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ständigem Südwinde die Reise nach Cameroon fortgesetzt. In 3° W.Lg frischte
der Wind auf, man schnitt am 2, Januar 1879 in 2,7° N-Br den Meridian von
Greenwich, sichtete am 7. Januar die Insel Principe und ankerte am 9. Januar,
21 Tage nach der Abreise von Monrovia, ausserhalb des Cameroon-Flusses.
Am 7. März verliess das nach Kloby bestimmte Schiff die Mündung des
Cameroon-Flusses und arbeitete bei südwestlichen, zeitweise auch nordwestlichen
Winden südwärts. Schon nach 4 Tagen war die fast drei Breitengrade be-
tragende Strecke zurückgelegt und Eioby erreicht. Hier erhielt „Aline“ den
letzten Theil der Ladung und trat‘ dann am 24. März die Heimreise nach
Hamburg an. Kapt. Mehlhose strebte zuerst danach, Breite gut zu machen.
So lange man sich in der Nähe der Küste befand, wurden an jedem Tage lang
anhaltende Gewitter angetroffen und liess sich hier mit den flauen, meist aus
südlicher Richtung wehenden Winden nur ein langsamer Fortgang erzielen,
Die Strömung, welche man beobachtete, lief nach NNW, etwa 15 Sm
in 24 Stunden. Am 27. März kreuzte „Aline“ in 7,5° O-Lg den Aequator.
Bis 0,7° S-Br in 3,3° O-Lg, welchen Punkt man am 4. April erreichte,
herrschten leichte, unbeständige Winde, dann aber wurde frischer Südwind,
der ganz allmählich sich nach SE drehte, angetroffen, und die Reise nahm nun
einen recht raschen Verlauf. In 2,3° S-Br segelte „Aline“ hier nach Westen.
Später aufsteuernd nach Norden, wurde am 15. April in 25,1° W-Lg der Aequa-
tor wieder überschritten, und schon am 17. April in 2,3° N-Br und 26,5° W-Lg,
ohne dass dabei Aufenthalt erfolgte, vom Gebiet des SE- in das des NE-Passats
übergegangen. Mit kräftig wehendem Winde kreuzte „Aline“ 10° N-Br in
34,6° W-Lg am 22. April und 20° N-Br in 40° W-Lg am 27. April. Am
3. Mai befand sich das Schiff in 26° N-Br und 44° W-Lg, und musste von
dieser Zeit an die regelmässige Führung des Journals, weil Krankheit an Bord
auftrat, unterbrochen werden. Das Schiff hatte auf dem letzten Theile der Reise
noch lange gegen östliche Winde zu kämpfen. Als westlichster Punkt wurde
am 10. Mai 46,7° W-Lg in 35,2° N-Br erreicht, am 16. Mai kreuzte man in
40,5° W-Lg den Parallel von 40° Nord und gelangte am 1. Juni nach 68Stägiger
Reise in den Hafen von Falmouth.
5. Reise der Bremer Bark „Europa“, Kapt. B. 6. Kimme.
Am 15. Februar 1879 verliess bei südöstlichem Winde die von London
nach Baltimore bestimmte Bark „Europa“ die Downs, Stürmische Westwinde
verzögerten die Durchsegelung des Kanals, und erst am 23. Februar, also einen
Tag früher als das nach New- York bestimmte Schiff „Savannah“, konnte man
Lizard passiren. Bei den in den nächsten Tagen angetroffenen kräftigen Nord-
winden liess Kapt. Kimme südlich steuern und verfolgte dann eine Route
über den Ocean, die, zwischen der Mittel- und Passat-Route liegend, nicht
gerade häufig eingeschlagen wird. Er fand auf derselben günstige Windver-
hältnisse, und waren nur die in geringer Entfernung vom Ziele angetroffenen
Gegenwinde Schuld daran, dass die Reise nicht eine recht gute wurde. „Europa“
kreuzte 40° N-Br in 19° W-Lg am 28. Februar, wurde dann von zeitweise fast
stürmisch wehendem NE-Winde begünstigt und befand sich am 4. März in
32,4° N-Br und 30° W-Lg. Für eine Zeit lang traf man umlaufende westliche
Winde, und vom 13. März, an welchem Tage man sich in 29,6° N-Br und
43° W-Lg befand, wieder für längere Zeit östlichen Wind. Am 15. März
konnte in 29,5° N-Br der Meridian von 50° West überschritten werden, am
19. März der von 60° West in 30° N-Br, und am 24. März der von 70° West in
33,1° N-Br. Jetzt traten für mehrere Tage nördliche, dem jetzt zu verfolgenden
Kurse gerade entgegen wehende Winde auf, auch war derselbe Sturm, welchen
„Wieland“ am 31. März in 38,5° N-Br und 68,5° W-Lg durchmachte, zu über-
stehen. „Europa“ befand sich an diesem Tago in 36,5° N-Br und 74,5° W-Lg
und in Uebereinstimmung mit der Position des Schiffes, links von der Bahn
des nordwärts fortschreitenden Sturmcentrums, veränderte sich bei „Kuropa“
die Windrichtung von NE durch Nord nach NW. Der niedrigste beobachtete
Luftdruck war 744,2 mm. Am 1. April wehte leichter westlicher Wind, der
„Europa“ in Sicht des Kap Henry führte, und am 2, April wurde die Chesapeake-
Bai erreicht, nach 37tägiger Reise vom Kanal her.