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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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Zur Erläuterung der abnormen Wind- und Stromverhältnisse, welche 
S. M. S. „Ariadne“ in dem Stillen Ocean, sowie auf der Reise von dort bis 
nach Aden gefunden hat, ist Folgendes zu bemerken: Zunächst muss ich hervor- 
heben, wie in der Südsee selbst die dort lebenden Weissen das letzte Jahr als 
ein abnormes bezeichnet haben, und mir in Batavia gesagt wurde, dass die 
Regenzeit sechs Wochen länger gedauert habe und der NE-Monsun schon seit vier 
Wochen vergeblich auf sich warten lasse; ferner wurde mir in Aden versichert, 
dass man dort solchen sturmartigen Wind, wie er schon seit längerer Zeit 
stand, früher nicht gekannt habe. Die Mittheilungen des französischen Komman- 
danten, welcher die Reise von Neu-Caledonien nach Aden in dem von ihm kom- 
mandirten grossen Transportschiff „Var“ (alte Fregatte) jetzt zum sechsten 
Male gemacht hat, stellen sich, wie folgt, zusammen, wobei ich noch bemerke, 
dass derselbe von den Keeling-Inseln an genau dieselbe Route, wie „ Ariadne“, 
genommen und den Aequator genau auf derselben Länge geschnitten hat. 
Von Neu-Caledonien bis jenseits der Torres-Strasse, also gerade da, wo 
„Ariadne“ steifen Wind hatte, hat der Kommandant des „Var“ nur Stille ange- 
troffen. Von der Torres-Strasse an, aus welcher er am 3. Juli austrat, hatte er 
mässig frischen Wind bis zu den Keeling-Inseln. Hier, wo „Ariadne“ gerade 
am 13. Juli den sehr steifen Wind antraf, fand der Franzose Stille und ganz flaue 
Winde, bis zum Eintritt in den SW-Monsun, welcher auf derselben Länge und 
Breite stattfand, wo „Ariadne“ denselben gefunden hatte, und jenes Schiff 
daher diese Reise nur dadurch ohne Unterbrechung machen. konnte, weil sein 
Kohlenvorrath von 400tons ihn befähigte, mit 8 Knoten Fahrt 3000 Sm zurück- 
zulegen. Dieses Transportschiff hat denn auch in Uebereinstimmung mit den ausser- 
gewöhnlichen Windverhältnissen ähnliche Strombeobachtungen, wie „Ariadne“ 
gemacht, d. h. im Indischen Ocean nur‘ schwachen westlichen, vorherrschend 
nördlichen, häufig östlichen Strom gefunden, und an der Küste von Afrika genau 
dieselbe Beobachtung wie „Ariadne“ gemacht.“ 
Aus den Reiseberichten S. M. Kbt. „Wolf“, Korv.-Kapt. Becks.” 
Der Kommandant S. M. Kbt. „ Wolf“ berichtet Nachstehendes über die in 
den Monaten Juni und Juli 1879 von dem Kanonenboote ausgeführten Reisen 
von Shanghai über Nagasaki und Kobe nach Yokohama und von letzterem Orte 
zurück nach Shanghai, 
l. Reise von Shanghai: bis Yokohama im Juni 1879. 
„Am 10. Juni d. J., um 7® a.m. verliess ich den Hafen von Shanghai; Mittags 
kam die Insel Gutzlaf in SzO0'/2O in Sicht und um Mittag des folgenden Tages 
befand ich mich nach dem gegissten Besteck in 31° 45,4‘ N-Br und 124° 52‘ O-Lg; 
es regnete stark den ganzen Tag. Am 12. Juni befand ich mich Mittags nach 
Öbservation in 32° 33' N-Br und 127° 28‘ O-Lg, und wurde während 45 Stunden 
eine Stromversetzung von N56°W 24 Sm beobachtet. Der Wind war vom 
11. bis 12. Juni östlich geworden mit einer Stärke von 3 bis 2, doch hielt der- 
selbe auch diesmal nur einige Stunden an und machte schon am Nachmittag 
des 12. Juni völliger Windstille Platz. 
Am Abend des 12. Juni kamen die Goto-Inseln in O'4AN in Sicht, und 
waren dieselben um 7*p.m. bis 10 Sm Entfernung quer ab. Ich setzte meinen 
Kurs bis 10 fort und steuerte dann ONO, mit welchem Kurse ich am 13. Juni 
um 2% a, m. das Feuer von Nagasaki in Ost in Sicht bekam. Um nicht in der 
Nacht einlaufen zu müssen, — was selbst bei Tage grosse Aufmerksamkeit er- 
fordert, — liess ich bis Tagesanbruch beidrehen, lief um 4* 30” in die Bucht 
und den Hafen von Nagasakı ein und ankerte daselbst um 6" 35” a, m. auf 
13m Wassertiefe. 
Am 18. Juni, Morgens, verliess ich den Hafen von Nagasaki, um die 
Reise nach Kobe durch das japanische Binnenmeer fortzusetzen. Der öst- 
liche Wind wurde Mittags südlich und erlaubte mir Segel zu setzen. Ich 
befand mich um Mittag in WNW!AW 5 Sm ab von Hikı sima, steuerte dann 
‘3 S. „Ann. d, Hydr, ete.“, 1879, pag. 110, 229, 398, 443,
	        
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