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Eingänge von meteorologischen Journalen bei der Deutschen Seewarte
im Monat Juni 1879.
Name
wo. des Schiffes.
„Britannia“
„Mathilde“
„Wieland“
„Aline“
„Europa“
„Maria Adelaide“
„Savannah“
„Amanda & Elisabeth“
„Germania“
„Merkur“
„Elisabeth Rickmers“
„Friedrich“
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Kapitain.
Joh. Seedorf
W. Brulıns
C. Vogelsang
O0. J. Mehlhose
B. G. Kimme
Krause
F. Tebelmann
F. C, J. Föh
O. Romberg
J. F. M. de Haan
J. Budelmann
W. Rasch
Rheder.
D. H, Wätjen & Co.
G. L. Gaiser
D. H. Wätjen & Co.
C. Woermann
d. Fr. Arens
Alex. Gibsone
J. J. Weissenhorn
Hansing & Co.
D. H. Wätjen & Co.
J. Lange Sohn’s Wwe,
& Co,
R. C. Rickmers
Fr. Roters
Heimaths-
hafen.
Bremen
Hamburg
Bremen
Hamburg
Bremen
Danzig
Bremen
Hamburg
Bremen
Bremen
Bremen
Bremerhaven
Reise,
Cardiff, Singapore, Liverpool
Hamburg, Lagos, Hamburg
Bremen, New-York, Bremen
Hamburg, Monrovia, Cameroons,
Eloby, Falmouth
London, Baltimore, Bremen
Vlissingen, New-York, Bremen
= Bremen, New-York, Bremen
Hamburg, Ibo, Zanzibar, Mo-
zambique, Hamburg
Cardiff, Singapore, Besoeki,
Tagal, Banjoewangi, Fal-
mouth
Bremen, Tybee, Charleston,
Bremen
Cardiff, Singapore, Rangoon,
Bremen
Bremen, New-York, Bremen
Dauer der
Beobachtung.
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l. Reise der Bremer Bark „Britannia“, Kapt. J. Seedorf.
Am 12. September 1878, zwei Tage nachdem Cardiff verlassen worden
war, stand die nach Singapore bestimmte eiserne Bark „Britannia“ in 50° N-Br
and 7,5° W-Lg. Von hier segelte man bei vorherrschend westlichen Winden
bis zum 18, September, dann drehte in etwa 47° N-Br der frisch wehende
Wind durch Nord nach NE und ging auf diese Weise ohne Unterbrechung in den
Passat über. Die Bark kreuzte 40° N-Br in 15,8° W-Lg am 19. September und
30° N-Br in 20° W-Lg am 23, September. In 37° N-Br traf „Britannia“ mit
der auf derselben Reise begriffenen Bark „Elisabeth Rıckmers“ zusammen, und
auch im ferneren Verlaufe der Reise kamen die anscheinend gleich gut segelnden
Schiffe noch häufig in Sicht von einander.
Durch den eigentlichen Passat wurde „Britannia“ nicht sehr begünstigt,
südlich von 25° N-Br wehten nur leichte Winde, und besonders war dies der
Fall, als man sich in der Nähe der Insel Antonio befand. Man erreichte
20° N-Br in 25° W-Lg am 27. September und 10° N-Br in 24,1° W-Lg am
1. Oktober. Der Passat hatte schon in 11° N-Br am 2. Oktober sein Ende
gefunden; leichte veränderliche Winde traten dann auf, bis man in 9,8° N-Br
und 23,9° W-Lg in frischen beständigen SW-Monsun kam. Begleitet von einer
östlichen Strömung, welche in drei Tagen den Betrag von 79 Sm erreichte,
führte dieser Wind das Schiff bis zum 7. Oktober nach 3° N-Br in 15,5° W-Lg.
Hier wurde bei rechtweisendem Südwinde gewendet. Am 10. Oktober konnte
dann in 20,9 W-Br die Linie überschritten werden, 28 Tage nach dem Ver-
lassen von 50° N-Br.
Auf südlicher Breite brachte beständiger ziemlich frischer Wind die Bark
nach 10° S-Br in 27,2° W-Lg am 14. Oktober, nach 20° S-Br in 29,5° W-Lg
am 17. Oktober und nach 30° S-Br in 26° W-Lg am 21. Oktober. In ungefähr
27° S-Br und 30° W-Lg lag die polare Grenze des Passats; der frische Wind
drehte dort erst nordöstlich und später in langsamer Drehung durch N nach W.
Am 29, Oktober, 19 Tage nach dem Passiren des Aequators, ging „Britannia“
in 39,8° S-Br von westlicher auf östliche Länge über.
Beim Ablaufen der Länge wurde als südlichste Breite 43,9° und zwar
in 41,6° O-Lg erreicht. Die Strecke von 28° bis 42° O-Lg hatie man gegen