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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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3, Die Bodentemperaturen sind im Stillen Ocean im Allgemeinen niedriger, 
als in dem Atlantischen Ocean in denselben Tiefen und Breitengraden, aber 
nirgends findet man in jenem so niedrige Bodentemperaturen, wie in der 
antarktischen Zunge des Süd- Atlantic zwischen 36°—38° S-Br und 48°—33° W-Lg, 
in welcher an 7 Stellen Bodentemperaturen von —0,3° bis —0,6° gemessen 
worden sind (s. „Ann. d, Hydr. etc.“, 1877, pag. 14). 
4. In den westlichen‘ Theilen des Stillen Oceans und den angrenzenden 
Theilen des Ostindischen Archipels erreicht die Temperatur des Wassers schon 
in Tiefen zwischen 550—2750m ihr Minimum und bleibt sich von dieser Tiefe 
bis zum Boden hin gleich; im gesammten Atlantischen Ocean nimmt die Tempe- 
ratur von 2750m bis zum Boden hin allmählich, wenn auch sehr langsam, ab, 
d. h. es giebt in diesem Ocean keine solche unterseeisch abgeschlossenen Wasser- 
becken wie im Stillen Ocean. 
Nachstehende Tabelle XII mag die Sätze ad 1 und 2 näher erläutern, 
Tabelle XI. 
Fsotherme 
von 
25° 
150 
Oo 
10° | 
1 2 
„7° S8: 
(35° F 
) 
Zwischen 40° N-Br und 
Aequator 
Nord-Atlantic! Nord-Pacifie 
’Tiefe in m | Tiefe in m 
0—50 
0—275 
0—700 
450—850 
700—1650 
2200—83000 
3650—6950 
0—175 
0—225 
40—350 
100—575 
275—1375 
1100—210C 
2375— 2750 
Zwischen Aequator und 
40° S-Br 
Süd-Atlantic | Süd-Pacifie 
Tiefe in m ' Tiefe in m 
0—75 
0—175 
75—275 
200—550 
400—900 
1300-—2900 
3300—5500 
0—175 
0—250 
0— 450 
200—650 
725—1200 
1450—2100 
23753—92750 
Neue Ableitung der Fluth-Konstanten für Wilhelmshaven, 
Von Dr. C, Boergen. 
In einem Aufsatze, welcher in diesen Annalen, 1876, pag. 470 ffi, ver- 
öffentlicht wurde, haben wir eine vorläufige Ableitung der wichtigsten Konstanten 
für die Ebbe- und Flutherscheinung bei Wilhelmehaven gegeben. Die Beobach- 
tungen wurden damals auf die zweite vorhergehende Kulmination des Mondes 
bezogen und daraus das mittlere Mondfluthintervall und die halbmonatliche Un- 
gleichheit in Zeit und Höhe für Hoch- und Niedrigwasser abgeleitet. Aus den 
so erhaltenen Zahlen wurden dann die der fünften vorhergehenden Mond- 
kulmination zugehörigen abgeleitet und diese zur Berechnung der Hochwasser- 
zeiten in den Gezeitentafeln für 1879 angewendet. Die in dem genannten Auf- 
satze in Aussicht gestellte Neubearbeitung des durch den registrirenden Fluth- 
messer erhaltenen Materials konnte nicht sogleich ausgeführt werden, weil die 
Sammlung und Bearbeitung des ähnlichen Materials für Zönning, Bremerhaven 
und andere Orte, worüber wir demnächst berichten werden, diese Arbeit in den 
Hintergrund treten liess. Ehe zur Vorausberechnung der Hochwasserzeiten für 
1880 geschritten wurde, wurden indess die Beobachtungen zu Wilhelmshaven 
sowohl, wie zu Tönning einer Neubearbeitung unterzogen, indem die Mondfluth- 
intervalle auf die fünfte dem Hochwasser vorhergehende Mondkulmination be- 
zogen wurden. 
Nachdem die ersten Vergleichungen der Vorausberechnung für 1879 mit 
den Registrirungen des Fluthmessers erhalten worden waren, was leider erst im 
April geschah, weil die Uhr in der lange andauernden Winterkälte versagte, 
zeigte sich sofort, dass eine ziemlich bedeutende tägliche Ungleichheit in Zeit 
sich bemerklich machte, und wurde diese aus dem Material, welches zu der Ab- 
leitung der halbmonatlichen Ungleichheit gedient hatte, ermittelt. Leider konnte 
dieselbe nicht mehr für den Jahrgang 1880 der Gezeitentafeln benutzt werden.
	        
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