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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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weht dabei der Wind erheblich frischer, als in den übrigen Monaten, resp. in 
der Regenzeit, und ergiebt der trockenste Monat, der November, das Maximum 
der Windstärke. In sehr seltenen Fällen weht der Wind auf Longwood für 
einige Stunden aus N, NW oder SW; dieses geschieht am häufigsten im Mai, 
Juni oder Juli. In solchen Fällen ist der Wind stets sehr schwach und gilt 
für ungesund. 
Wir haben diese seltenen Unterbrechungen des Passats auf dem Long- 
wood- Observatorium zusammengestellt und geben eine Uebersicht derselben im 
Folgenden, Die Fälle, dass der Wind aus einer anderen Richtung als zwischen 
SzE und EzS wehte, bildeten in den 5'/4 Jahren November 1841 bis Juni 1843 
und Januar 1844 bis Juli 1847 (für die übrigen fehlen die eingehenden Wind- 
angaben im meteorologischen Journal) folgenden Procentantheil aller Beob- 
achtungen: 
Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez. 
% 0,3 05 16 883 48 41 52 0,0 0,2 02 0©0 0,0 
Nach Tagesstunden: 3* a. m. 9° am. 3" p.m. 9° p. m, 
VO 1,7 3,5 1,2 
Auf die einzelnen Richtungen entfallen: reinS Sbis W WbisN NbisE rein E 
9%: 0,1 0,2 0,1 1,2 0,3 
In Summa 1,9 °%%o aller Beobachtungen.. 
Viel häufiger sind die Unterbrechungen des Passats auf der unteren, 
an der Leeseite der Insel gelegenen Station der Royal Engineers (Jamestown): 
Da hier die Winde viel mehr durch. die Lokalität gestört sind, so be- 
gnügen wir uns damit, die auf diesen Beobachtungen beruhende Uebersicht für 
die vier Jahreszeiten aus Coffin’s „Wind of the Globe“, pag. 282, wieder- 
zugeben. 
N 
NE 
SE 
8 
sw! w 
NW 
Wind- 
stille 
Resultirende 
E 
Richtung | GO 
Dezember bis Februar 
März bis Mai , . . 
Juni bis August . . 
September bis November 
Jahr . . 
> 
2 242 27 4 :%. 0 0 
2 0:40 6{ 1! 2| 2 
/ ı|39|27, 71 1l 2| 2 
i, 0|42 30 | 7 o/2!l 2 
831 311683 110'24| 3| 6! 6 
S27° E 
S23° E 
S 24° E 
S 21° 
S 24° E 
801/2 
72 
71 
80 
76 
Dass Unterbrechungen im Passat in der Gegend von St. Helena, wiewohl 
selten, auch auf dem offenen Meere vorkommen, beweisen mehrere der auf der 
Seewarte gesammelten Schiffsjournale, in welchen auf Zeiträume von !/a bis zu 
2 Tagen in Sicht dieser Insel Stille oder leichter nördlicher und westlicher 
Luftzug vermerkt ist, beispielsweise von den Schiffen „Albatros“ und „Lima“ 
im Juli und August 1877, 
Der grossen Beständigkeit der Windverhältnisse dieser Gegenden wegen 
ist der nördliche Theil des.Südatlantischen Ocoans als „the true Pacific Ocean 
of the world“ bezeichnet worden. Stürme seien auf St. Helena so gut wie un- 
bekannt, sagen Rosser & Jmray auf S. 50. Dem gegenüber ist die folgende 
seltsame Nachricht bei Findlay (S. 253) wohl zum grossen Theile auf eine 
Legende des Napoleon-Kultus zurückzuführen: am Tage vor dem Tode Napoleons, 
am 4. Mai 1821, sei die Insel „swept by a most tremendous storm, which tore 
up all the trees by the roots.“ . 
Die einzigen Landungsplätze der Insel, Jamestown und Rupert’s Bay, 
liegen an der Nordwestseite und sind vor dem herrschenden Winde gut geschützt, 
doch wird in den Segelhandhüchern aufmerksam gemacht auf heftige Böen, 
welche gelegentlich aus diesen Thälern hervorkommen, und wegen welcher bei 
der Annäherung an diese Ankerplätze stete Bereitschaft zum sofortigen Reffen 
Ann. d, Hydr., 1879, Heft X (Oktober). 
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