accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

566 
Bake und Mendez Point wurden zunächst zu Ortsbestimmungen benutzt; später 
Kreuzpeilungen zwischen Gap peak und dem auf dem nördlichen Ufer sich aus- 
gezeichnet markirenden, schroff abfallenden Südabhang der Gregory-Berge, auf der 
Karte mit „Gregory Shoulder“ bezeichnet, gemacht, und als dies zu ungünstig 
wurde, trat auch schon Symons Head und der auf der Karte mit „Cone“ bezeichnete 
Hügel hervor. Das Kap Gregory markirte sich schlechter. Die dort befindliche 
Bake steht niedriger, als das dicht dahinter liegende Land; ihre Farbe ist roth, 
ähnlich der des Hinterlandes, und aus diesem Grunde ist sie für von Osten 
kommende Schiffe schlecht sichtbar. Für Schiffe, die von Westen kommen, ist 
das Umgekehrte zu sagen: Kap Gregory, sowie dio Bake, treten dann frei hervor, 
Zwischen 3 und 4" p. m. (am 27. Juli) wurde der östliche Theil der 
zweiten Enge passirt. Da ich nicht mit Sicherheit darauf rechnen konnte, noch 
vor Dunkelwerden das Fahrwasser im zweiten Theile der Enge, entweder Queen 
Channel oder New Channel, passiren zu können, so ankerte ich für die Nacht 
in der Bucht nördlich der Insel Elizabeth. Zum Ansteuern des Ankerplatzes 
wurden behufs Ortsbestimmung Kap St. Vincent und die Ivseln Sta. Marta und 
Magdalena benutzt, wozu später noch der Sandy Hill trat, nachdem er klar er- 
kannt war. Um 4 40° p.m. wurde in 19m Wassertiefe in folgenden Pei- 
Jungen geankert: „Sandy Hill SW, Sta. Marta SOY2S.“ 
Von Mittag bis I* p. m., am 27. Juli, lief noch Ebbe, in der Stärke von 
1 Sm die Stunde, von 1* bis 3* war der Strom in der Stärke von 2 Sm mit- 
laufend. In der zweiten Enge erreichte er 4 Sm Stärke. Kurz nach dem Ankern 
wurden 2!/2 Sm geloggt, während der Nacht durchschnittlich 1 bis 1,5 Sm. Die 
Niveaudifferenz zwischen Hoch- und Niedrigwasser betrug 2m, und trat auch 
hier der Stromwechsel 3 Stunden nach Hoch- resp. Niedrigwasser ein. Der 
Wind blieb während der Nacht westlich mit böigem Wetter, wechselnd zwischen 
Stärke 5 und 8; das Barometer stieg langsam, das Thermometer fiel bis — 1°. 
Mit Tagesanbruch (am 28. Juli) lichtete ich Anker und steuerte durch 
den Queen Channel nach dem Broad Reach, Die auf der Marta-Bank befindliche 
Boje war gut sichtbar. Während des Passirens des Kanals wurde der Kurs durch 
Winkelmessungen, wie bisher, kontrollirt, und fand ich dabei, dass der Strom 
nicht in der Richtung des Kurses setzt (es war Ebbe), sondern ziemlich be- 
deutend nach Ost, also nach der Untiefe Walker zu, und vermehrt wurde das 
Abweichen des Schiffes vom Kurse nach dieser Richtung durch den Wind, der in 
der Stärke 7 querein von St. B. war. Um 9* 20” a, m. war die Untiefe Walker 
passirt, und bietet von hier aus die Navigirung weiter nach Süden bei klarem 
Wetter keinerlei Schwierigkeiten, Für das Passiren dieses Theiles der Strasse 
empfiehlt Kapt. Mayne in seiner Segeldirektion den Queen Channel. Ich kann 
mich dieser Ansicht nicht anschliessen. Der genannte Kanal ist für ein grosses 
Schiff etwa nur Ys so breit, als der östlich davon gelegene New Channel, und 
wenn Kapt. Mayne anführt, dass in letzterem Kanal der Strom theilweise quer 
zur Richtung des Kurses setzt, so kann ich nur sagen, dass ich dieselbe Er- 
{ahrung, wie oben erwähnt, auch im Queen Channel gemacht habe. Die Stärke 
des Stromes dürfte in beiden Kanälen gleich sein und die Entfernung von Kap 
Vincent aus bis Punta Arenas ist durch beide Kanäle so wenig verschieden, 
Jass nach meiner Ansicht stets die Passage durch den viel breiteren New Channel 
vorzuziehen ist. Ich habe nur den Queen Channel benutzt, weil ich nördlich 
davon zu Anker gelegen hatte und nach dem New Channel einen Umweg zu 
machen gehabt hätte. 
In Montevideo hatte ich in Erfahrung gebracht, dass es sehr zweifelhaft 
sci, ob ich in Punta Arenas Kohlen erhalten könne. Um mich zu überzeugen, 
ob irgend welche Einrichtungen beständen, die ein leichtes Einnehmen von 
Kohlen gestatteten, lief ich dicht bei Punta Arenas vorbei. Es lag jedoch 
kein Fahrzeug zu Wasser, das als Kohlenprahm hätte benutzt werden können, 
und da, wie aus dem Bericht S. M. S. „Vineta“ (s. „Aunu. d. Hydr. etc.“, 1876, 
Seite 184) hervorgeht, selbst wenn Kohlen vorhanden sind, das Einnehmen 
sehr zeitraubend ist, so gab ich das Kohlennehmen in Punta Arenas auf und 
lief weiter. Um 2 Uhr Nachmittags passirte ich Port Famine. In diesem Hafen 
lag ein Kriegsschiff. Ich hielt deshalb darauf ab und erkannte es beim Näher- 
kommen als eine englische Korvette. Um 4" 15” ankerte ich in der S. Nicolas- 
Bai in 20m Wassertiefe, mit der Insel Sanchez in NNO!40, 4 Kblız entfernt.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.