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bietet gegen alle Winde Schutz und ist leicht und sicher ohne fremde Hülfe zu
erreichen; er gewährt den grössten Schiffen einen vorzüglichen Ankerplatz, bei
einer bis nahe an Land gleichbleibenden Wassertiefe von 14m. Um 5*a.m.
am 22, Juni wurde Anker gelichtet und die Weiterreise fortgesetzt. Um 11* a. m.
passirten wir die Nordspitze von Awadji Sima und ankerten Mittags um
12° 35” im Hafen von Kobe.
Die Temperatur in Kobe war sehr gleichmässig und der tägliche mittlere
Stand des Thermometers 24° C, bei leichten südwestlichen Winden,
Den Hafen von Kobe verliess ich in Gemeinschaft mit S. M. S. „Luise“
am 30. Juni d. J. und steuerte, derselben im Kielwasser folgend, südlich. Der
Wind war günstig, es wurden daher gleich nach Passiren der IZsumi-Strasse
Segel gesetzt, die Feuer aufgebänkt und die Schraube gelüftet. Aber auch hier
hielt der Wind nur sehr kurze Zeit an. Mit Einbruch der Nacht wurde es ganz
still und blieb so den ganzen folgenden Tag. Um 5*p. m. wurde daher die
Maschine wieder in Gang gesetzt und nach dem Passiren von Oö sima mit
ONO-Kurs auf die Bucht von Yedo zugesteuert, wo am 1. Juli in der Nähe
8. M. S. „Prinz Adalbert“ geankert wurde.“
2. Reise von Yokohama bis Shanghai im Juli 1879.
„Am 22, Juli 1879 verliess ich um 6* a. m. die Rhede von Yokohama
unter Dampf und liess, da der Wind südwestlich war, am Nachmittage Bram-
und Marsrasen an Deck nehmen und die Unterraaen streichen. Um von dem
japanischen Strom so wenig als möglich zurückversetzt zu werden, steuerte ich,
nachdem am Abend des 22, Juli Rock Island passirt war, längs der Küste,
passirte am 24, Juli das Kap O6 Sima, brachte hier alle Rasen auf und setzte
Segel, da der Wind südlicher ging. Derselbe blieb den Tag über günstig, ich
liess daher die Maschine halb Dampf gehen und ankerte um 11* pp. m. ONO,
21/2 Sm vom Leuchtfeuer Wada-no-Misaki (Hiogo) entfernt, um für das Einlaufen in
das Binnenmeer den Anbruch des Tages abzuwarten. Am 25. Juli lichtete
ich um 4* a, m. Anker und setzte meine Reise durch das Binnenmeer von Japan
fort. Der Wind war ganz abgestorben und blieb es auch während des ganzen
Tages still. Um 12" Mittags peilte das Kap Dyizo Hana auf Sozu Sima NOzO
1,3 Sm Abstand. Der Strom wurde hier günstig und blieb nun so für den
grössten Theil der Reise durch das Binnenmeer, Um 9 p. m. passirte ich die
trasse Kurusima-no-seto und befand mich am nächsten Tage um 1% in der
Simonoseki - Strasse, die um 2° passirt war. Sobald ich in die Korea - Strasse
eingelaufen war, stellte sich ein südwestlicher Wind, Stärke 2 bis 3, ein. Ich liess
daher Bram- und Marsragen an Deck nehmen, Stengen und Unterraaen streichen
und mit gesetzten Schratsegeln beim Wind steuern. Ich hoffte den Wind bald
raumer zu bekommen, daun so viel als möglich Süd zu machen, um mit an-
nähernd Westkurs die Segel benutzen zu können.
Schon am nächsten Tage (26. Juli), — das Mittags - Besteck ergab
33° 26‘ N-Br und 128° 28‘ O-Lg, — ging der Wind südlich und in der Nacht vom
27. auf den 28. Juli auf SSE. Ich liess daher am Morgen des 28. Juli Stengen
und Raaen aufbringen, Segel setzen, abhalten und richtete meinen Kurs auf
Saddle Island. Das Mittags-Besteck ergab 32° 3‘ N-Br und 125° 50‘ 0-Lg. Der
Wind war günstig, doch nur sehr schwach, und liess ich daher die Maschine mit-
arbeiten. Am Morgen des 29. Juli kamen die Inseln der Saddle-Gruppen in Sicht
und steuerte ich von hier aus auf Tungsha-Feuerschiff zu. Mit dem Insichtkommen
des Landes stellte sich eine so hohe Dünung ein, dass aus diesem Umstande
auf einen bald eintretenden Sturm resp. Teifun geschlossen werden konnte.
Um 3% 40° a. m. wurde das Feuerschiff, um 6* die Woosong-Barre passirt,
und ankerte ich um 8" im Hafen von Shanghai.
Am Morgen des 31, Juli fing es an stark zu wehen. Der Wind kam von
Ost und ging im Laufe des Tages gleichmässig bis WzS herum. Dabei fiel das
Barometer von 765,3 bis 749,6 mm. Das Wetter, bis dahin klar, wurde sehr
diesig und regnete es in einzelnen Schauern den ganzen Tag. Es scheint der
Ausläufer eines Teifuns den Hafen berührt zu haben, welcher im offenen Meer
so stark geweht hat, dass besonders ein grosser japanischer Postdampfer stark
gelitten hat. Die von hier nach See bestimmten Dampfer sind sämmtlich zurück-
gekommen resp. nicht ausgelaufen.“