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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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Reise von Valparaiso bis Apia (März bis Mai 1879) und a über 
einige Inseln der Gruppen der Gesellschafts- und Cooks-Inseln. 
(Mit einer Skizze des nördlichen Theiles der Insel Ratatea.) 
„Am 3. März 1879, um 3" p. m., verliess ich den Hafen von Valparaiso 
unter Dampf und konnte nach einstündigem Dampfen, bei frischem südlichem 
Winde, Segel setzen. Derselbe währte jedoch nur bis zum 5. März, worauf er 
ßau wurde und am folgenden Tage auf WNW ging. Am 7. März Vormittags 
wurde zum ersten Male gelothet; am 8. März Vormittags trat Windstille ein, 
welche Nachmittags durch leichten südlichen Wind ersetzt wurde. Am 10. März 
wurde wieder gelothet. 
Ich hatte erst die Absicht, auf dem 25sten Breitengrad meine Länge bis zur 
Piteairn-Insel abzulaufen und dann nördlich um die Paumotu-Gruppe herum- 
zugehen, fand mich jedoch durch den schwachen, wenn auch im Grossen und 
Ganzen regelmässigen östlichen, zwischen SE und NE schwankenden Wind ver- 
anlasst, auf 100° W-Lg nördlich zu steuern, bekam aber erst zwischen 15° und 
16° S-Br frische Brise, die durchschnittlich recht von achter kam, so dass 
z. B. 6 Tage hintereinander Leesegel an beiden Seiten geführt wurden, ohne 
eine Brasse zu rühren, 
Auffallend ist der Unterschied zwischen dem Stillen und dem Atlantischen 
Ocean in dem Feuchtigkeitsverhältnisse der Luft im SE-Passat. Während im 
Atlantischen Ocean die Luft mit Feuchtigkeit geschwängert und des Nachts ein 
so schwerer Thau fällt, dass die Kleider wie vom Regen durchnässt sind, wurde 
im Stillen Ocean nur an wenigen Tagen auf der Mittelwache ein leichter Thau 
verspürt und war durchgängig die Luft so trocken, dass des Morgens nicht 
einmal die blank geputzten Messingtheiloe angelaufen waren; dagegen kamen 
fast jede Nacht leichte Regenschauer vor. 
Am 8. April Morgens, bei Tagesanbruch, war Tepoto-Insel, die westlichste 
der Disappointment-Inseln, an B. B. achteraus in Sicht. Am 10. April passirten 
wir die Insel Manihi (Niedrige Archipel), wobei das Mittagsbesteck ergab, dass 
entweder die Insel um 15 Minuten falsch lag, oder die Chronometer seit Valpa- 
raiso 1 Minute Zeit verändert hatten. Am 11. April Mittags passirten wir die 
Matahiva- (Lazaref-) Inseln; der Kurs war zwar auf Tikahau- oder Krusenstern- 
Insel abgesetzt worden, welche wir aber gar nicht in Sicht bekamen, Hier 
setzte zum ersten Male auf der ganzen Reise der Strom westlich; auf der 
ganzen übrigen Reise, seit dem 6. März, war entweder gar kein oder nur leichter 
östlicher Strom zu bemerken. 
Am 12, April, bei Tagesanbruch, kam die Insel Huaheine (Gesellschafts- 
Inseln) in Sicht, um 10* hatten wir Dampf auf, da in der Nähe von der Iusel der 
Wind einschlief. Um 9" 20” war Ratatea in Sicht gekommen. Da ich um 12" genaue 
Mittagsbreite bekommen hatte, steuerte ich auf zwei kleine Inseln zu, welche die 
in der „Sailing Direction“ angegebene Breite haben mussten; da aber die Einfahrt 
nicht mit den Beschreibungen übereinstimmte, auch kein Lootse in Sicht war, 
liess ich dieselbe durch den ersten Offizier und einen Unterlieutenant in drei 
Booten auslothen und die hervorragenden Stellen mit Bojen belegen. Um 2" 
dampfte ich in die Einfahrt und ankerte in einer Bucht bei einem Dorfe, das, 
wie ich nachher erfuhr, Awerra heisst. Zwei Stunden nachdem ich geankert hatte 
kam auch der Lootse an Bord, welcher mich bei der richtigen Einfahrt nach 
Uturoa (Teavarua) erwartet hatte. Am 14. April früh dampfte ich innerhalb 
des Riffes nach diesem ca 5 Sm entfernt liegenden Hafen und ankerte mit zwei 
Ankern vor der Stadt (s. Skizze). Der eingeborene Lootse erwies sich als 
vollkommen zuverlässig. Am folgenden Tage wurde gleich mit den Vermessungen 
begonnen. Es wurde dabei gefunden, dass die in den Karten, sowie in der 
„Sailing Direction“ angegebene Breite der Spitze Regent um ca 8 Minuten falsch 
ist; die Länge konnte leider des ungenauen Ganges der Chronometer halber 
nicht konstatirt werden. Im Allgemeinen ist jedoch die Lage dieser Inseln in 
den englischen Admiralitäts-Karten sehr falsch angegeben; so ist z. B. die Ent- 
fernung der Hafeneinfahrt von Uturoa bis zu der von Huaheine in Wirklichkeit 
231/ Sm, während sie nach der Karte nur 18 Sm beträgt. Die Breitenbestimmung 
ist das Ergebniss von 61 Beobachtungen.
	        
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