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günstig, dass schon am 19. April der Meridian von 30° West in 57,5° N-Br
und am 28, April der von 50° West in 47,4° N-Br erreicht werden konnte.
Am 2, Mai ankerte „Helene“ im Hafen von St. Johns, nach einer Reise, deren
Dauer von Fair Island ab nur 23 Tage betrug.
Kapt. Heerma bemerkt in seinem Journale, dass Mitsegler, die vom Kanal
und der Westküste Englands ausgingen und eine verhältnissmässig südliche
Route über den Ozean verfolgten, lange Reisen machten und Klagen führten
über angetroffene stürmische Gegenwinde.
Am 24. Mai ging „Helene“ wieder iu See, um nach Hamburg zurückzu-
kehren. Leider traf man auf dieser Reise auch fast nur flaue östliche Winde,
die jetzt natürlich sehr unerwünscht kamen. Es wurde 50° W-Lg in 48,2° N-Br
am 25. Mai, 30° W-Lg in 49,8° N-Br am 3. Juni und der Kanal am 16. Juni
arreicht. Die Reisedauer von St. Johns bis zum Kanal betrug 23 Tage.
4. Reise der Stettiner Bark „Ferdinand Brumm“, Kapt. A. F. Voss.
Am 11, September 1878 befand sich „#. Brumm“ in der Nähe der
Sciliy-Inseln, Das von Liverpool nach Singapore bestimmte Schiff suchte von
hier nach Süden hin zu gelangen, doch waren die anfänglich angetroffenen
westlichen Winde diesem Vorhaben wenig günstig. In 44° N-Br kam jedoch
kräftiger NE-Wind durch, der, ohne Unterbrechung bis zu den Passatbreiten
anhaltend, eine rasche Fahrt ermöglichte. Man schnitt 40° N-Br in 15,8° W-Lg
am 20. September, 30° N-Br in 21° W-Lg am 25. September und 20° N-Br in
25° W-Lg am 29. September. Am 2. Oktober hatte die Bark in 12,2° N-Br
und 26,2° W-Lg die südliche Grenze des Passatgebiets erreicht und fand dann
nach zwei in Windstille zugebrachten Tagen in 11° N-Br frischen, beständigen
SW-Monsun. Mit demselben wurde 10° N-Br in 25,8° W-Lg am 5. Oktober
gekreuzt und als östlichster Punkt 20,1° W-Lg in 5,9° N-Br berührt. Hier, wo
man wendete, wurde auch die vorher starke, an einem Tage den Betrag von
35 Sm erreichende östliche Strömung schwächer, doch herrschte dieselbe, wohl
als Folge des noch sehr lange aus südwestlicher Richtung wehenden Windes,
bis nach 2° N-Br hin. Am 18. Oktober überschritt „”. Brumm“ in 25° W-Lg
den Aequator, nach 37tägiger Reise von 50° N-Br her.
Im Südatlantischen Ozean wurde 10° S-Br in 31,8° W-Lg am 22. Oktober,
20° S-Br in 33° W-Lg am 26. Oktober uud 30° S-Br in 26,5° W-Lg am
30. Oktober geschnitten. Das Passatgebiet verliess man in 21° S-Br, hier etwa
lief der frisch wehende Wind nordöstlich und später in langsamer Drehung
durch Nord nach West. Am 6. November wurde die Insel Tristan d’Acunha
erblickt und am 10. November in 40,6° S-Br der Meridian von Greenwich
gekreuzt. Um diesen Punkt vom Aequator her zu erreichen, waren 23 Tage
erforderlich gewesen.
Beim Ablaufen der Länge wurde als südlichste Breite 42,3° Süd in
29° O-Lg angelaufen, es waren die angetroffenen Winde ihrer Richtung nach
vorherrschend günstig und auch nicht zu stürmisch. Am 1. Dezember befand
die Bark sich in geringer Entfernung von der Insel St. Paul, und am folgenden
Tage wurde in 37,8° S-Br der Meridian von 80° Ost gekreuzt; 22 Tage waren
bis dahin in östlicher Länge zugebracht worden.
Bei dem Parallel von 30° Süd, welcher in 88,6° O-Lg gekreuzt wurde,
fand der Ucbergang des bisherigen SW-Windes in den SE-Passat statt; der-
selbe wehte recht kräftig, und sein Gebiet orstreckte sich bis 11° S-Br in
39,3° O-Lg. „F. Brumm“ kreuzte 20° S-Br in 89,6° O-Lg am 10. Dezember
und 10° S-Br in 89,3° O-Lg am 14. Dezember. Nördlich vom Passatgebiete
wurde die Bark erst längere Zeit durch ganz leichten südlichen Zug aufgehalten;
aus demselben entwickelte sich später ein frischer, jedoch sehr unbeständiger
westlicher Monsun, der von starker östlicher Strömung begleitet war. Am
23. Dezember wurde in 94,1° O-Lg der Aequator überschritten, 21 Tage später,
als der Meridian von 80° Ost passirt worden war.
Bis nach 2,3° N-Br begleitete der frische westliche Wind die Bark,
dann setzte wieder leichte Mallung ein, die vorherrschend eine östliche und
südliche Richtung hatte. Am 24. Dezember befand „#. Brumm“ sich in Sicht
von Pulo Brass, musste dann aber noch 8 Tage lang gegen frischen östlichen