585
lief, ‘In 14,4° S-Br und 103,5° O-Lg drehte. der Wind östlich von Süd und so
erreichte man, ohne vorher durch Mallung aufgehalten worden zu Sein, den
Passat. Es wurde im Indischen Ozeane 10° S-Br in 104,2 O-Lg am 31. Januar,
20° S-Br in 79° 0O-Lg am 18. Februar und 30° S-Br in 41,2° O-Lg am 26. Februar
überschritten. In 24,8° S-Br kreuzte man den Meridian von 60° Ost und das
Passatgebiet wurde in 27,5° S-Br und 54° O-Lg verlassen. Verhältnissmässig
recht günstige Winde erleichterten südlich von der letzteren Breite die Fahrt,
so dass die Umsegelung des Kaps der guten Hoffnung in kurzer Zeit vollendet
werden konnte. Am 7. März wurde die Länge des Kaps passirt und am 12. März
golangte das Schiff in 6,8° O-Lg wieder nördlich vom Parallel von 30° Süd,
14 Tage früher hatte man dieselbe Breite im Indischen Ozeane überschritten,
Die Fahrt durch den Südatlantischen Ozean wurde schon von 31,5° S-Br
in 7,8° O-Lg ab durch zwar nur leichten, aber doch beständigen Passat be-
günstigt. „Charles Lüling“ gelangte auf derselben nach 20° S-Br in 5,5° W-Lg
am 19. März, nach 10° S-Br in 18,8° W-Lg am 26. März und zum Aequator in
28,5° W-Lg am 2, April.
Schon wenige Meilen nördlich vom Aequator überschritt man die äqua-
toriale Grenze des SE-Passats, drei Tage wurden darauf im Stillengürtel ver-
bracht und schliesslich in 1,3° N-Br und 29,3° W-Lg das Gebiet des NE-Passats
erreicht. In diesem wehte bis zu 18° N-Br hin sehr frische Brise, weiter
nach Norden war dieselbe fauer und in 23,8° N-Br und 59° W-Lg hörte der
Passat ganz zu wehen auf. Es wurde 10° N-Br in 39,2° W-Lg am 9. April,
20° N-Br in 51,5 W-Lg am 14, April und 30° N-Br in 71,5 W-Lg am 23. April
überschritten. Nördlich vom Passatgebiet traf man noch für längere Zeit nord-
östliche Winde, doch wurde der Bestimmungsplatz schliesslich bei westlichem
Winde angesegelt. Am 30. April, nach 90tägiger Reise von Java Head, wurde
die Bai von New- York erreicht.
Jl. Reise der Bremer Bark „Elena“, Kapt. Johs. Steenken.
Am 22. April 1879 befand sich die von Hamburg nach New-York be-
stimmte Bark „Elena“ in Sicht von Fair Island. Kräftige Ostwinde führten
von hier das Schiff in den Ozean hinaus, wo man solch günstige Windverhältnisse
antraf, dass 30° W-Lg in 53,5° N-Br am 28. April und 50° W-Lg in 44° N-Br
am 8. Mai erreicht werden konnte. Westlich von der Neufundland-Bank waren
die Gegenwinde häufiger, als während des ersten Theiles der Reise, dennoch
aber war es möglich, nachdem 60° W-Lg in 42,3° N-Br am 14, Mai geschnitten
war, am 22, Mai die Bai von New- York zu erreichen. Die Reisedauer von der
Nordspitze Schottlands ab betrug 30 Tage.
Am 20. Juni wurde die Heimreise nach Bremen angetreten. Bei, im
Anfang sehr leichten, nachher aber kräftigen, günstigen Winden wurde diese
Fahrt über den Atlantischen Ozean vollendet, ohne dass sich irgend Erwähnens-
werthes ereignete. Man kreuzte 50° W-Lg in 41,2° N-Br am 30. Juni, 30° W-Lg
in 45,8° N-Br am 6. Juli und erreichte am 12, Juli nach 22tägiger Reise die
Mündung des Kanals.
12. Reise der Bremer Bark „Iris“, Kapt. W. Pfeiffer,
Am 31. Juli 1878 verliess bei stürmischem Ostwinde die von "Bremen
nach Charleston bestimmte Bark „Iris“ den Kanal. Bei diesem günstigen Winde
steuerte Kapt. Pfeiffer zunächst direkt auf seinen Bestimmungshafen zu und
hielt erst dann nach Süden für die Passatregion ab, als in 42,5° N-Br und
30° W-Lg Gegenwinde angetroffen wurden. Es wurde dann 40° N-Br in
32,3° W-Lg am 11. August und 30° N-Br in 35,5 W-Lg am 17. August über-
schritten, In etwa 27° N-Br und 39° W-Lg gelangte die Bark in das Gebiet
des Passats. Der hier wehende Wind war zwar beständig, doch im Ganzen
nur von geringer Stärke, so dass mit demselben keine recht befriedigende Fahrt
zu erzielen war. „Iris“ schnitt 60° W-Lg in 24,7° N-Br am 29. August und
den Parallel von 30° Nord in 77,2° W-Lg am 7. September. Mit stürmischem
Ostwinde legte man die letzte Strecke der Reise zurück nnd am 9. September
ankerte die Bark auf der Rhede von Charleston. Die Reisedauer von Lizard
ab betrug 40 Tage,
Ann. d, Hydr., 1879, Hoft XI (November).