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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

Die Wirksamkeit des Sturmwarnungswesens an der deutschen Küste. 
Zu 5. Vor 11 Uhr abends werden die Sturmwarnungen meistens von der Post noch hierher ge- 
bracht, sonst morgens früh. 
Zu 6. . Nicht bekannt. 
Zu %. Ich halte die jetzige Einrichtung für vollständig genügend, nur wäre es zu empfehlen, daß 
bei plötzlich auftretenden Stürmen, wie am 12. August, die Seewarte von den betreffenden 
Agenturen benachrichtigt wird und dann von der Seewarte das Aufziehen der Sturmsignale 
angeordnet wird. 
vez. Köhne, Hafenmeister, 
24. Neuwerk. 
Zu 1. Die Urteile sind nur günstig und lobend. 
Zu 2. Auf Watt befindende Fahrzeuge gehen mit der Fluttide zu Osten der Insel in Schutz 
(Eitzenloch) oder direkt aufs Watt. 
Zu 3, Nur durch Aufziehen der Signale. 
Zu 4. Nein. ; 
Zu 5. Meistens abends bis 10 Uhr, 
Zu 6. Hier auf der Insel durch rechtzeitiges Auftreiben des Viehes aus dem Außendeich. 
gez. C. Berg. 
25. Rechtenfleth. . 
Zu 1. Die hiesige Bevölkerung begrüßt die Einrichtung mit Freuden und würde sie, falls dieselbe 
aufgehoben würde, sehr vermissen. 
Zu 2. Die Sturmwarnungen werden namentlich von den Landwirten, die auf den Inseln und 
Außendeichen der Weser Land zur Heugewinnung benutzen, während der Heuernte beachtet; 
die Landwirte richten sich dabei viel nach den einlaufenden Sturmwarnungen, indem sie bei 
angemeldetem Sturm mit dem Mähen warten, bis die Gefahr vorüber ist, da sonst mit Sicher- 
heit zu erwarten ist, daß die Fluten das Heu fortschwemmen. Desgleichen werden die Sturm- 
warnungen von den hier befindlichen Fischern und Kahnschiffern beachtet. 
Zu 3.‘ Sobald eine Sturmwarnung eintrifft, wird sie innerhalb 10 Minuten dem Wärter der Station 
eingehändigt, der dann sofort das Signal an einem weitsichtbaren Gerüst aufzieht. 
Zu 5. Etwa von 10 bis 11 Uhr abends. 
Zu 6. Vor Rechtenfleth und Sandstedt ankern auf der Weser fast während des ganzen Jahres 
Fischer mit ihren Evern und fischen. Kurz vor Einrichtung der Station überraschte ein Sturm 
diese Fischer, und vier Ever wurden von ihren Ankerplätzen losgerissen und auf den Strand ge- 
;rieben, wobei vier Personen ihr Leben verloren, Dieses hat sich bisher nicht wiederholt, da 
die Fischer bei signalisiertem Sturm ihre Netze einziehen und in Sicherheit gehen, 
gez. Herm, Dresselhaus, Vorsitzender des landw. Vereins Hagen. 
26. Bremerhaven. 
Zu 1. Da es den Seeleuten bekannt ist, daß die Seewarte das beste Urteil über das in Aussicht 
stehende Wetter haben muß, so fallen die Sturmwarnungen derselben natürlich sehr ins Gewicht, 
wenn auch manche allgemeinen Warnungen derselben hier nicht die erwarteten Folgen haben, 
oder lokale Stürme ohne vorherige Warnung eintreten, 
2. Größere Dampfer richten sich, trotz der Warnungen, meistens nach den örtlichen Verhält- 
nissen und dem Barometerstand; Lloyddampfer z. B. dürfen und können keine Rücksicht darauf 
nehmen, sie müssen fahren, wenn sie bei ihrer Abgangszeit nach See kommen können. 
Zu 3. Wir haben in Bremerhaven bei der Schleuse des Alten Hafens, des Neuen Hafens und der 
Agentur der Seewarte Anschlagstellen, beim Neuen Hafen und bei Hoheweg-Leuchtturm Sturm- 
warnungssignale. 
Zu 4. Ist mir persönlich nicht bekannt. 
Zu 5. Hier im Alten Hafen um 10 oder 101/, Uhr abends. 
Zu 6. Ist mir nicht bekannt. 
Zu %. Ich würde es für rätlich halten, daß eine Sturmwarnungsstelle, sobald die Windstärke hier 
am Ort mehr wie 8 beträgt und die Seewarte dann noch nicht das Aufziehen einer Sturm- 
warnung angeordnet hat, sich an die Seewarte wendet um anzufragen, ob nicht der Sturmball 
gesetzt werden soll, da es sonderbar aussieht, wenn bei Sturm nicht auch das Sturmwarnungs- 
signal zu schen ist. 
gez. Nießen, Lotsenkommandeur. 
27. WyKk auf Föhr. 
Zu 1. Daß dieselbe eine gute und nützliche Einrichtung ist. i 
Zu 23. Ja! Und insofern, daß die Schiffer, zur Vorsicht ermahnt, abwarten. Auch achten die 
Landleute und Halligbewohner schr auf die Signale. 
Zu 3. Ja, durch Anschlag. . 
Der Mast ist so angebracht, daß jeder Schiffer die Signale sofort schen muß. 
Zu 4. Nur auf Verlangen. An Schiffe der Kaiserlichen Marine. 
Zu 5. Gewöhnlich nach 11 Uhr abends, oft auch erst den anderen Morgen früh. 
Zu 6. Ja, obgleich ich keine besonderen Fälle nachweisen kann, 
Zu 7. Ich wüßte nichts anzugeben. 
vez. J. W. Yolauardsen, Signalist.
	        
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