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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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94,8° O-Lg am 26. November, 20° S-Br in 93° O-Lg am 29. November und 
10° S-Br in 91,5° O-Lg am 2. Dezember. Am 29. November hatte „Zlisabeth 
Rickmers“ für einige Stunden ausserordentlich stürmischen Wind aus Osten zu 
überstehen. ‚Es schien nicht weit vom‘ Schiffe ein Orkan zu sein, denn der 
Luftdruck sank auf 754,6 mm, und die Luft sah sehr drohend aus. Um eine zu 
grosse Annäherung an das Centrum zu vermeiden, legte Kapt. Budelmann sein 
Schiff für einige Zeit bei, als dann das Barometer wieder zu steigen begann 
und die Windstärke abnahm, wurden wieder Segel gesetzt. Immerhin verlor 
man hier einen halben Tag, auch war der Wind unterdessen nordöstlich ge- 
laufen. „Britannia“ fand am 28, November in 19° S-Br und 91,6° O-Lg stürmi- 
schen SSE-Wind, doch sank das Barometer nur auf 759,5 mm, auch trat keine 
Veränderung in der Windrichtung ein, die einzige ungewöhnliche Erscheinung 
war nach Kapt. Seedorf’s Journal die hohe, unregelmässige See, welche besonders 
aus südwestlicher Richtung lief. Am 9. Dezember befand sich „Elisabeth Rick- 
mers“ in 93° O-Lg auf dem Aequator, fast genau einen Tag später als 
„Britannia“. Am 12. Dezember befand „Elisabeth Rickmers“ sich in Sicht von 
Pulo Brass, beide Schiffe standen hier wieder in geringer Entfernung von ein- 
ander, der Standpunkt von „Britannia“ war am Mittage etwa 40 Sm norduord- 
östlich. von dem der „Elisabeth Rickmers“. 
Bei der Durchsegelung der Malakka-Strasse fand auch „Elisabeth Rickmers“ 
günstige Winde und ankerte diese Bark Abends am 18. Dezember nahe beim 
Raffles-Feuerthurm, während am Morgen dieses Tages „Britannia“ die Rhede 
von Singapore erreicht hatte. Die Reisedauer der „Elisabeth Rickmers“ von 
50° N-Br im Atlantischen Ocean bis zum Ankerplatz war 97 Tage. 
Von Singapore versegelte „Elisabeth Rickmers“ nach Rangoon, nahm dort 
eine für Bremen bestimmte Ladung Reis an Bord und trat am 24, Februar 1879 
die neue Reise an, Bei leichtem, meist aus westnordwestlicher Richtung wehen- 
dem Winde wurde nach dem Zehngrad-Kanal gesteuert und derselbe am 1. März 
passirt. Von etwa 6° N-Br an wehten die Winde mehr aus östlicher Richtung, 
doch waren sie so flau und unregelmässig, dass das Schiff nur geringen Fort- 
gang erzielen konnte. Als man nach 1,5° N-Br gekommen war, kam frischer 
Westwind durch, mit welchem die Bark am 13. März in 88,7° O-Lg den 
Aequator überschritt und bis 4° S-Br gelangte. Dann folgte ein langer Zeit- 
raum der Mallung und Windstille. „Elisabeth Rickmers“ überschritt 10° S-Br 
in 89,5° O-Lg am 22. März und erreichte erst. am 25. März in 11,5° S-Br und 
88,4° O-Lg die äquatoriale Grenze des Passatgebietes, Südwestwärts segelnd, 
wurde dann in rascher Fahrt 20° S-Br in 72,5° O-Lg am 31. März, der Meridian 
von 60° Ost in 23,8 S-Br am 4. April und 30° S-Br in 37° O-Lg am 13. April 
gekreuzt, Der SE-Passat wehte sehr frisch zwischen 15° und 22,5° S-Br und 
reichte bis nach 25,8° S-Br in 53,3° O-Lg. Hier lief der Wind nordöstlich und 
beschrieb später verschiedene Rundläufe durch alle Kompassstriche. Am 
17. April, vier Tage später als die auch heimwärts bestimmte Hamburger Bark 
„Amanda & Elisabeth“, überschritt „Elisabeth Rickmers“ bei heftigem NNE-Winde 
in 32,8° S-Br den Meridian von 30° Ost, Der NNE-Wind war der Vorläufer 
eines am nächsten Tage einsetzenden Weststurmes, der aber nicht von langer 
Dauer war und auf welchen bald wieder südlicher und östlicher Wind folgte. Da 
auch die Agulhas-Strömung sich recht günstig zeigte, indem sie das Schiff in zwei 
Tagen um 124 Sm nach SWzW versetzte, so nahm die Umsegelung des Kaps nicht 
sehr lange Zeit in Anspruch. Am 21. April wurde das Kap Agulhas-Feuer ge- 
sehen, und am 26, April gelangte man in 9,5 O-Lg wieder nördlich vom Parallel von 
30° Süd. „Elisabeth Rickmers“ war nur 13 Tage südlich von demselben gewesen. 
Ein leichter SE-Wind, welcher die Fahrt von 32° S-Br an begünstigte, 
entwickelte sich zum Passat, blieb indessen zunächst nur flau, erst im Norden 
von 12° S-Br trat ein Auffrischen der Brise ein. Vor diesem Winde segelnd, 
gelangte die Bark am 3. Mai nach 20° S-Br in 1,8° W-Lg, am 10. Mai nach 
10° S-Br in 12,8° W-Lg und am 16. Mai in 23,3° W-Lg zur Linie. Die Strecke 
zwischen 30° S-Br und dem Aequator war in 20 Tagen zurückgelegt worden. 
in etwa 1,3° N-Br lief der Passat durch Süd nach SW und wehte aus 
dieser Richtung ziemlich frisch bis 4,5° N-Br; hier angelangt, gerieth die Bark 
in Mallung und Stille, die andauerte, bis man am 23. Mai nach 7,5° N-Br in 
25° W-Lg gekommen war. Alsdann ermöglichte ein kräftiger NE-Passat dem 
Schiffe wieder eine raschere Fahrt: man konnte 10° N-Br in 27,5° W-Lg am
	        
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