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Dem Beobachtungs-Journal S. M. S. „Leipzig“ entnehmen wir wuach-
stehende Angaben über die in diesem Theile des südchinesischen Meeres
yemessenen Wassertemperaturen.
Datum !
1879 |
Mail‘
2
2
»
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Mittagsbesteck
Breite | Länge
Nord Ost
32° 48‘
31° 21‘
30° 537
29° 43°
30° 21’
30° 13°
28° 35°
38° 6
27° 27
26° 40°
134° 42'
{31° 49%
130° 30°
128° 387
127° 25
125° 43°
124° 25’
123° 387
122° 46’
120° 49’
Temperatur °C
Ah a. m. | 8h a.m. | Mittag | 4hp.m. | 8hp.m. | 12bp.m.
29,2
22,5
20,2
25,5
25,0
15,0
(6,5
3,5
22,2
293
21,4
20,5
20,2
25,5
22,2
15,8
16,5
18,6
23,4
21.5
3,2
21,0
22,4
25,6
21,5
16,0
17,0
21,5
23,2
90.5
22,8
20,0
22,4
25,7
20,0
16,2
17,5
21,5
22,8
244
22,2
20,7
22.0
25,5 |
20,0
16,8
17,0
22,4
22,8 |
95.6
28,0
20,7
22,5
25,5
18,0
17,3
17,5
20,0
22,6
296
2. Reise von Hongkong bis Singapore (27. Mai bis 4. Juni 1879).
„Am 27. Mai früh hatte S. M. S. „Leipzig“ die Rhede von Hongkong
verlassen. Die Windverhältnisse waren an den beiden ersten Tagen der Reise
sehr günstig, so dass meistens Schratsegel benutzt werden konnten; leichter Süd
bis SSE, selten .nur bis zur Stärke 4 zunehmend, wurde bis Kap Varela an-
yetroffen. Der Strom war nur an der Küste von Hainan und namentlich vor
dem Golf von Tongking empfindlich, bis zu 1,5 Sm die Stunde entgegen; an der
Küste von ‘Cochinchina wurde fast gar kein Strom bemerkt.
Am 31. Mai wurde Kap Varela passirt; von hier an setzte mit allmählich
zunehmender Stärke der Wind von SSW ein, hielt auch noch den folgenden Tag
an, wurde jedoch am 2. Juni, nachdem Kambodja Point passirt war, wieder
ganz flau. Der auf der Strecke von Kap Paderau bis Horsburgh-Leuchtthurm
angetroffene Strom war kaum nennenswerth. Es waren sonach für eine Reise
zu dieser Jahreszeit die Umstände so günstig, wie sie nach den Segelanweisungen
nicht erwartet werden durften.“
3. Reise von Singapore—Mauritius— Simonstown, im Juni und Juli 1879.
„Am 10. Juni verliess ich unter Dampf die Rhede von Singapore, passirte
Tags über die Rhio-Strasse und befand mich am nächsten Morgen 8 Uhr vor
der Banka-Strasse, in welcher ich Abends 6 Uhr in der Nähe von Sound Point
ankerte. Am 12. Juni früh setzte ich die Fahrt durch den Lucipara-Kanal fort
und ankerte am 13. Juni Nachmittags vor Anjer.
Während der ganzen Fahrt wurde fast beständig Stille angetroffen, nur
antluden sich jeden Nachmittag ziemlich heftige Gewitter mit schwachen Böen
aus nordwestlicher Richtung, die den Gebrauch der Segel nur für wenige
Stunden gestatteten. Auch in der Java-See machte sich nichts vom SE-Monsun
bemerkbar, in der Sunda-Strasse wurde sogar westlicher Wind angetroffen. Bei
der Weiterreise am Morgen des 14. Juni wehte es frisch von SW, jedoch noch
leicht im Princes-Kanal. Nachmittags 5 Uhr passirte ich Java head und dampfte
bei der im Ocean vorhandenen völligen Stille noch die Nacht hindurch in
südwestlicher Richtung.
Der Wind blieb am 15. und 16. Juni noch schr flau und veränderlich,
wurde jedoch in der Nacht zum 17. Juni lebhaft aus WNW und blieb annähernd
in dieser Richtung bis zum Abend des 18. Juni. Erst hier, ca 300 Sm von den
Keeling-Inseln, zeigten sich die ersten Anzeichen des SE-Passats, der erst am
Abend des 19. Juni etwas frischer durchkam, jedoch so südlich, dass WSW
beim Winde nicht immer gesteuert werden konnte. Am 20. Juni auf 100° O-Lg
setzte der SE voll und kräftig ein, und wurden am 21. Juni früh die Keeling-
Inseln passirt.