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zwischen Yenoi sima und Oö-tate hindurch und lief mit dem stärker werdenden
Winde, welcher mich zwang, gegen Abend die Marssegel zu werfen, durch das
östliche Fahrwasser nach der Einfahrt von Seto Uchi. Am Morgen des 19. Juni
kam die vor der Einfahrt liegende Insel, Masui sima, in Sicht, und steuerte ich
nach dem Passiren derselben unter Segel und wieder in Gang gesetzter Maschine
an der Insel Rokuren vorbei, nach der Simonoseki-Strasse, bei deren Annähe-
rung die Segel geborgen werden mussten, da dieselben einestheils nicht mehr
stehen konnten, anderntheils beim Navigiren der an ihrem Eingange mit zahl-
reichen Bänken und Untiefen besetzten und an ihrer schmalsten Stelle nur 2,5 Kblg
breiten Strasse eher hinderlich, als vortheilhaft gewesen sein würden. Die
Richtung des mit grosser Heftigkeit durch die Strasse setzenden Fluth- und
Ebbstromes ist im Allgemeinen die der tiefen Fahrwasserrinne, und ist beim
Navigiren dieser Strasse grosse Vorsicht nöthig. Der schwierigste Theil der
Passage ist die Strecke zwischen der Insel Rokuren, um die vor der kleinen Insel
Takenoko liegenden Bänke herum, und der rothen und der schwarzen Tonne, welche
die Hamo-Bank und Hiku flat kennzeichnen. Jedoch ist bei Innehaltung der
yegebeuen Landpeilungen mit Rücksicht auf den herrschenden Strom auch dieser
Theil der Strasse ohne Lootsen leicht zu befahren. Der übrige Theil der Strasse
ist sehr. gut betonnt. Das Fahrwasser hält die Mitte der Strasse, und sind die
unter Wasser liegenden Felsen und Untiefen durch gut sichtbare Baken und
Tonnen gekennzeichnet.
In der Strasse selbst sind heftige Stromkabbelungen, welche mit immenser
Heftigkeit den Bug des Schiffes herumwerfen, so dass man beim Steuern ganz
genau aufpassen und die sich schon in der Ferne ankündigenden Kabbelungen
berücksichtigen muss. Um 9* 30” a. m. war Zsaki-Leuchtthurm am Ende der
Simonoseki-Strasse passirt; ich steuerte durch die Swwo nada nach der Jyo nada
und versuchte während der Nacht unter der Insel Yuri zu ankern. Da jedoch
der in der Karte angegebene Ankerplatz nur für kleine Fahrzeuge, welche ganz
an das steile Ufer herangehen können, brauchbar ist, — SS. M. Kbt. „Wolf“
erhielt nicht weniger als 30m Wassertiefe, — liess ich den Stromanker klar
machen und ankerte mit demselben unter der 7 Sm östlicher liegenden Insel
Kosii um 11* p. m. auf 32m Wasser.
Gleich nach Mitternacht kam Nebel auf, welcher sich gegen Tagesanbruch
zu einer undurchdringlichen und Alles verhüllenden weissen Wolkenbank ver-
dichtete. Gegen 7: a. m., den 20. Juni, verzog sich der Nebel, so dass ich Anker
lichten und meinen Kurs fortsetzen konnte. Jedoch schon nach zwei Stunden
stellte sich derselbe wieder ein, so dass ich gezwungen war, häufig zu stoppen.
Da in dem engen Fahrwasser der Aogi seto ein Orientiren unter diesen Ver-
hältvissen sehr schwierig war, so benutzte ich einen klaren Augenblick, um
unter der hohen Landzunge von Hashihama in dem kleinen Hafen von Obe Hato
Ura zu ankern und besseres Wetter abzuwarten. Kurz nach Mittag ging der
Nebel nieder, und ich verliess den Ankerplatz, um noch vor Anbruch der Nacht
den Hafen von Miwara zu erreichen. Die Stromverhältnisse waren ungünstig,
indem der Strom gerade entgegen war und die zahlreichen durch die Aogi seto
mit der Ebbe entgegenkommenden Dschunken ein Ausweichen sehr erschwerten.
Auch wurde die grösste Aufmerksamkeit erforderlich, um Kollisionen mit Fahr-
zeugen zu vermeiden, die durch die heftigen Stromkabbelungen, analog denen
der Simonoseki-Strasse, leicht hervorgerufen werden können. Die Aogi seto ist
an beiden Seiten von hohen Inseln und im Norden von dem hohen Festlande
von Aiponm begrenzt und an einigen Stellen nicht über 3,5 bis 4 Kblg breit,
Jeder Felsen und jeder Berg ist, wenn irgend der Boden es gestattet, theils
bebaut, theils von dunkelgrünen Bäumen und Baumpflanzungen bedeckt. Selbst
bis zum Gipfel eines ca 465m hohen Berges, in der Nähe Miwara’s, bedeckten
sorgfältig gepflegte Beete terrassenartig den Umfang dieses sanft aufsteigenden
Berges. Am 20. Juni, um 4* 50” p. m., ankerte ich im Hafen von Miwara, um
am folgenden Tage die Reise fortzusetzen. In der Bingo nada kam um
9: 45" a.m. S. M. S. „Luise“ in Sicht, welche ebenfalls nach Kobe wollte.
Mit derselben vereint, wurde die Reise fortgesetzt. Am 21. Juni, Mittags,
befand ich mich nach Peilungen von Mutsu sima SSW 1,5 Sm entfernt,
und setzten wir unseren Weg nach der Harima nada fort, um um 4* 50° p. m.
unter der Insel Sozu im Hafen von Uchi-no-Uma zu ankern. Dieser Hafen