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SW in ca 10° S-Br und 122°—123° O-Lg ebenfalls in Tiefen von 1646m ab
bis zum Boden in 2981—3164m (1630—1730 Fad.) gemessen worden ist.
Hiernach ist eine sehr grosse Wahrscheinlichkeit dafür vorhanden, dass auch
dieser Meerestheil, welcher auch schon an der Oberfläche durch die Inseln
Sandalwood, Savou, Rotti und Timor von dem offenen Zndischen Ocean zum
yrössten Theile getrennt ist, in seinen unteren Schichten ganz von der freien
Verbindung mit dem letzteren abgeschlossen ist.
ad) Die Celebes-See (s. pag. 376). Am 20. und 22. Oktober 1874 erhielt
der „Challenger“ in der Celebes-See, deren mittlere Breite 3° Nord ist, zwei
Lothungen in bezw. 2° 55‘ N-Br, 124° 53‘ O-Lg und 5° 42‘ N-Br, 123° 34’ O-Lg
mit Bodentiefen von 3932 und 4755m’ (2150 und 2600 Fad,.), und am 8. Februar
1875 lothete er in 5° 47‘ N-Br und 124° 1’ O-Lg eine Tiefe von 3749m
2050 Fad.). Bei allen diesen drei Lothungen wurde die Minimaltemperatur
3,6° (38,5° F.) in Tiefen von 1280—1463m (700—800 Fad.) gefunden, welche
sich bis zu der Maximaltiefe von 4755m (2600 Fad.) gleich blieb, Sowohl in
dem Stillen Ocean als in der Molucca-Passage ist an den Stellen, welche un-
mittelbar ausserhalb der die Celebes-See mit diesen Meeren verbindenden Fahr-
wasser gelegen sind, die Isotherme von 3,6° in einer Tiefe von 1189m (650 Fad.)
zu finden, unterhalb welcher die Temperatur in diesem Meerestheile bis zu 1,8°
stetig abnimmt. Eine unterseeische Erhebung von noch nicht 1200m Tiefe
unter dem Meeresspiegel, zwischen der NO-Spitze von Celebes bis zur Südspitze
von Mindanao, verhindert also das kältere Wasser des Stillen Oceans in die
tieferen Theile des Beckens der Celcbes-See einzudringen.
Die Temperaturen der oberen Schichten der Celebes-See von der Ober-
Aäche bis zu den Tiefen von 366— 732m (200—400 Fad.) haben sich bei allen
drei Reihentemperaturmessungen, obwohl diese zu verschiedenen Zeiten des
Jahres genommen worden sind, als ganz oder nahezu identisch erwiesen, wie
nachstehende kleine Tabelle zeigt (s. Wild, Thalassa, Tab. X).
Datum
1874 Okt. 20
[574 Okt. 22
[875 Febr. 8
Breite | Länge |
Nord Ost
Dıt
2° 55°
DO 44’
50 47°
124° 53’
123° 34 |
1940 14
Tiefe der Isotherme von
25° | 20° 15° | 10°
Fad.| m [Fad.| m |Fad,| m |Fad.! m
50, 91 90 165,120 220|190!347
65 [2219| 90 |165 ‘120! 220 | 190 ' 347
55 1101! 90 | 165! 120! 220 | 180 | 396
emp. Boden-
Oberfl. Tiefe | Temp.
m CC
oft
29,5
28,3
98.3
30932 3,61
4755 3,61
3749 | 3,56
e) Die Sulu-See (s. pag. 376). Die zwei Reihentemperaturmessungen des
„Challenger“ vom 27, Oktober 1874 und 28. Januar 1875 in dem mittleren Theile
der Sulu-See haben in Uebereinstimmung mit einer früher von Kapt. Chimmo,
Kommandant I. Br. M. S. „Nassau“, im Jahre 1872 gemachten Messung erwiesen,
dass sie eine höhere Minimal-Temperatur besitzt, als jedes der mit ihr in mehr
oder weniger direkter Verbindung stehenden Meere. Sie beträgt nämlich bei
allen diesen drei Messungen 10,28° (50,5° F.) in einer Tiefe von nur 732m
(400 Fad.) und bleibt so bis zum Meeresgrunde, dessen Maximaltiefe in der
Sulu-See, in 8° 32‘ N-Br und 121° 55‘ O-Lg, 4663m (2550 Fad.) ist. Diese
Temperatur von 10,3° findet sich in der China-Soe in einer Tiefe von 366m, in
der Celebes-See sogar schon in 329m (180 Fad.). Aus diesem Umstand kann man
schliessen, dass die Sulu-See in dem freien Austausch ihres Wassers mit dem der
China-See durch einen unterseeischen Höhenzug, welcher Borneo mit den Palawan-
Inseln und diese mit den Philippinen verbindet, von nicht über 366m Tiefe gehindert
ist, ferner dass der, die Insel Borneo, den Sulu-Archipel und Mindanao unter-
sceisch verbindende Höhenzug nur höchstens 330m unter dem Meeresspiegel liegt.
In den Wasserstrassen, welche die östlichen Philippinen von einander
trennen, und durch welche allein das Wasser aus dom Stillen Ocean an der
Oberfläche direkt in die Sulu-See eintreten kann, sind im Januar 1875 zwei
Reihentemperaturen genommen worden, die eine in 9° 26‘ N-Br und 123° 45‘ O-Lg,
die andere in 12° 21‘ N-Br und 122° 15‘ O-Lg; an der letzteren Stelle wurde
schon in einer Tiefe von 420m (230 Fad.) die Minimaltemperatur 10,8° ge-
funden, welche bis zu der Bodentiefe von 1280m (700 Fad.) sich gleich blieb.
Hieraus ist zu schliessen, dass unterhalb dieser Tiefe kein Wasser direkt aus