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Bake und Mendez Point wurden zunächst zu Ortsbestimmungen benutzt; später
Kreuzpeilungen zwischen Gap peak und dem auf dem nördlichen Ufer sich aus-
gezeichnet markirenden, schroff abfallenden Südabhang der Gregory-Berge, auf der
Karte mit „Gregory Shoulder“ bezeichnet, gemacht, und als dies zu ungünstig
wurde, trat auch schon Symons Head und der auf der Karte mit „Cone“ bezeichnete
Hügel hervor. Das Kap Gregory markirte sich schlechter. Die dort befindliche
Bake steht niedriger, als das dicht dahinter liegende Land; ihre Farbe ist roth,
ähnlich der des Hinterlandes, und aus diesem Grunde ist sie für von Osten
kommende Schiffe schlecht sichtbar. Für Schiffe, die von Westen kommen, ist
das Umgekehrte zu sagen: Kap Gregory, sowie dio Bake, treten dann frei hervor,
Zwischen 3 und 4" p. m. (am 27. Juli) wurde der östliche Theil der
zweiten Enge passirt. Da ich nicht mit Sicherheit darauf rechnen konnte, noch
vor Dunkelwerden das Fahrwasser im zweiten Theile der Enge, entweder Queen
Channel oder New Channel, passiren zu können, so ankerte ich für die Nacht
in der Bucht nördlich der Insel Elizabeth. Zum Ansteuern des Ankerplatzes
wurden behufs Ortsbestimmung Kap St. Vincent und die Ivseln Sta. Marta und
Magdalena benutzt, wozu später noch der Sandy Hill trat, nachdem er klar er-
kannt war. Um 4 40° p.m. wurde in 19m Wassertiefe in folgenden Pei-
Jungen geankert: „Sandy Hill SW, Sta. Marta SOY2S.“
Von Mittag bis I* p. m., am 27. Juli, lief noch Ebbe, in der Stärke von
1 Sm die Stunde, von 1* bis 3* war der Strom in der Stärke von 2 Sm mit-
laufend. In der zweiten Enge erreichte er 4 Sm Stärke. Kurz nach dem Ankern
wurden 2!/2 Sm geloggt, während der Nacht durchschnittlich 1 bis 1,5 Sm. Die
Niveaudifferenz zwischen Hoch- und Niedrigwasser betrug 2m, und trat auch
hier der Stromwechsel 3 Stunden nach Hoch- resp. Niedrigwasser ein. Der
Wind blieb während der Nacht westlich mit böigem Wetter, wechselnd zwischen
Stärke 5 und 8; das Barometer stieg langsam, das Thermometer fiel bis — 1°.
Mit Tagesanbruch (am 28. Juli) lichtete ich Anker und steuerte durch
den Queen Channel nach dem Broad Reach, Die auf der Marta-Bank befindliche
Boje war gut sichtbar. Während des Passirens des Kanals wurde der Kurs durch
Winkelmessungen, wie bisher, kontrollirt, und fand ich dabei, dass der Strom
nicht in der Richtung des Kurses setzt (es war Ebbe), sondern ziemlich be-
deutend nach Ost, also nach der Untiefe Walker zu, und vermehrt wurde das
Abweichen des Schiffes vom Kurse nach dieser Richtung durch den Wind, der in
der Stärke 7 querein von St. B. war. Um 9* 20” a, m. war die Untiefe Walker
passirt, und bietet von hier aus die Navigirung weiter nach Süden bei klarem
Wetter keinerlei Schwierigkeiten, Für das Passiren dieses Theiles der Strasse
empfiehlt Kapt. Mayne in seiner Segeldirektion den Queen Channel. Ich kann
mich dieser Ansicht nicht anschliessen. Der genannte Kanal ist für ein grosses
Schiff etwa nur Ys so breit, als der östlich davon gelegene New Channel, und
wenn Kapt. Mayne anführt, dass in letzterem Kanal der Strom theilweise quer
zur Richtung des Kurses setzt, so kann ich nur sagen, dass ich dieselbe Er-
{ahrung, wie oben erwähnt, auch im Queen Channel gemacht habe. Die Stärke
des Stromes dürfte in beiden Kanälen gleich sein und die Entfernung von Kap
Vincent aus bis Punta Arenas ist durch beide Kanäle so wenig verschieden,
Jass nach meiner Ansicht stets die Passage durch den viel breiteren New Channel
vorzuziehen ist. Ich habe nur den Queen Channel benutzt, weil ich nördlich
davon zu Anker gelegen hatte und nach dem New Channel einen Umweg zu
machen gehabt hätte.
In Montevideo hatte ich in Erfahrung gebracht, dass es sehr zweifelhaft
sci, ob ich in Punta Arenas Kohlen erhalten könne. Um mich zu überzeugen,
ob irgend welche Einrichtungen beständen, die ein leichtes Einnehmen von
Kohlen gestatteten, lief ich dicht bei Punta Arenas vorbei. Es lag jedoch
kein Fahrzeug zu Wasser, das als Kohlenprahm hätte benutzt werden können,
und da, wie aus dem Bericht S. M. S. „Vineta“ (s. „Aunu. d. Hydr. etc.“, 1876,
Seite 184) hervorgeht, selbst wenn Kohlen vorhanden sind, das Einnehmen
sehr zeitraubend ist, so gab ich das Kohlennehmen in Punta Arenas auf und
lief weiter. Um 2 Uhr Nachmittags passirte ich Port Famine. In diesem Hafen
lag ein Kriegsschiff. Ich hielt deshalb darauf ab und erkannte es beim Näher-
kommen als eine englische Korvette. Um 4" 15” ankerte ich in der S. Nicolas-
Bai in 20m Wassertiefe, mit der Insel Sanchez in NNO!40, 4 Kblız entfernt.