accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

559 
Hierin bedeuten T: und T: die Zeiten der Mondkulmination, A das mittlere 
Mondfluthintervall, Ho die mittlere Höhe des Hochwassers, ©:, ©, hı und ha 
die zugehörigen halbmonatlichen Ungleichheiten in Zeit und Höhe, A® und Ah 
die Korrektionen wegen Parallaze und Deklination resp. in Zeit und Höhe. 
Diese letzteren ändern sich so langsam, dass man sie im Laufe eines Tages 
als konstant ansehen kann, 
Aus diesen Ausdrücken ergiebt sich sofort, wie die tägliche Ungleichheit 
zu bestimmen ist. Indem wir nämlich die halbmonatliche Ungleichheit mit 
entgegengesetzten Zeichen an die beobachteten Mondfluthintervalle I— Tı und 
II— T2 anbringen, giebt uns die Differenz der aufeinanderfolgenden reducirten 
Mondfluthintervalle die Summe der zwei aufeinanderfolgenden Korrektionen wegen 
der täglichen Ungleichheit, welche wir aber, da sie nie viel von einander ver- 
schieden sein werden, als gleich ansehen können, nämlich für die Zeit, 
(I— m — 0 = 1+ AO -} tgl. Ungleichheit 
(H— Tı) — © = 14 AO — tgl. Ungleichheit 
2 > tgl. Ungleichheit == (I— Tı) — 1 — (IL— T:) + © 
oder kürzer, wenn wir die reducirten Mondfiuthintervalle mit O0 und U bezeichnen, 
je nachdem sie der oberen oder unteren Kulmination des. Mondes entsprechen 
und ebenso für die Höhen 
2 > tgl. Ungleichheit = O0 — U. 
also: 
Wir haben oben gesagt, dass die tägliche Ungleichheit von der Dekli- 
nation der Gestirne abhängt; unter den beiden hier in Frage kommenden, Sonne 
und Mond, übersteigt die Wirkung des letzteren die der ersteren so sehr, dass 
es genügt, die tägliche Ungleichheit als nur von der Monddeklination abhängig 
zu betrachten. Da sich diese nun. bisweilen sehr rasch ändert, so können die, 
den beiden Kulminationen angehörigen Deklinationen mitunter‘ bis zu 3 Grad 
verschieden sein, wir haben daher bei der oben angedeuteten Ableitung das 
% (0—U), oder die tägliche Ungleichheit, als dem Mittel aus den beiden 
entsprechenden Deklinationen angehörig zu betrachten, 
Es ist noch die Frage zu entscheiden, mit welchen Deklinationen man 
die tägliche Ungleichheit in Verbindung zu setzen hat. Dies wird durch die 
Erwägung entschieden, dass die tägliche Ungleichheit Null sein soll, wenn der 
Mond sich im Aequator befindet. Lubbock findet („Elementary treatise on 
the tides“, S. 47), dass die der zwölften dem Hochwasser vorhergehenden 
Mondkulmination entsprechende Deklination für die Berechnung der täglichen 
Ungleichheit anzuwenden ist. Wir haben uns diese Bestimmung angeeignet und, 
wie wir sehen werden, findet dieselbe auch für unsere Küste Anwendung. 
Wir haben noch hinzuzufügen, dass die Vorzeichen sich durch die Diffe- 
renz 0 — U ergeben, und dass die Bezeichnungen O und U bedeuten, dass die 
Kulmination, welcher die anzuwendende Deklination angehört, resp. eine obere 
oder untere ist, 
Die tägliche Ungleichheit wurde nun für die Deklination von 6° zu 6° 
abgeleitet, derart, dass die Mittel nahe für 0°, + 6°, + 12°, + 18° und + 24° 
gelten sollten. In der letzten Gruppe (-+ 24°) wurden alle diejenigen Beobach- 
tungen zusammengefasst, welche den Deklinationen über -+ 22° zugehören. 
Die Resultate sind: 
Gruppe 
der 
Deklination 
— 2,9° bis + 2,9° 
+38,0° „ + 8,9% 
— 9,0° „ -+14,9° 
„:15,0° „ 421,99 
„-22,0° und mehr 
De- 
klination 
nördlich 
0,0° 
„| 
7 11,7° 
> 18,7° 
26.909 
Tägl. Ungleichheit 
1/2 (0—U) 
in 
Zeit ! Höhe 
m 
+ 0,6m | +0,02 
+22 | —0,02 
+56: | — 0,08 
+78 ' —0,14 
402 0156 
De- 
klination 
südlich ) 
— 5,9° 
— 12,2° 
18,69 
— 26,39 
 Tägl. Ungleichheit 
1/2 (0—U) 
in 
Zeit | Höhe 
m 
—0,4m | 40,07 
924 | +0,10 
O1 2.007 
„46 2.00 
Zahl der 
Beobachtungen 
Deklination 
‚ördlich! südlich 
36 | — 
33 36 
30 | . 38 
9 54 
mn 118_ 
297 | 946
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.