 Sm Entfernung gesehen habe, allerdings sehr verschwommen, und änderten 
sich diese auch, selbst nachdem ich mich ihnen beträchtlich genähert hatte, 
nicht im Aussehen, Dieselbe Sichtigkeit, trotzdem es anscheinend ganz dick 
aussah, war mir schon bei der Navigirung vor der Einfahrt von Nagasakt 
aufgefallen. 
Die einfachste Navigirung ist, immer dicht am Lande zu bleiben, was 
bei den steil abfallenden Küsten hier durchaus keine Gefahr bietet und, wie 
ich mich praktisch zu überzeugen Gelegenheit hatte, die Orientirung und 
Navigirung bedeutend erleichtert. Das Aussehen der Inseln ist meist so markirt, 
dass sie mit Zuhülfenahme der Segelanweisungen gar nicht zu verkennen sind. 
Längs des Festlandes erhielt ich sehr bald Hako sima und Kaske-Insel in 
Sicht, beide nicht zu verwechseln; letztere ist ein kleiner vierkantiger Felsen 
mit steil abfallenden Wänden, erstere führt den bezeichnenden Namen Arch- Rock, 
allerdings ist der innere Bogen zunächst nur sehr wenig ins Auge fallend. 
Mitten zwischen beiden Inseln hindurch führt der Kurs. Ik6 sima passirte ich 
an B.B., Mats’ sima an St. B., und nahm darauf Kurs auf die Westhuk von 
Mikoto sima. Die auch auf der Karte dort angedeuteten Stromkabbelungen 
gleichen von weitem täuschend einer Brandung, obwohl sich durchweg genügend 
Wasser findet, 
Um die vielfachen Gefahren an der Westküste von Kiusiw zu vermeiden, 
namentlich den James Rock, für den keinerlei ins Auge springende Marken 
existiren, ging ich herüber nach der Mirado-Küste, dicht bei Kuro sima vorbei. 
Der in den Karten erwähnte „conspieuous tree“ auf der Westhuk von Kuro sima 
ist vor kurzer Zeit abgebrochen. Die Bake auf Fukushe, die 1877 abgebrochen 
war, wird neuerdings wieder aufgerichtet und war schon fast der Vollendung 
nahe. Sämmtliche Marken zur Vermeidung der Gefahren in der Hirado-Strasse 
sind in der Karte angegeben, und bietet ihre Benutzung keinerlei Schwierigkeiten. 
Vom Kap Oo Sakı ging ich hinüber nach der Kiusix-Seite und dicht unter dieser 
entlang. Die Asama-Bank markirte sich durch eine helle grünliche Farbe; die 
Enge selbst, und zwar die östliche Passage, passirte ich mit Niedrigwasser, und 
waren sämmtliche gefährliche Stellen über Wasser sichtbar. Das Feuer von 
\ Vgl. „Ann. d. Hydr. etc,“, 1879, pay. 394,
	        
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