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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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Der offiziell angegebene Wasserstand für Archangel-Barrc ist schon seit 
23 Jahren, so lange ich den Ort kenne, 14 Fuss 2 Zoll engl. (4,32m). So ist 
es auch am Zollamt angeschlagen; gewöhnlich ist jedoch mehr Wasser da, bei 
Springfiuthen und nördlichen Winden selbst 16 Fuss (4,9m). 
Die Lootsenstation ist beim Moudiuga-BEiland-Leuchtthurm; doch kommen 
die Lootsen erst nach See, wenn sich Schiffe der Barre nähern. Es ist nur 
eine beschränkte Zahl von Lootsen vorhanden, so dass bei gleichzeitiger Ankunft 
vieler Schiffe, wie sie sich hier oft ereignet, die letzten Schiffe ohne Lootsen 
einsegeln oder wieder nach See halten müssen, Gewöhnlich indessen folgen die 
Schiffe, welche keinen Lootsen erhalten, den mit Lootsen besetzten Vorseglern 
und im Gänsemarsch geht es dann den Fluss hinauf. In diesem Jahre kamen 
innerhalb vier Tagen 200 Schiffe an, von denen mehrere auf der Rhede ankerten 
und dadurch die letzten wurden, welche Lootsen erhielten. Die Lootsen besetzen 
nämlich immer zuerst diejenigen Schiffe, welche am weitesten fiussaufwärts be- 
findlich sind, und bringen diese später auch noch zum Lösch- oder Ladeplatz. 
Wer hier einigermaassen bekannt ist, kann bei der guten Betonnung des 
Fahrwassers und Beachtung der Wasserstandssignale ganz gut obne Lootsen 
einsegeln. Man hält in solchem Falle die Richtstange mit den schwarzen Bällen 
in Linie mit der dahinter stehenden schwarzen Bake, und trifft zugleich an St. B. 
rothe und an B. B. schwarze Tonnen als Bezeichnung der das Fahrwasser be- 
grenzenden Bänke. Südlich von Moudiuga-Eiland ist geschützter Ankergrund 
und überall ist der Boden der Dwina sehr gut haltend, so dass mau vor wenig 
Kette meistens sicher liegt. Segelt man weiter flussaufwärts, so hat man wieder 
rothe Tonnen an St. B. und schwarze an B.B.; zwischen beiden, weiter in das Fahr- 
wasser hinein, befinden sich aber noch Buschbaken von gleichartiger Form. Ist 
man südlich vom Südostende der Insel Mowravoi angekommen, so hat man hier 
wieder einen ziemlich ausgedehnten Platz zum Ankern und liegt hier gerade 
zur Hand für die herunterkommenden Lootsen. Eine Seemeile südlich vom 
Südostende letzterer Insel theilt sich das Fahrwasser; in südlicher Richtung 
führt das direkte Fahrwasser am Neu-Dwina-Fort vorbei, nach östlicher Richtung 
goht anfangs der Maimaksa-Kanal. An der Stelle, wo die Trennung der Fahrwasser 
stattfindet, liegt eine schwarz und weiss vertikal gestreifte Tonne. Nordöstlich 
führt dann von hier aus noch ein Flussarm zum Hafen von Lapominkatia, der 
Quarantainestation, die nach unserem Wissen im letzten Vierteljahrhundert als 
solche aber wohl nicht mehr in Anspruch genommen wurde. 
Beim Verfolgen des direkten Fahrwassers trifft man gleich anfangs eine 
Barre mit drei schwarzen Tonnen an B. B. und Buschbaken an St, B. Weiterhin 
hat man sich nach dem Flussufer zu richten, dabei dem B. B.-Ufer am nächsten 
bleibend, bis eben nördlich vom Neu-Dwina-Fort wieder eine Barre, gekenn- 
zeichnet durch zwei rothe Tonnen an St. B., erreicht wird. Noch eine dritte 
Barre befindet sich weiter nach Süden hin, die mit schwarzen Bojen an 
der B. B.-Seite versehen ist. Nachdem auch diese passirt ist, nähert man sich 
wieder dem B. B.-Ufer und findet nahe bei den, der Weissenmeer-Kompagnie 
gehörenden Sägemühlen die grösste Wassertiefe. Hier ist man schon nicht weit 
vom Hafen von Solambala, wo der Klarirung durch die Zolloffizianten wegen 
geankert werden muss. Das Maimaksa-Fahrwasser vereinigt sich bei den eben 
erwähnten Sägemühlen wieder mit dem direkten Fahrwasser, Ersteres hat nur 
eine Barre, die auch nicht so hoch liegt, wie die drei Barren des letzteren Fahr- 
wassers; in Folge dessen benutzen tiefbeladene Schiffe beim Ausgehen immer 
den Maimaksa-Kanal. Benutzt man flussaufwärts segelnd dieses letztere Fahr- 
wasser, so bleiben die schwarz und weiss vertikal gestreiften Tonnen an St, B., 
während an B.B. verschiedene Buschbaken stehen. Weiterhin steuert man 
angesichts des bald an beiden Seiten in Sicht kommenden Landes. Es ist 
darauf zu achten, diejenige Seite des Fahrwassers zu wählen, deren Ufer der 
Strom etwas eingerissen hat, Die Maimaksa-Barre liegt am Nordende der 
Povrakulskoi-Insel, dort, wo die Vereinigung eines anderen Flussarmes mit dem 
Maimaksa-Kanal stattfindet. 
Zwei rothe Tonnen, welche an St. B., und Buschbaken, welche an B.B. 
zu halten sind, bezeichnen hier die flachen Stellen. Für ausgehende Schiffe ist 
eine Wasserstandsmarke südlich davon am linken Flussufer aufgestellt. Diese 
Marke zeigt die offizielle, im Zollhause ausgehängte Wassertiefe an. In diesem
	        
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