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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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Kleine hydrographische Notizen, 
i. Zusätze zu der Beschreibung von Dover und Folkestone. 
Der Kommandant 8. M. Aviso „Loreley“, Kapt.-Lieut. Dautwitz, giebt nach- 
stehende Ergänzungen zu den Beschreibungen der Häfen von Dover und Folkestone: 
| „Durch die weit hervorspringende Mole bei Dover wird eine sehr scharfe 
Stromgrenze gebildet, Diese Stromgrenze macht die Schiffe, besonders Segelschiffe, 
oft steuerlos, so dass leicht ein Zusammenstoss mit Schiffen, welche auf der Rhede 
zu Anker liegen, stattfinden kann. Man thut daher gut, wenn man die Rhede 
möglichst weit von dem Molenkopf ansteuert, weil dann die Strömung weniger 
zur Geltung kommt und die Schiffe mehr Platz zum Manövriren haben. Beim 
Verlassen des Hafens oder der Rhede darf man sich auch dem Molenkopf nicht 
zu sehr nähern, weil man wegen der hohen Mole nicht sehen kann, ob ein 
Schiff entgezgenkommt oder passirt. Beim Einlaufen in den Hafen muss man 
sich dicht an der Osthafenmole halten, weil ein Strom gewöhnlich westlich setzt. 
Die Rhede von Dover ist bei Stürmen unhaltbar, da der Grund grösstentheils 
aus Kreidefelsen besteht. 
Der Hafen selbst zerfällt in drei Abtheilungen, deu Vorhafen, das 
Granville- und das Wellington-Dock. ; 
Der Vorhafen fällt bei Niedrigwasser trocken und ist für scharf gebaute 
Schiffe nicht zu empfehlen, da der Grund aus Kreidefelsen besteht. 
Das Granville- und das Wellington-Dock haben je 4,6 bis 4,9m Wasser, 
und kann letzteres sehr viele Schiffe fassen, auch befinden sich hier grössere 
Werkstätten, woselbst Reparaturen leicht und schnell ausgeführt werden können, 
Wasser kann an jeder Liegestelle übergenommen werden, da überall 
Wasserleitung sich befindet; auch hat man vorzügliche Einrichtungen zum 
Löschen und Laden. 
Auf einer Batterie, in der Mitte der Stadt, auf einem weit sichtbaren 
Berge gelegen, wird um die Zeit des mittleren Greenwicher Mittags ein Geschütz 
abgefeuert; da dies mit grosser. Genauigkeit geschieht, so kann hiernach 
Stand und Gang eines Chronometers regulirt werden. ; 
Bezüglich des Hafens von Folkestone lässt sich Folgendes anführen: 
Der Hafen fällt bei Niedrigwasser trocken, und ist es daher gut, dass Schiffe, 
welche sich nur vorübergehend aufhalten, auf der Rhede vor Anker gehen. 
Der beste Ankerplatz liegt in der Peilung: Grünes Molenfeuer in NO, 3,5 Kblg 
entfernt.“ 
2, Strömungserscheinungen zwischen Malta und Port Said im 
December 1878, Der Kommandant S. M. Kbt, „Wolf“, Kapt.-Lieut. Becks, 
berichtet Folgendes über die von ihm während der Reise von Malta nach Port 
Said vom 4. bis 11. December 1878 angetroffenen eigenthümlichen Strömungs- 
erscheinungen. 
„Bis zum 8, December wehte der Wind aus West, von diesem Tage an 
aus Süd und in den Nächten aus SW und WSW. Von demselben Tage, dem 
8. December, ab wurde in den folgenden drei Tagen, bis zum 11. December, 
ein Strom nach NW, 0,8 bis .1,2 Sm die Stunde setzend, beobachtet, Diese 
Erscheinung widerspricht sowohl den Angaben im „Mediterranean Pilot“, Part IT, 
als denjenigen in Findlay’s „Directory of the Mediterranean Sea“, nach welchen 
der Strom stets mit dem Winde setzen soll; sie lässt sich vielleicht dadurch 
erklären,. dass der seit dem 29. November wehende Weststurm, welcher bei 
Malta am 1. December verspürt wurde, viel Wasser in das östliche Becken des 
Mittelmeeres getrieben hat, welches seinerseits bei dem schwächer gewordenen 
und nach Süden herumgegangenen Wind wieder nach Westen zurückströmte.“ 
3. Wind- und Strömungsverhältnisse zwischen Madeira und 
den Kap Verde’schen Inseln im November 1878. Der Kommandant 
S, M. S. „Prinz Adalbert“, Kapt. z. See Mac Lean, berichtet Nachstehendes 
über die von ihm während der Reise von Madeira bis zu den Kap Verde’schen 
Inseln vom 9. bis 17. November 1878 angetroffenen Wind- und Stromerscheinungen: 
„Entgegen der Annahme der Segelanleitungen und der Windkarten blieb 
der Wind bis 18° N-Br südlicher, als Ost: meistens war er SE und erst dicht
	        
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