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zu passiren. Der Kurs führt dann an der Innenseite der Rugged-Inseln vorbei
auf die Insel Gutzlaf zu, welche an beiden Seiten passirt werden kann. Auch auf
dieser Strecke ist der Strom zu berücksichtigen, welcher im Maximum 2'/ bis
3 Knoten setzt, und hat man sich beim Passiren der Insel Gutzlaf an der Innen-
seite derselben nicht zu sehr zu nähern, da westlich, 1'!/2 Sm entfernt, eine 4,6m-
(21/2 Fad.-) Stelle liegen soll. Hat man die Insel Gutzlaf ca 3 Sm westlich querab
passirt, so steuert man NO!/N, bis der NW!/,W-Kurs direkt auf das äusserste
Feuerschiff führt. Zwischen Gutzlaf und dem Feuerschiff kreuzt stets wenigstens
ein Lootsen-Schoner mit Shanghai-Lootsen, und ist es für ein tiefgehendes Schiff
nicht rathsam, ohne Lootsen in den Fluss einzulaufen, da das Fahrwasser sehr
flach, gar keine Landmarken bietet und die Strömung sehr stark und unregel-
mässig setzt.
Das umliegende Land ist ganz flach, und hat die Mündung viel Aehnlich-
keit mit den: deutschen Flussmündungen an der Nordsee. Auf der letzten Route
gestatten die geringen Tiefen, das Handloth in Gebrauch zu halten, und bietet
dies bei unsichtigem Wetter eine gute Kontrolle, das Verseizen des Schiffes
durch den Strom zu erkennen.
Aus den Reiseberichten S.M.S. „Ariadne“, Korv.-Kapt. v. Werner.”
Am 28. Mai d. J. verliess S. M. S. „Ariadne“ den Hafen von .Apia und
zugleich mit diesem die Station in der Südsee, welche das Schiff seit Jahresfrist
inne gehabt hatte. Vom 17. April bis 25. Mai 1878 war die „Ariadne“ von
Panama über die Insel Fatu-Hiwa (Marguesas-Gruppe) bis Papiete auf Tahiti
(Gesellschafts-Inseln) gesegelt und von da vom 11.—22. Juni bis Apia (s.,Ann.
d. Hydr. etc.“, pag. 586). Von diesem Orte aus hat die „Ariadne“ mehrere Kreuz-
fahrten zwischen verschiedenen Inselgruppen und Plätzen des südlichen Stillen
Oceans bis Australien (Sydney) und Neuseeland (Auckland) ausgeführt (s; dies].
Ann., pag. 5, 63, 275 und 438). Die Heimreise trat die „Ariadne“ zunächst auf der
Route Apia— Torres-Strasse—Batavia an (s. ad 1); an letzterem Orte traf sie
am 5. Juli ein, setzte von dort am 10. Juli die Reise durch die Sunda-Strasse
nach Aden fort, wo das Schiff am 11. August ankerte (s. ad 3). Am 25. August
traf das Schiff auf der Rhede von Suez, am 27. August zu Port Said, am
7. September bei Malta, am 17. bei Gibraltar, am 27. September zu Ply-
mouth und am 30, September zu Wühelmshaven ein, welchen Ort die „Arzadne“
am 4. November 1877 verlassen hatte.
|. Reise von Apia bis Batavia von Ende Mai bis Anfang Juli 1879
Am 28. Mai, 11" 6" verliess S. M. S. „Ariadne“ den Hafen von Apta
bei Stille und ganz leichten westlichen Winden; am 29. Mai kam südlicher
Wind (1—2) durch, ging aber am 30. Mai wieder nach Westen und am 31. Mai
abermals nach Süden, bei klarem trockenen Wetter, um und hielt sich so, bis
zur Stärke 5 anwachsend, bis zum 5. Juni, an welchem Tage er wieder ab-
flaute und in der Stärke 0—3 häufig durch alle Kompassstriche umsprang, wobei
jedoch die östliche Richtung vorherrschend blieb. Am 7. Juni kurz nach Mittag
kam Star Peak-Insel, Neu-Hebriden - Gruppe, auf etwa 70 Sm Entfernung in
Sicht, und wurde der Kurs auf die Strasse zwischen den beiden Inseln Vanua-
Lava und Santa Maria gesetzt; im Laufe des Nachmittags wurde die Strasse
unter Segel passirt; gegen Abend. trat vollständige Stille ein, nur in der Nacht
setzten mehrere flaue Gewitterböen aus NE, NW und SW ein. Erst am 9. Juni
gegen Mittag kam bei diek bezogenem Himmel leichter südöstlicher Wind durch,
welcher mit Regenböen allmählich anwuchs und am. Abend des 10. Juni in
13°50‘S-Br und 164° O-Lg die Stärke 7—8 erreichte. In der Stärke 6—8 hielt
sich der Monsun, wie dieser Wind hier wohl genannt werden muss, bis jenseits
der Torres-Strasse, deren flaches Wasser am 17. Juni 3* a. m. angelothet wurde.
Am Abend desselben Tages, bei Eintritt der Dunkelheit, ankerte „Artadne“ im
1) S. „Ann, d. Hydr. etc,“, 1878, pag. 194; 1879, pag. 5, 63, 275 und 438.
Ann. d. Hydr.. 1379, Heft X (Oktober).