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Von Pensacola aus wurde am 19, April die Retourreise nach Caen an-
yetreten.: Dieselbe verlief nicht so günstig, wie die zuletzt vollendete, Be-
sonders zu Anfang und gegen das Ende dieser Reise wurde man längere Zeit
durch Ostwinde aufgehalten. Am 28. April befand sich die Bark in Sicht des
Feuers von Havana, und am 2, Mai passirte sie die Kuge der Florida-Strasse.
Darauf wurde 30° N-Br in 80° W-Lg am 3. Mai, 60° W-Lg in 39,3%“ N-Br am
16. Mai, 50° W-Lg in 40,8° N-Br am 20. Mai und 30° W-Lg in 46,8° N-Br am
29, Mai überschritten. Oestlich von 20° W-Lg hatte das Schiff wiederum längere
Zeit gegen östlichen Wind zu kämpfen, ehe es möglich war, den Kanal zu er-
reichen. Die Reisedauer von Pensacola ab betrug 5l Tage.
9, Reise der eisernen Elsflether Bark „Herkules“, Kapt. H. Johannssen.
Am 20. Juni 1878 passirte die von Liverpool nach Brisbane bestimmte
Bark „Herkules“ den 50. Grad nördlicher Breite. Mit ziemlich günstigen, west-
lichen Winden segelte man südwärts, 40° N-Br in 20,8° W-Lg am 29. Juni und
30° N-Br in 22,5° W-Lg am 4. Juli kreuzend. Das Gebiet des NE-Passats
erstreckte sich von 33° N-Br in 22,2° W-Lg nach 14,8° N-Br in 25,6° W-Lg.
Nur bis 20° Nord, welche Breite am 7. Juli in 24,9° W-Lg überschritten. wurde,
wehte frischer Wind, später war der Passat nur flau, Längere Zeit musste
auch gegen Mallung gekämpft werden, bevor es gelang, in 11° N-Br und
26,8° W-Lg südwestlichen Monsun anzutreffen. Mit diesem wurde am 15. Juli
10° N-Br in 24,5° W-Lg überschritten und als östlichster Punkt 18,2° W-Lg
in 6,7° N-Br berührt. Nachdem an letzterem Orte gewendet worden war, raumte
dann.auch allmählich der Wind, und am 24. Juli, 34 Tage nachdem 50° N-Br
verlassen worden war, wurde in 25,2° W-Lg der Aequator überschritten.
Im Südatlantischen Ozeane erstreckte sich das Gebiet des Passats bis
zu 30° S-Br in 34,5° W-Lg. Es wurde dort 10° S-Br in 31,2° W-Lg am
29. Juli, 20° S-Br in 35,1° W-Lg am 2. August und 30° S-Br in 34,5 W-Lg am
6. August geschnitten. Nachdem die letztere Breite überschritten war, wehten
für längere Zeit frische, aus hoch nördlicher Richtung kommende Winde, mit
denen man am 16. August in 38,8° S-Br von westlicher in östliche Länge über-
ging. „Herkules“ befand sich bis dahin 23 Tage auf der südlichen Halbkugel.
Beim Ablaufen der Länge hielt das Schiff sich anfänglich längere Zeit
in der Nähe des 43. Grades südlicher Breite, später wurde jedoch ein etwa
2° nördlicher liegender Parallel aufgesucht. Man traf günstige, nicht zu
stürmische Winde, und passirte den Meridian von 80° Ost in 41,1° S-Br. am
7. September und den des Kap Leuwin in 41,5° S-Br am 16. September. Bei
Tagesanbruch des 26, September befand man sich in Sicht des Südkaps von
Tasmanien, worauf nach Umsegelung desselben der Kurs nach Norden gerichtet
wurde. Oestlich von Australien traf man keine besonders günstigen Winde,
doch gelang es, nachdem 40° S-Br in 151,3° O-Lg am 29. September, 30° S-Br
in 155,5° O-Lg am 11. Oktober überschritten worden war, am 13. Oktober den
Bestimmungshafen zu erreichen. Die Dauer der Gesammtreise von 50° N-Br ab
betrug 116 Tage.
Am 27. März 1879, dem Tage der Abreise von Tahiti, begann man an
Bord der nach Hamburg bestimmten Bark die Weiterführung des Journals.
Mit dem Passat wurde südwärts gesegelt, bis die Bark nach 28° S-Br in
150° W-Lg gekommen war. Auch südlich von diesem Orte wurde der Wind
noch wieder für längere Zeit östlich, und erst in 44° S-Br fand „Herkules“ die
gewünschten kräftigen Westwinde. Es wurde 20° S-Br in 149,8° W-Lg am
28, März, 30° S-Br in 147° W-Lg am 4. April, 40° S-Br in 151,5° W-Lg am
11. April und 50° S-Br in 96° W-Lg am 26. April geschnitten. Am 3, Mai,
dem 36. Tage nach der Abreise von Tahiti, wurde das Kap Horn erblickt.
Im Südatlantischen Ozeane herrschten zuerst kräftige nordwestliche Winde,
mit denen eine rasche Fahrt erzielt werden konnte. Man gelangto dort nach
50° S-Br in 50,5° W-Lg am 7. Mai, nach 40° S-Br in 34,5° W-Lg am 12. Mai
und nach 30° S-Br in 25,1° W-Lg am 16..Mai. In 32° S-Br ‚hatte der nord-
westliche Wind sein Ende gefunden, es folgte längere Zeit anhaltende Mallung
und dann wieder hoch nördlicher Wind. In 20° S-Br und 21,4° .W-Lg, wo man
sich am 25. Mai befand, setzte der SE-Passat ein,. mit. welchem am 29. Mai in