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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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wickelte. „Germania“ überschritt 40° N-Br in 13,3° W-Lg am 5. Juli, 30° N-Br 
in 21,5° W-Lg am 9. Juli, 20° N-Br in 26,8° W-Lg am 13. Juli und 10° N-Br 
in 26,6° W-Lg am 19. Juli Am frischesten wehte der Wind zwischen 24° und 
17° N-Br. Südlich davon war der Passat unbeständig und wehte bis nach 
15° N-Br aus südöstlicher Richtung, dann kam für längere Zeit Stille und 
Mallung, welche erst :in 9° N-Br und 25,5 W-Lg durch SW-Monsun ersetzt 
wurde. „Germania“ segelte dann nach SO. Eine bedeutende Strömung, die 
vorherrschend nach Osten, an zwei Tagen aber 69 Sm nach NE lief, begleitete 
das Schiff. Gewendet wurde am 26. Juli, als man sich in 4,4° N-Br und 16,4° 
W-Lg befand, der Wind wehte hier aus recht südlicher Richtung. Kurze Zeit 
nachher raumte der Wind und am 28, Juli konnte in 22° W-Lg der Aequator 
überschritten werden. Es waren bis dahin 29 Tage verflossen, seit man die 
Seilly-Inseln sah. 
Im Südatlantischen Ocean, dessen Passatgebiet sich bis nach 26,5° S-Br 
in 33,5° W-Lg erstreckte, kreuzte „Germania“ 10° S-Br in 29,8° W-Lg am 
2. August, 20° S-Br in 33,4° W-Lg am 5. August und 30° S-Br in 30,7° W-Lg 
am 10. August. Südlich von letzterem Parallel wehten für längere Zeit stür- 
mische Nord und NNE-Winde, die sehr erwünscht waren. Erst nach Uober- 
schreitung von 37° S-Br wurden südliche und westliche Winde angetroffen, 
welche „Germania“ am 19. August, dem 22sten "Tage, welchen man auf südlicher 
Breite verbrachte, in 40,3° S-Br von westlicher in östliche Länge führten. 
Beim Ablaufen der Länge wurde als höchste Breite 43,4° Süd in 51° O-Lg er- 
reicht. Man traf in diesem Gürtel eine günstige Gelegenheit zur Förderung 
der Reise. Die vorherrschende Windrichtung war südwestlich und die Wind- 
stärke war nie zu gross für ein bequemes Segeln. Den heftigsten Wind beob- 
achtete man am 30. August iu 42,7° S-Br und 41° O-Lg bei einem Ausschiessen 
von NNW nach SW, dem eine Abnahme des Luftdruckes bis 746,5 mm vorher- 
ging. Wiederholt wurden in der Temperatur des Meeres bedeutende und plötz- 
liche Schwankungen beobachtet. Von 20° bis 24° O-Lg nahm die Wasser- 
wärme um 7°C, zu, weiter. östlich folgte eine bedeutende Abnahme und in 
etwa 43° S-Br und 60° O-Lg eine zweite Zunahme um $° C. Am 8, September 
kreuzte die Bark den Parallel von 40° Süd in 76° O-Lg, zwei Tage später 
sichtete man die Insel St. Paul und überschritt an demselben Tage in 38,2° S-Br 
den Meridian von 80° Ost. Es waren, um vom ersten Meridian ab dahin zu 
gelangen, 20 Tage erforderlich gewesen. 
Sehr günstige, vorherrschend aus nordwestlicher Richtung wehende 
Winde fand „Germania“ auch auf dem folgenden, mehr nach Norden gerichteten 
Theile der Route. Schon am 15. September konnte 30° S-Br in 101,6° O-Lg 
gyekreuzt werden. Nördlich von dieser Breite wehten leichtere südwestliche 
Winde, die sich beim Nordwärtssegeln der Bark allmählich durch Süd nach SE 
drehten. In 20,8° S-Br und 105° O-Lg schien am 19. September die polare 
Grenze des Passats zu liegen. Dieser Wind führte „Germania“ am 24. September 
nach 10° S-Br in 105° O-Lg und an demselben Tage in Sicht der Küste von Java. 
Am 25. September wurde bei leichtem EKSE-Winde die Sunda-Strasse durch- 
segelt, dann mit leichtem Südwinde die Reise durch die Java-See und Banka- 
Strasse fortgesetzt und am 2. Oktober auf der Rhede von Singapore geankert. 
Kapt. Romberg bemerkt, dass er mit dieser, von Haten zu Hafen 
97 Tage langen Reise alle gleichzeitig mit ihm nach demselben Ziele be- 
stimmten Schiffe geschlagen habe. Das einzige Schiff, welches. die Reise in 
nahezu gleicher Zeit machte, war die Bremer Bark „Arkturus“ mit 98 Tagen 
Reise, Von den Sezliy-Inseln bis zur Sunda-Strasse war „Germania“ in 87 Tagen 
gesegelt, hatte also auf der ungefähr 12500 Sm langen Strecke eine durch- 
schnittliche Fahrt von 5,8 Knoten eingehalten. 
Von Singapore trat „Germania“ am 24. Oktober die Weiterreise nach 
Besoeki, einem im nordöstlichen Theile Java’s gelegenen Hafenplatze, an. Leichte 
ostsüdöstliche Winde waren auf dieser Reise vorherrschend, doch gelang es, 
nachdem am 10. und 11. November die Insel Madura an ihrer Nordseite um- 
segelt worden war, am 13. November die Rhede von Besockt zu erreichen. 
Hier wurde die Bark theilweise beladen und sollte sie dann, um die 
Restladung einzunehmen, nach Zagal, einem auch an der Nordküste Java’s, aber 
5° weiter westlich liegenden Platze, versegeln. Am 5. Dezember wurde der 
Anker gelichtet und die Reise angetreten. Bei lcisem, veränderlichem Winde, 
Ann, d. Hrydr., 1879, Heft X (Oktober).
	        
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