5384
24,5° W-Lg der Parallel von 10° Süd gekreuzt wurde, Die äquatoriale Grenze
des Passats wurde noch auf südlicher. Breite angetroffen, schon in 1,5° S-Br
fand man Mallung und Stille. Den Aequator überschritt „Herkules“ am 4. Juni
in 26,2° W-Lg nach einer Reise von 32 Tagen ab Kap Horn.
In 6,5° N-Br und 25,3 W-Lg lag am 10. Juni die südliche Grenze des
NE-Passats; gleich nördlich derselben wehte frischer, beständiger Wind, der
sich bis zu 35° N-Br in 43° W-Lg ausdehnte. „Herkules“ kreuzte 10° N-Br
in 30° W-Lg am 13. Juni, 20° N-Br in 36,2° W-Lg am 18. Juni und 30° N-Br
in 40,2° W-Lg am 22. Juni. Nördlich von 35° N-Br wehten mässig frische
Westwinde, mit denen die Bark den Parallel von 40° Nord in 32,5 W-Lg am
30. Juni und die Mündung des Kanals” am 9. Juli erreichte. Die Dauer der
Reise von der Linie zum Kanal war 35, die der Gesammtreise 104 Tage.
10. Reise des Bremer Schiffes „Charles Lüling“, Kapt. J. D. Wicke.,
Das von Cardif nach Singapore bestimmte Schiff „Charles Lüling“ über-
schritt am 14. Juli 1878 den Parallel von 50° N-Br. Anhaltend aus nordöst-
licher und nordwestlicher Richtung wehende Winde bewirkten, dass 40° N-Br
in 17° W-Lg schon am 18. Juli, 30° N-Br in 20° West am 23. Juli überschritten
werden konnte. In 35° N-Br war der Passat eingesetzt, derselbe trat nur in
mässiger Stärke auf und erstreckte sich bis 9,2° N-Br in 23,1° W-Lg. Mit ihm
wurde 20° N-Br in 25,3° W-Lg am 27. Juli und 10° N-Br in 23,5° W-Lg am
3. August gekreuzt. Im Süden des Passatgebietes wurde man zwei Tago
durch Windstille und Mallung aufgehalten, bevor man in 8,4° N-Br und 22,8° W-Lg
frischen SW-Monsun fand. Das Schiff segelte beim Winde südostwärts bis in
dieser Weise und versetzt durch starke östliche Strömung 6° N-Br in 17,2° W-Lg
erreicht wurde, dann liess Kapt. Wicke wenden. Der Wind raumte darauf
allmählich, ebenso kenterte auch die Strömung und am 12. August stand „Charles
Lüling“ in 24,5° W-Lg auf dem Aequator. Die Strecke von 50° N-Br bis hierher
war in 29 Tagen zurückgelegt worden.
Auch der Passat des Südatlantischen Ozeans erwies sich nur sehr flau;
„Charles Lüling“ kreuzte hier 10° S-Br in 32,5 W-Lg am 17. August, 20° S-Br
in 37,2 W-Lg am 23. August und 30° S-Br in 26° W-Lg am 28. August. Auf
den, in 26,5 S-Br und 31,4 W-Lg verlorenen Passat folgten umlaufende, jedoch
meistens günstige Winde, und am 5. September stand das Schiff in 37° S-Br
auf dem Meridian von Greenwich. An diesem Tage waren 23 Tage verflossen,
seit man die Linie überschritt.
Nach Osten segelnd, hielt „Charles Lüling“ sich zwischen 41° und
42° S-Br, der südlichste Punkt wurde am 17, September in 42° S-Br und 53° O-Lg
angelaufen. Es wurden durchgehends westliche Winde angetroffen, die zwar
kräftig, aber nicht unerwünscht stürmisch waren. Am 23. September, 18 Tage,
nachdem der Meridian von Greenwich verlassen worden war, gelangte das Schiff
nach 80° O-Lg in 36,2° S-Br.
Auf der Fahrt von diesem letzteren Punkte zum Passat fand „Charles
Lüling“ zwar anfänglich noch kräftige günstige Winde, in etwa 27° S-Br wurde
es jedoch flau, und musste die Strecke zwischen diesem Parallel und der in
20° S-Br und 90° O-Lg liegenden Grenze des Passats bei ganz leichten ver-
änderlichen Winden zurückgelegt werden. Es wurde 30° S-Br in 89° O-Lg am
26. September, 20° S-Br in 90° O-Lg am 4. Oktober, 10° S-Br in 91,6 O-Lg
am 8, Oktober und der Aequator in 93° O-Lg am 11. Oktober überschritten.
Der Passat erstreckte sich bis über die Linie, allmählich wurde dort die Wind-
richtung südlicher und von 1,5° N-Br an wehte ziemlich beständiger südsüd-
westlicher Wind. In 5,4° N-Br und 93,5° O-Lg endete auch dieser Wind und
an seine Stelle trat ein leiser vorherrschend aus nordwestlicher Richtung
wehender Zug, mit dem die NW-Spitze von Sumatra umsegelt wurde, ohne dass
man das Land erblickte. Am 20, Oktober passirte „Charles Lüling“ die Länge
des Kap Diamant und am 29, Oktober konnte auf der Rhede von Singapore
geankert werden. Die Reisedauer von 50° N-Br her betrug 107 Tage.
Beladen passirte das, nun nach New- York bestimmte, Schiff am 30. Januar
1879 Java Head, Gleich ausserhalb der Sunda-Strasse traf man beständigen
Westwind, der südlich von 13° S-Br allmählich abflaute und zugleich südlicher